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Rückblick

  • Friedrich Gisinger
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Zusammenfassung

Mit den oben behandelten direkten und indirekten Eudoxoszitaten ist der Umfang der auf uns gekommenen Periodosfragmente im wesentlichen erschöpft. Ob noch weitere indirekte Notizen bei Aristoteles, Theophrast, Antigonos, Apollonios, Plutarch, Aelian, Plinius u. a. aus der Periodos vorliegen, bleibe dahingestellt und ist für ein Gesamturteil über die Periodos und ihren Verfasser nebensächlich, weil sich dasselbe in allem Wesentlichen auf die direkten Eudoxoszitate zu stützen hat. Hinsichtlich der Verfasserfrage erhärten diese die Boeckhsche Beweisführung über die Periodos als das Werk des Astronomen Eudoxos von Knidos und zwar in folgender Weise:
  1. 1.

    Sie enthalten Angaben, für die ein späterer Autor des Namens Eudoxos als der des 4. Jahrh. v. Chr., d. h. der von Knidos, nicht in Frage kommen kann.1)

     
  2. 2.

    Die in ihnen namhaft gemachten Persönlichkeiten oder benützten Autoren haben alle vor oder höchstens gleichzeitig mit Eudoxos von Knidos gelebt.2)

     
  3. 3.

    Sie enthalten mitunter Namensformen, die bei Autoren des höheren Altertums gebräuchlich waren.3)

     
  4. 4.

    Manche Fragmente verraten, daß ihr Autor, wie dies für Eudoxos v. Knidos zutrifft, mathematische und astronomische Kenntnisse besaß und pythagoreisch-platonischen Kreisen nahestand.4)

     
  5. 5.

    Wieder andere Bruchstücke der Periodos zeigen, daß sie bereits von Aristoteles, Theophrast und Kallimachos exzerpiert wurde, was gleichfalls dafür spricht, daß sie nicht später als im 4. Jahrh. v. Chr. entstanden sein kann.5)

     

