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Die Entwickelung der Landoberfläche

  • Alfred Hettner
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Zusammenfassung

Der innere Bau der festen Erdrinde muß den Ausgangspunkt der geographischen Auffassung der festen Erdoberfläche bilden. Zwar haben Davis und andere vor ihm das letzte Auftauchen des Landes aus dem Meere als diesen Ausgangspunkt (Urzustand) angesprochen, und in vielen, vielleicht sogar in den meisten, Fällen wird es auf dasselbe hinauslaufen, weil die großen Faltungen in den vom Meere überdeckten Geosynklinalen zu erfolgen scheinen; aber ob das immer der Fall ist, ob es auch von den Schollenbewegungen gilt, ob diese nicht vielmehr auch auf dem Festlande erfolgen können, entzieht sich noch unserer Kenntnis. Andererseits weiß die Geographie mit den Vorgängen der Abtragung und Ablagerung, die auf dem Festlande vor den großen tektonischen Umwälzungen erfolgt sind, nichts anzufangen; sie kommen an der heutigen Erdoberfläche nur durch die Beschaffenheit des Gesteinsmaterials zur Geltung. Mit der Herstellung des inneren Baus beginnt die geographische Entwickelung oder, um uns einmal des von Davis so viel gebrauchten Bildes zu bedienen, das geographische Leben der heutigen Erdoberfläche, allerdings nicht so, daß sie erst mit dessen Fertigstellung einsetzte, vielmehr zugleich damit, manchmal mit ihr Schritt haltend, meist wohl in langsamem Tempo folgend.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    A. Penck hat das wechselnde zeitliche Verhältnis zwischen tektonischem Aufbau und Abtragung seinen Betrachtungen über die Gipfelflur der Alpen zu Grunde gelegt. W. Penck erörtert es in einem eben erschienenen Aufsatze (Berichte d. math.-phys. Kl. d. sächs. Ak. d.Wiss. LXYII S. 65 ff.) in ausführlicher Deduktion; man wird das in Aussicht gestellte Buch mit dem induktiven Nachweis abwarten müssen, um den Wert dieser Auffassung beurteilen zu können.Google Scholar
  2. 1).
    Die Bezeichnungen homogen und heterogen scheinen mir das Wesen der Sache besser zu treffen als die von Passarge,Physiologische Morphologie S. r 19, vorgeschlagenen Ausdrücke harmonisch und disharmonisch, die nicht kausal, sondern teleologisch sind, sich nicht auf den Ursprung, sondern auf die ästhetische Wirkung beziehen. Die später von Salomon vorgeschlagene Bezeichnung „tote Landschaften“ erscheint mir ganz mißverständlich; auch ein Mensch ist nicht tot, wenn er unter andere Bildungseinflüsse kommt. Allenfalls kann man „fossile” Landschaften so nennen; aber der Ausdruck ist längst in ästhetischem Sinne vergeben. Neuerdings spricht Passarge von Jetztzeit-und Vorzeitformen (Landschaftskunde Bd. III S. tot f.).Google Scholar
  3. 2).
    Eine gute kritische Übersicht darüber gibt Dacqué,Grundlagen der Paläogeographie, Jena 1915.Google Scholar
  4. 1).
    Sollten diese nicht auf Bewegungen der Erdkruste, sondern, wie man früher geglaubt hat, auf Umsetzungen der Wassermasse der Meere beruhen, so würde sich dadurch natürlich die ursächliche Auffassung verschieben, die Bedeutung für die Ausbildung der Formen des Landes aber kaum geändert werden.Google Scholar
  5. 1).
    Ztschr. Ges. f. Erdkde. 1911 S. 479 ff.wir Fastebenen nur ganzGoogle Scholar
  6. 1).
    Dieses Problem behandelt auch Passaa,;re,Physiologische Morphologic Kap. V, sowie Pcncks Abhandlung: Die Formen der Landoberfläche und Verschiebungen der Klimagiirtel, Sitz. d. preuß. Akad. d. Wiss. 19,3 S. 577 ff.Google Scholar
  7. 1).
    Dieses Bedenken bleibt auch nach der neuen ausführlichen Darlegung von Soerg - el,Löß, Eiszeiten und paläolithische Kultur, Jena 19i9, bestehen.Google Scholar
  8. 1).
    Koefpen,Versuch einer Klassifikation der Klimate, G. Z. 19oo S. 593 ff. u. 65711.; auch als Broschüre, dazu Pet, Mitt. 1918 S. 1936. u. 243ff. und ITettner,die Klimate der Erde, G. Z. 1911 S. 425 ff., 545£1., 618 ff., 67511Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Alfred Hettner
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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