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Das Wirtschaftsgebiet

  • A. Sartorius von Waltershausen

Zusammenfassung

Die natürliche Ausstattung eines Landes zur Produktion mit Nahrung spendendem Nutzboden, Brennstoffen, Metallen, Salzen, für den Verkehr mit Flüssen, Seen, Häfen, Meeresküsten und Ebenen ist eine bestimmte Voraussetzung für das Wirtschaftsleben jedes Volkes. Sie bedeutet in den einzelnen Formen der Geschichte nicht das gleiche. Je weniger der Mensch seine äußere Umgebung beherrscht, um so mehr ist die Güterproduktion von ihr abhängig. Hilflos stand er vor Überschwemmung und Dürre, vor Frost und Sonnenbrand, ehe er lernte Deiche aufzuführen, Brunnen und Kanäle zu graben, Holz- und Steinhäuser zu bauen. Schlechten Boden und Mißernten suchte er durch rationelle, vielseitige Landwirtschaft zu bekämpfen, und gelang es ihm nicht ausreichend, so wußte er sich durch den Bezug von Lebensmitteln aus der Ferne zu helfen, nachdem er die Transporteinrichtungen dazu geschaffen hatte. Er erkennt erst im langen Verlaufe der Geschichte, welche Geschenke ihm die Natur hingelegt hat. Die Wasser- und Windmühle mußte er erfinden, ehe er die von Natur gegebenen Motoren benutzen konnte, erst in der neuesten Zeit war es ihm vorbehalten, die tiefliegenden Kalilager auszubeuten und die Kraft des niederstürzenden Bergstroms in elektrische Energie umzuwandeln. Stein- und Braunkohle verbrauchte man schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, aber man verstand erst in dem folgenden nach der Erfindung der Dampfmaschine und der chemischen Zerlegung und Umformung des Brennstoffes etwas Großes daraus zu machen.1)

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • A. Sartorius von Waltershausen
    • 1
  1. 1.Gauting bei MünchenDeutschland

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