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Fragen des Familien- und Erbrechts

  • Friedrich Schöndorf
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Part of the Osteuropa-Institut in Breslau book series (OIB)

Zusammenfassung

Sogar im Familien- und Erbrecht blieb die rechtsschöpferische Tätigkeit der Praxis nicht aus, wenn sie auch hier geringer war. Das Recht der Eltern, die Herausgabe ihres Kindes von jedem Dritten zu verlangen, wurde vom Senat in zwei bekannten Entscheidungen 1876 N 199 und 1897 N 81 anerkannt. Er gelangte dazu auf Grund der Art. 172, 173, 177 der Zivilgesetze. Natürlich dienten diese Hinweise nur zur formalen Zierde der Entscheidungen, welche in Wirklichkeit vollkommen neues Recht schufen. Davon kann man sich leicht überzeugen, wenn man den Text dieser Bestimmungen durchliest — Art. 172: „Die Eltern sind verpflichtet, den minderjährigen Kindern Nahrung, Kleidung und gute, ehrliche, ihrem Stande entsprechende Erziehung zu geben“; Art. 173: ,,Die Eltern haben ihr ganzes Augenmerk auf die sittliche Erziehung ihrer Kinder zu richten und müssen bestrebt sein, durch häusliche Erziehung ihre Sitten zu bilden und den Absichten der Regierung entgegenzukommen. Übrigens steht es den Eltern frei, ihre Kinder zu Hause zu erziehen oder sie in öffentliche Anstalten abzugeben, die von der Regierung oder von Privatpersonen gegründet sind“; Art. 177: „Die Kinder haben den Eltern treuherzigen Respekt, Gehorsam, Ergebenheit und Liebe zu erweisen, ihnen in Wirklichkeit zu dienen, von ihnen mit Respekt zu sprechen und elterliche Ermahnungen und Belehrungen geduldig und ohne Murren zu ertragen. Der Respekt der Kinder vor dem Andenken der Eltern muß auch nach dem Ableben der Eltern bestehen“ (dieser letzte, schon ganz altertümlich anmutende Artikel ist dem Gesetzbuch des Zaren Alexei von 1649 entlehnt).

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Notes

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Friedrich Schöndorf
    • 1
  1. 1.Juristischen BeratungsstelleOsteuropa-InstitutsDeutschland

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