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Zusammenstellung der Periodosfragmente und Nachweis ihrer Echtheit

  • Friedrich Gisinger
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Zusammenfassung

Als Grundlage für die Untersuchung über die Periodos ist im folgenden zunächst eine Zusammenfassung und kritische Sichtung der direkten und indirekten Eudoxoszitate gegeben, für die die Periodos als Quelle in Frage kommt.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Daß hier für Endicus, einen in der Antike literarisch bedeutungslosen Namen, Eudoxus zu lesen ist, hat schon Sylburg bemerkt (vgl. Schrader, Jahrb. f. Philol. u. Pädag. 97 [1868 f 218, 3). Erfreulicherweise hat neuerdings auch H. Oehler, Paradox. Flor., Tab. Diss. 1913, S. 5, 3 in diesem Pliniuszitat ein echtes Fragment des Eudoxos v. Knidos wiedererkannt (s. fr. 90 = S. 123 ).Google Scholar
  2. 1).
    Für die noch nicht feststehende Chronologie des Eudoxos von Knidos bildet das von Unger, Philol. N. F. IV 219 durchaus mit Unrecht angezweifelte Periodosfr. 59 in doppelter Hinsicht einen terminus post quern, sowohl für die Abfassungszeit der Periodos wie für das Todesjahr des Eudoxos. Denn da dieser nach fr. 59 den Tod Platons in der Periodos erwähnte, so folgt, daß er nach 348/7 v. Chr. mit der Abfassung seines geographischen Werkes beschäftigt war und entgegen bisherigen Annahmen (s. Boeckh a. a. O. S. 140ff., Unger a. a. O. S. 191ff., Hultsch, R.-E. u. Eudoxos 8) erst nach Platon gestorben ist. Geboren ist er also, da er nach Apollodor (s. Jacoby, Die Chronik Apoll., Berlin 1902, Philol. Unters. XVI 314) nur 53 Jahre alt wurde, frühestens bald nach 400/399, sehr wahrscheinlich aber später, etwa um 395 v. Chr., wie Susemihl, Rh. Mus. N. F..53 (1895) 626ff. gezeigt hat. Für diesen (nicht aber den von Boeckh und Unger gegebenen) Ansatz der Geburt spricht auch, daß in fr. 57 Eudoxos hinter Ephoros (geb. um 408 v. Chr.) genannt, gewissermaßen also als der jüngere bezeichnet ist. Auch die weitere Annahme Susemihls a. a. O., die übrigens schon Boeckh a. a. O. S. 157 (ihm folgend Usener, Vortr. u. Aufs. 1907, S. 88 u. Ritter, Platon I [1910] 140) vortrug, die italische Reise des Eudoxos V. Knidos habe ausgangs der 60er Jahre des 4. Jahrh. v. Chr. stattgefunden, wird durch ein Pejiodoszitat bestätigt s. zu fr. 83), da nach demselben die sizilische Reise des Eudoxos frühestens in das Jahr 362 v. Chr. fallen kann; wahrscheinlich aber fand sie zusammen mit der dritten Platons erst um 361 v. Chr. statt (s. Boeckh, Usener, Ritter a. a. O.), wofern Eudoxos, wie Boeckh aus Aelian. Var. bist. VII 17 schließt. nicht gar erst nach Platons Ankunft den Boden Siziliens betrat. Dagegen war der Eudoxosschiiler Helikon — so wird die Angabe im ps.-plat. Brief XIII 360 C, nach der Platon den Helikon Dionys dem J. für seine Studien empfahl, zu deuten sein — wohl schon vor Platon und auf dessen Empfehlung hin bei Dionys angelangt, so daß zunüicbst Helikon (über ihn und seinen Aufenthalt in Syrakus s. Boll, R.-E. u. Helikon 3), dann Platon und vielleicht noch später Eudoxos bei Dionys eintrafen.Google Scholar
  3. 1).
    Inwiefern fr. 57, dessen Autorenreihe Ephorus, Eudoxus, Timosthene- Plinius wohl schon in seiner Quelle vorfand (s. Wagner a. a. O. S. 56), und fr. 59 für ihn als Zitate aus Eudoxos v. Knidos erkennbar waren, s. S. 4f.Google Scholar
