Advertisement

Ziele Deutscher Wirtschaftspolitik

  • A. Sartorius von Waltershausen

Zusammenfassung

Wenn jemand in einem großen Walde sich verirrt hat, so entschließt er sich nach dem Stand der Sonne oder der Sterne zunächst zu der im allgemeinen zu nehmenden Richtung. Damit ist aber eine Entscheidung für den einzuschlagenden Weg noch nicht gegeben, für die man noch eine weitere Einsicht zu Rate ziehen muß. Ebenso hat sich das vorige Kapitel nur zur ersten Orientierung innerhalb des Dunkels der Gegenwart für die nationale Richtung der ökonomischen Politik in Deutschland ausgesprochen, und es ist nunmehr der gangbare Pfad erst noch aufzusuchen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1).
    Ohne eine solche Voraussetzung ist eine wirtschaftspolitische Zukunft überhaupt nidit besprechbar. Die volle Ausführung des Friedens und Londoner Ultimatums bedeutet die Vernichtung Deutschlands.Google Scholar
  2. 1).
    Vor allem an Vieh, Kartoffeln, Futtermitteln, Geflügel, Eiern, Gemüse, Ölfrüchten, Honig und Milchprodukten, weniger an Getreide zum Verkauf.Google Scholar
  3. 1).
    Rechnen wir den großen Besitz rund auf 20% der landwirtschaftlich benutzten Fläche von 36 Mill. Hektar und fünf Hektar für die durchschnittliche Ansiedlungsstelle mit einer Familie von fünf Personen, so würde % des großen Besitzes eine Volkszahl von 2400000 Ansiedlern fassen können.Google Scholar
  4. 1).
    Auf dem ersten Parteitag der Deutsdinationalen führte Hugenberg aus: „Muß man nicht versuchen, von Stein-Hardenberg zu lernen? Damals gab man den Bauern gegen Entschädigung einen Teil des Ritterguts. Sollte man nicht heute den Arbeitern und Angestellten einen Teil der Fabrik geben? Aber nur gegen Entschädigung, sonst wäre es ein Geschenk, das keine engere und dauernde Gemeinschaft mit dem Werke begründet, als Betriebsrat, Mitbestimmungsrecht u. dgl. es tun. Sind diese einmal unvermeidlich, so ist es schließlich für den Betriebsleiter kein großer Unterschied, ob er zu einem gewissen Bruchteil Publikum und Börsenleute zu Aktionären hat, oder die eigenen Arbeiter und Angestellten.. Es könnte sogar, wenn der Versuch glückt und die Maschine sich dabei nicht tot Teibt, den Vorteil bringen, daß die industrielle Großunternehmung unabhängiger von Börseneinflüssen und damit in sich bodenständiger wird. Man müßte dann als Zwischenbesitzer die Werkschaftsgemeinschaft, d. h. die Gesamtheit der Mitarbeiter einschieben und zu einer juristischen Person machen, die einen Anteil am Werke zu Kredit erwerben kann. Sie müßte diesen Anteil in beliebigen Abschnitten bis zu der Kleinaktie von 50 Mk. hinunter, deren Einführung eine Voraussetzung der Durchführung des PJans bildet, gegen Kapitalzahlung an die einzelnen Werkangehörigen weitergeben, so daß diese Mitaktionäre würden.“(Münchener Neueste Nachrichten, 6. Dezember 1921.). Der staatliche Zwang zur Erreichung des Ziels geht nur so weit, die Vertreter des Kapitals und der Arbeit zu einer Verhandlung über die Mitbeteiligung zu veranlassen, wenn für diese eine bestimmte, praktische Möglichkeit vorliegt. Neben oder statt der Anteilnahme einzelner Arbeiter könnten auch Werkgemeinschaften oder gewerkschaftliche Betriebsgruppen am Besitz und Ertrag beteiligt werden, die auch im Aufsichtsrat eine Vertretung erhalten könnten. Die Arbeiter würden wie andere Aktionäre auch mit Bezugsrecht bei der Ausgabe junger Aktien ausgestattet werden. Der Arbeiter wird bei einer solchen Gemeinschaft an das Werk nidit etwa gebunden. Man könnte z. B. statuieren, daß der, der aus der Fabrik austritt, seine Aktie verkaufen dürfte — wobei die Arbeitergemeinschaft als Teilnehmerin das Vorkaufsrecht besitzen oder als Käufer allein befugt wäre. Audi würde man dem Arbeiter den Verkauf der Aktie zu jeder Zeit an einen anderen Arbeiter des Werkes oder an eine teilnehmende Gewerkschaft gestatten können. Die Meinung, daß die Arbeiter kein Geld hätten, um die Aktien zu erwerben, ist nicht haltbar, wenn Ratenzahlungen eingerichtet werden. In den Kruppwerken ist eine ähnliche Organisation in Aussicht genommen (Köln. Zeitung 1921, Nr. 864), die als einzurichtende „Treuhand“auch weitere Details bringt. — Audi der Amerikaner Vanderlip in der Schrift „Was Europa geschehen ist“, deutsch 1921, S. 160 rät dringend, das Problem der Gewinnbeteiligung zu studieren.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • A. Sartorius von Waltershausen
    • 1
  1. 1.Gauting bei MünchenDeutschland

Personalised recommendations