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Zusammenfassung

Es ist herkömmlich, die Monarchie mit unter die germanischen Grundlagen der abendländischen Staatenwelt zu rechnen. Und freilich lebt tief in den geschilderten Zusammenhängen der germanischen Gesellschaft neben der Freiheit gleicher Männer auch die Hingabe und Anhänglichkeit an überlieferte, in Kampf und Not erprobte Führung, an einen Adel, der vielleicht nur die Erinnerung an die ältesten Geschlechtersiedelungen bedeutete, und ein Fürstentum, das auch in der Gestalt mehr oder weniger dauernder, königlicher oder herzoglicher Einzelherrschaft seinem Namen gemäß einen ersten Platz im Volk, nicht einen Platz außerhalb des Volkes darstellte. Aber den Monarchien der Goten, Franken und Angelsachsen, unter den en die germanisch-romanischen Staaten des Mittelalters groß geworden sind, haben doch vor allem das Römische Reich und die Römische Kirche das Maß gegeben. Eher ließe sich behaupten, germanische Gewohnheit habe in dem sog. Geblütsrecht der Thronfolge, das auch innerhalb festgewurzelter Königshäuser der Wahl des Tüchtigsten Spielraum gewährte, und in der Bindung des königlichen Herrscherwillens an Heer- und Hoftage, Rats- und Gerichtsversammlungen der abendländischen Monarchie, anders als der antiken, gleich zuerst den unvergänglichen Keim der Beschränkung durch die Beherrschten eingepflanzt. Die Schicksale Deutschlands unter den Nachfolgern Karls des Großen können eine solche Auffassung wohl stützen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Carl Monarchie

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