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Der Technisch-Ökonomische Fortschritt in der Geschichte

  • A. Sartorius von Waltershausen

Zusammenfassung

Der Fortschritt der Menschheit ist ein alter Glaube. Er schmeichelt ihrer Selbstherrlichkeit und verheißt ihr ein besseres Dasein. Nachweisbar ist er jedoch nicht an ihrem ethischen Verhalten, auch nicht an ihrer sozialen oder politischen Ordnung, sondern allein an dem theoretischen und angewandten Wissen von der Natur und deren Kräften. Die Naturwissenschaft unserer Tage steht hoch über der der Ägypter und der Griechen, und der Abstand der Technik vom Holzbogen und Feuersteinpfeil bis zum Hinterlader und Stahlgeschoß, von der Sammlung wildwachsender nahrhafter Pflanzen bis zum intensiven Feldbau, von der alleinigen Benutzung der menschlichen Glieder bei der Arbeit bis zur Dynamomaschine ist ungeheuer. Der Zufall mag fast immer die Veranlassung zu den großen Ereignissen des Wissens gewesen sein, die Beobachtung desselben, das Schlüsseziehen aus ihm, die praktische Gestaltung des Erkannten fiel der Intelligenz der begabten Persönlichkeit anheim. Heute glaubt die systematische wissenschaftliche Forschung des anregenden Zufalles wenigstens auf einigen Gebieten entbehren zu können, indem sie sich ihre Aufgaben ausdenkt und sich der planmäßigen, nicht willkürlich ausprobierenden Mitarbeit zahlreicher Hilfspersonen bedient. Wie könnte unter diesen Verhältnissen die Hoffnung auf einen weiteren technischen, vielleicht progressiven Fortschritt trügerisch sein?

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • A. Sartorius von Waltershausen
    • 1
  1. 1.Gauting bei MünchenDeutschland

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