Advertisement

Einleitung

  • Friedrich Gisinger
Chapter
  • 13 Downloads

Zusammenfassung

Die Kunde, die der Nachwelt von dem Leben und Wirken des Eudoxos von Knidos geblieben ist, läßt trotz des Unterganges seines gesamten Schrifttums noch mittelbar erkennen, welch einflußreiche, ja zum Teil zentrale Stellung er in der exakten Wissenschaft seiner Zeit und weit darüber hinaus behauptete. Das gilt, wie längst erkannt, ebensosehr von der Wirksamkeit des Knidiers auf dem Gebiete der Mathematik1) wie auf dem der Astronomie, worin Eudoxos nicht nur als Vermittler2) zwischen orientalischer und griechischer Himmelskunde, sondern auch selbstfördernd3) in jeder Weise tätig war. Noch ein weiterer Bereich wissenschaftlicher Tätigkeit, um von seiner offenbar ebenfalls einflußreichen Wirksamkeit als Philosoph hier nicht weiter zu sprechen, verschaffte dem Astronomen von Knidos dereinst geradezu autoritatives Ansehen, seine Wirksamkeit als Geograph, die sich in der Schöpfung seines Γης πεϱίοδος betitelten4), aber gleichfalls nur mehr trümmerhaft erhaltenen geographischen Werkes kundgab, und die im Gegensatze zu ihrer einstigen Bedeutung bis jetzt noch kaum gewürdig5) als Gegenstand dieser Abhandlung eine zusammenfassende Behandlung finden soll. Daß jenes Werk nicht weniger als die andern Schriften den Ruhm seines Autors im Altertum begründete, lehrt die Beurteilung des Eudoxos, zu der die Kenntnis der Periodos den Eratosthenes, Polybios und Strabon1) führte, ferner das vorteilhafte Urteil Plutarchs über die Schrift2), namentlich aber auch die weitreichende Benutzung der Periodos, wovon sich bereits Spuren bei Aristoteles und Theophrast (s. unten zu fr. 38 und im Schlußabschnitt), sodann aber auch in der Folgezeit bei hervorragenden Autoren des Altertums vorfinden.

Notes

Literatur

  1. 1).
    Vgl. Hultsch, 11.-E. u. Eudoxos 8, S. 9301f.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. Christ-Schmid, Gesch. d. griech. Lit.’ II (1911) 125, 4; Boll, Heidetb. Akad. Sitz.-Ber. philol.,hist. Kl., 7. Abh. (1911) 10/1; außerdem Boll u. Cumont. N. Jabrb. f. d. klass. Altert. 21 (1908) 119ff., bzw. 27 (1911) 5f.Google Scholar
  3. 3).
    Darüber hat besonders Schiaparelli Klarheit geschaffen, vgl. Hultsch, R.-E. II 1838 f.Google Scholar
  4. 4).
    Vgl. fr. 7. 9. 11. 12. 16. 19. 20. 22. 24. 25. 26, 29. 30. 32. 34. 36 nach der am Schluß dieser Arbeit vervollständigt wiedergegebenen Fragmentsammlung von Brandes, worauf auch für alle folgenden Eudoxoszitate verwiesen sei, Schol. zu Apoll. Rhod. IV 264 (s. fr. 41), Agath. I 1 (— GGM II 471). Bezeugt ist die Periodos oder überhaupt die geographische Tätigkeit des Eudoxos außerdem durch fr. 1. 2. 5.Google Scholar
  5. 5).
    Gegeben bis jetzt außer der Sammlung von Brandes und ihrer Ergänzung von Jacoby, R.-E. u. Eudoxos 7 auf den bis dahin bekannten Fragmenten beruhende knappe Inhaltsangaben der Periodos von Unger, Philol. N. F. IV (1891) 228/9 und Hultsch a. a. 0. § 22, wobei indes die Fragmentsammlung noch weiterer Ergänzung wie auch die Inhaltsangaben der Berichtigung bedürfen.Google Scholar
  6. 1).
    Eratosthenes (bei Strab. p. 2 [= fr. 5]; s. auch M. Dubois, Examen de la géogr. de Strab., Paris 1891, S. 226,!7) nannte den Eudoxos unter seinen bedeutsamsten Vorgängern. Über die Beurteilung des Eudoxos bei Polybios bzw. bei Strabon selbst s. Strabon p$1465 und 390/1 (= fr. 6 und 71 ).Google Scholar
  7. 2).
    Non posse suay. vivi sec. Epic. 10 (= fr. 2) ist die Periodos unter den lesenswerten Büchern genannt. Auch De Is. et Os. 10, fr. 88, wo Eudoxos unter den Weisesten der Hellenen angeführt ist, sowie die milde Polemik Plutarchs gegen ihn (s. fr. 63 n. 85 [= De Pyth. or. 17] in der am Schluß beigegebenen Fragmentsammlung) zeigt, wie hoch er ihn als Quelle wertete.Google Scholar
  8. 3).
    Vor bzw. nach ihm haben — jedoch ohne weiteren Beweis — die Periodos als Werk des Eudoxos von Kuidos anerkannt: Ideler, Abh. Berl. Akad. 1828, S. 2O0ff.; Künsberg, Eudoxos you Knidos, Progr. Dinkelsbiihl 1888, S. 19ff.; F. Kahler, Die Entw. der Geogr. bis auf Strabon, Jahresber. Stadtgymn. Halle a. S. 1900, S. 22; Boll, Sphaera 1903, S. 370; Jacoby u. Hultsch, R.-E. u. Eudoxos 7 bzw. 8 § 22; Gruppe, Griech. Myth. u. Religionsgesch. 1906, S. 242, 16; Baudissin, Adonis u Esmun, Leipzig 1911, S. 305ff.; Christ-Schmid, Gesch. d. griech. Lit. IP 162 u. Is 643, 3; P. Friedlander, Arch. Jahrb. XXIX (1914) 118, 1; einen gegenteiligen Standpunkt vertraten: Brandes, N. Jahrb. f. Philol. RIII (1847) 208221; 4. Jahresber. d. Ver. f. Erdk. Leipzig (1865) 23–70; Unger, Philol. N. F. IV 218 bis 228; Susemihl, Gesch. d. griech. Lit. i. d. Alex. I 697, 315; Berger, Gesch. d. wiss. Erdk. cl. Griech.2 (1903) 242–46; Christ, Gesch. cl. griech. Lit.“ (1905) 592.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Friedrich Gisinger
    • 1
  1. 1.PforzheimDeutschland

Personalised recommendations