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Vgl. d. Zeitbestimmung Zoroasters in fr. 59 (S. 22, i), fr. 82 über Myson als einen der sieben Weisen (S. 64), fr. 78 über Artake (S. 65), fr. 83 über das Gründungsdatum Karthagos (S. 107); s. auch S. 24. 93, I.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. die Eudoxoszitate über Zoroaster (S. 21), den Arzt von Knidos (S. 60, i), Pythagoras (S. 116ff.), Protagoras (S. 78), Platon (S. 21). Hinsichtlich der in den Fragmenten benützten Autoren s. S. 132f.Google Scholar
  3. 3).
    Vgl. Über die Namen Hämon, Kasthania, Kremmyon S. 75. 86. 91.Google Scholar
  4. 4).
    Vgl. S. 5. B. 15,2. 16. 22. 53f. 79. 84. 92. 116ff.Google Scholar
  5. 1).
    Über die altertümliche Bedeutung dieses Titels im allgemeinen vgl. Berger, Gesch. d. wiss. Erdk. d. Gr.’ S. 249f.Google Scholar
  6. 2).
    Dies zeigt entgegen der Auffassung Müllenhoffs, D. A. I 240, neben fr. 71 noch besonders fr. 73; dagegen bieten die Fragmente keinerlei Anhalt dafür, daß Eudoxos, wie dies in dem Artikel Eudoxos 2 in Lübkers Reallexikon des klass. Altertums (8. Aufl. 1914, hrgb. v. Ueffcken und Ziebarth) behauptet ist, geographische Breitenbestimmungen gelehrt hat, wenn schon einiges aus seiner Tätigkeit als Astronom darauf hinzudeuten scheint (vgl. Berger a. a. O. S. 247/8).Google Scholar
  7. 3).
    Vgl. fr. 71. 78 Tiber Griechenland u. die Troas.Google Scholar
  8. 4).
    Vgl. fr. 7/8. 67. 72. 73. 40. 70. 28. 31. 83 Tiber Tyros, Askalon, Askra, Platää, Korinth, Aegion, Skylletium u. Karthago.Google Scholar
  9. 5).
    S. fr. 24. 21. fr. 71 über den Melas Kolpos, die Meerbusen der Chalkidike u. Griechenlands; vgl. auch S. 65/6 über d. Hellespont; f. Gebirge fr. 24. 46. 70. 71.Google Scholar
  10. 6).
    Vgl. fr. 57 u. 74 über die Lage der Inseln im Roten Meere u. Kretas.Google Scholar
  11. 7).
    Vgl. fr. 13. 10. 76. 33. 35 Tiber die Sauromaten, Chalyber, Skythen, Phelessäer u. Gyzanten.Google Scholar
  12. 8).
    Vgl. fr. 75. 46 Tiber die Küste des Kaspischen Meeres u. Thrakiens.Google Scholar
  13. 9).
    Vgl. fr. 49. 47. 50. 46. 81. 51. 26. 27. 85. Antig. hist. mir. 148. 163, fr. 91. 93, Plin. nat. hist. XXXI 13 = fr. 90 über die Asphaltquelle auf Zakynthos, die Salzquelle bei Halos, die Kohlensäurequelle auf Kos, die SüBwasserquelle bei den Chelidoniechen Inseln, die Aia in Makedonien, die Quellen in Pythopolis, bei Klitor, Delphi, in Athamanien, auf Kreta und Euböa (s. auch fr. 92).Google Scholar
  14. 10).
    Vgl. fr. 64. 65. 81 über den Nil u. den Axios.Google Scholar
  15. 11).
    Vgl. fr. 45 u. das Periodosfragment 91 bei Antig. hist. mir. 148 über die Grotte Kimbros und die hei Apollonia (s. S. 100).Google Scholar
  16. 1).
    Vgl. fr. 77. 48. 25. 55. 56 über Fische in Paphlagonien und im Askaniasee, über Krokodile bei Chalkedon, Meeraale bei Sikyon und Rinder auf Kypros.Google Scholar
  17. 2).
    Vgl. fr. 67 über Zwiebeln Askalons u. fr. 34. 35 über Honig enthaltende Pflanzen Nordafrikas (über Platanen auf Kreta s. S. 122)Google Scholar
  18. 3).
    Vgl. fr. 9. 10. 53 über Schmirgel in Armenien, Eisen bei den Chalybern und im Berekynthosgebirge.Google Scholar
  19. 4).
    Vgl. fr. 59 u. 83 über (lie Zeit Zoroasters und die Gründung Karthagos.Google Scholar
  20. 5).
    So wurden behandelt: Sitten der Inder (s. S. 20f.), Massageten (s. S. 26), Chabarener (s. S. 30), Ägypter (s. S. 40ff.), Achäer (s. S. 94), Arkader (l e. S. 98), Gyzanten (s. S.108f.), Sprache der Armenier (s. S. 28), °piker (s. S. 103), Religion der Perser (s. S. 21f.), Phryger (s. S. 60f.), Phönikier (s. S. 31f.), Ägypter (s. S. 42 ff.), Skythen (s. S. 72f.); Astrologie der Chaldier (s. S. 23).Google Scholar
  21. 6).
