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Die Entstehung der Täler

  • Alfred Hettner
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Zusammenfassung

Das zweite Problem, an dem die morphologische Forschung eingesetzt hat, an dem sie zu ihrer heutigen Auffassung emporgestiegen, das lange Zeit ihr zentrales Problem gewesen ist, ist die Entstehung der Täler. Zwei Anschauungen haben mit einander gerungen. Im 18. Jahrhundert herrschte bei den Neptunisten eine allerdings sehr rohe Erosionstheorie, die mit großen Fluten arbeitete; dagegen gewann im 19. Jahrhundert im allgemeinen die Theorie der Plutonisten die Oberhand, nach der die Täler als klaffende Spalten bei der Hebung der Gebirge entstanden und nur im einzelnen durch das Wasser und die Kräfte der Verwitterung und Abtragung umgebildet worden sind. Lyell verwarf zwar die Spaltentheorie, nahm aber nicht den Gedanken von Hutfon und Playfair auf, die die Täler für Gebille des fließenden Wassers erklärt hatten, sondern sah in ihnen Meeresbildungen. Nur allmählich brach sich in England (Greenwood 1857, Beete jukes 1862) die Anschauung Bahn, daß die Täler von den Flüssen selbst, die an ihrem Grunde fließen, in einer Jahrtausende hindurch fortgesetzten Tätigkeit ausgewaschen seien. Aber es dauerte eine Reihe von Jahren, bis diese Anschauung auch auf dem Kontinent Boden gewann. Noch 1867 trat Peschel in einem glänzend geschriebenen Aufsatze, der seinen neuen Problemen der vergleichenden Erdkunde einverleibt wurde, für die Spaltennatur der Täler ein. Aber es war ein Rückzugsgefecht, das den Sieg der anderen Anschauung nicht aufzuhalten vermochte. Um dieselbe Zeit (1869) hatte Rütimeyer in seinem Buch über Tal- und Seebildung die Erosionstheorie auch bei uns eingeführt und ihren Sieg begründet.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    A. Hettner,Die Arbeit des fließenden Wassers. G. Z. 1910.Google Scholar
  2. A. Phi-lippsoiz,Die Erosion des fließenden Wassers. Geogr. Bausteine Heft 7. Gotha 1914.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Alfred Hettner
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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