  4. 1).
    Die von Susemihl, Gesch. cl. griech. Lit, i. d. Alex. I 697 Anm. 315, v. Wilamowitz und Geffcken, Timaeus’ Geogr. d. West., Philol. Unters. XIII (1892) 85, 2 gegen die Echtheit dieses Fragmentes geäußerten Bedenken sind nicht stichhaltig, zumal es sich in ihm nicht um eine Fabelei, sondern lediglich um eine Erscheinung des Hekatekultes handelt, wie unten gezeigt werden soll. Die mit fr. 53 gleichlautende, aber dem Agatharchicles zugeschriebene Notiz bei Ps.-Plutarch. de fluv. et mont. nom. X 5 (vgl. H. Frieten, De Agath. Cnid., Bonn 1848, S. ‘20, H. Leopoldi, De Agath. Cnid., Rostock 1892, S. 51, F. de Mély, Rev. des étud. grecq. 5 (1892) 327ff) ist entgegen bisheriger Annahme wohl als ein echtes Zitat aus Agatharchides von Knidos aufzufassen, der es wie auch anderes vgl. S. 38) seinerseits wiederum der Periodos seines nicht minder berühmten Landsmannes Eudoxos von Knidos entlehnt hat.Google Scholar
  5. 2).
    In fr. 50 wird Eudoxos von Antigonos vor Kallimachos genannt, in fr. 46 ebenso (s. Schneider, Eallimachea II [1873] 332. 345 auch zu fr. 47. 48. 49. 50. 51) von ihm sogar nur durch Vermittlung des Kallimachos zitiert.Google Scholar
  6. 3).
    Inwiefern dieses und fr. 48 sich auch sonst als Eigentum des Eudoxos v. Knidos erweisen, s. unten hei der Einzelbesprechung der Fragmente (S. 68/9).Google Scholar
  7. 1).
    Vgl. Strab. p. 119. 666. 806: daß es sich hier um Eudoxos v. Knidos, den Astronomen und Freund Platons, handelt, lehrt der Augenschein; s. auch Boeckh a. a. O. S. 18. Strab. p. 465 ist Eudoxos (und zwar mit einem gewissen Grund) vor Ephoros genannt, was immerhin zeigt, daß Strabon auch hier an Eudoxos von Knidos, den Zeitgenossen des Ephoros, gedacht hat. Zudem lehrt Strab. p. 98 Ei, daß er gleich Plinius (s. S. 6) andere Eudoxos benannte Autoren von dem von Knidos auch im An-druck streng geschieden hat.Google Scholar
  8. 1).
    Die Zweifel E. Rohdes, Kl. Sehr. II (1901) 128 an der Echtheit dieses Periodoszitates sind daher gänzlich unbegründet, um so mehr, als die von Eudoxos (bei Jambi.) behauptete Verbindung des Pythagoras mit Apollo, die Rohde irrig für eine Fiktion des Apollonios von Tyana hielt (Kl. Schr. I1165), auch durch das aristotelische Zeugnis bei Aelian. Var. hist. II 26 als eine Tradition des früheren Altertums erwiesen (s. auch W. Bertermann, De Jamblichi vit. Pyth. font., Diss. Königsberg 1913, S. 39), wenn nicht gar, wie so manches andere bei Aristoteles (s. S. 15f. 21. 35) durch Eudoxos veranlaßt ist. Daß das Eudoxoszitat bei Jambi. echt ist, zeigt sich zudem auch schon darin, daß es sich enge mit Porphyr. de vit Pyth. 2 berührt, wofür wie für Porphyr. de vit. Pyth. 6/7 ohne Frage ebenfalls die Periodos benutzt ist. Eudoxos hat daher wohl wie auch nach ibm Xenokrates (s. Zeller, Philos. d. Griech. I“ 284, 3) die Abstammung des Pythagoras von Apollo nicht ale Tatsache, sondern als Tradition berichtet. Ähnlich mag auch Speusipp seinen Oheim Platon als Sohn Apollos bezeichnet haben.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Friedrich Gisinger
    • 1
  1. 1.PforzheimDeutschland

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