    Vgl. die Angaben über hellenische Kolonien in fr. 69. 31. 66. 37 über Spina, Skylletium, Agathe, Lipara.Google Scholar
  22. 7).
    Vgl. fr. 59. 82. 39. 23. 36 und das Periodoszitat bei Jambi. de vit. Pyth. 2, fr. 86, über Zoroaster, Thales, Chilon, Myson, ferner über den ungenannten Arzt von Knidos, über Protagoras und Pythagoras; wie im einzelnen gezeigt, enthielt die biographische Notiz auch jeweils eine Angabe darüber, welcher Berufskategorie die erwiihnte Persönlichkeit beizurechnen war.Google Scholar
  23. 1).
    Vgl S. 23f. über das Südufer des Kaspischen Meeres, S. 61f. über die Höhle in Phrygien, S. 121f, über Kreta, 123f. über Euböa.Google Scholar
  24. 3).
    Vgl. S. 36 ff. 59ff. 64ff. 76..79. 83ff. 86f. 89. 92f. 95f. 98. 100 ff. 114f. 127. Für Anschauungen oder Mitteilungen, die ihm vielleicht aus platonisch-pythagoreischen Kreisen bekannt waren, s. S. 129, 4.Google Scholar
  25. 4).
    Vgl. F. Windherg, De Herodoti Scythiae et Libyae descriptione, 1913, S. 10.Google Scholar
  26. 5).
    Auch die für Herodot charakteristische Neigung zu Exkursen (s. Pasquali a. a. O. S. 188) finden wir bei Eudoxos, wennschon selten und beispielsweise da, wo ein geradezu traditionell gewordenes allgemeines Interesse für den Gegenstand, wie z. B. für eine Beschreibung Ägyptens, den Exkurs rechtfertigte.Google Scholar
  27. 6).
    Vgl. z. B. fr. 10 über die Chalyber, fr. 12 über die Ctabarener, fr. 13 über die Sauromaten, fr. 33 fiber die Phelessäer, fr. 32 über die Opiker, fr. 34/5 über die Gyzanten.Google Scholar
  28. 7).
    Vgl. fr. 7/8 Biber Tyros, fr. 07 über Askalon, fr. 89 über Phlegra, fr. 22 über Sintia, fr. 29 fiber Kremmyon, fr. 28 über Ägion, fr. 30 über Asine, fr. 66 fiber Agathe, fr. 20 über Kaleakte.Google Scholar
  29. 1).
    AuBer, den fr. 21. 73. 75 vgl. besonders dic Fragmente 70. 71. 78 (s. auch S. 65/6. 85, 1).Google Scholar
  30. 1).
    Vgl. fr. 89 und die Eudoxosstelle über das früher zu Megara gehörige Kremmyon bei Strab. p. 380 (s. S. 91. 128); für die Erwähnung lokaler Sagen vgl. fr. 29 über die Theseus-und fr. 26 fiber die Melampussage (s. S. 91. 95 f.; auch 5.121 f.).Google Scholar
  31. 2).
    Der Einwand Ungers, Philol. N. F. IV 223, zur Zeit des Aristoteles könne die Periodos noch nicht existiert haben, weil sonst Aristoteles in seiner Meteorologie II 5 (p. 362b 12;3) mit seinem Spott fiber die Verfasser der auch die P. mit einer d. arist. verw. Ansicht getroffen hätte, erledigt sich von selbst. Denn Aristoteles wendet sich a. a. 0. nur gegen die Verfasser von, die im Gegensatze zu Eudoxos die Ökumene für kreisrund hielten. — ÌTbrigens ergibt sich aus dem terminus post quern für die Abfassungszeit der Periodos auch ein solcher für die Entstehungszeit des aristotelischen Buches über das Steigen des Nil, das nicht um 348 v. Chr., wie Sieglin (bei Bolchert, N. Jahrb. f. d. klass. Alt. 27, 1911, S. 150 Anm.Google Scholar
  32. 4).
    meinte, sondern erst nachher abgefaßt worden sein kann, da in ihm (lie Periodos benützt war (s. S. 68).Google Scholar
  33. 1).
    Vgl. F. Kähler, Die Entw. d. Geogr. bis auf Strabo, Jahresb. d. Gymn. Halle a. S., 1900, S. 22; auch Dikaiarchs Bergmessungen (Capelle, Stoich. V 33) sind wohl (l. Eud. (fr. 70) angeregt.Google Scholar
  34. 2).
    Über seine Verteilung von Land (Ökumene u. Antiökumene) und Wasser auf der Erdoberfläche vgl. S. 16f.; über seine Dreiteilung der Ökumene s. S. 17f.Google Scholar
  35. 3).
    G. F. Schiaparelli, Le sfere omocentriche di Eudosso, di Callippo et di Aristotele, Mem. d. real. ist. Lomb. di scienze e lettere XIII, Milano 1877, S. 123.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Friedrich Gisinger
    • 1
  1. 1.PforzheimDeutschland

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