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Die Methode der Isolierung

  • A. Sartorius von Waltershausen

Zusammenfassung

Der Ausspruch Fr. Nietzsches: „Man soll die Nötigung, Begriffe, Gattungen, Formen, Zwecke, Gesetze zu bilden (eine Welt der identischen Fälle), nicht so verstehen, als ob wir damit die wahre Welt zu fixieren imstande wären, sondern als Nötigung, uns eine Welt zurechtzumachen, bei der unsere Existenz ermöglicht wird: — Wir schaffen damit eine Welt, die berechenbar, vereinfacht, verständlich usw für uns ist“1), ist für die klassische Volkswirtschaftslehre in ihrer abstrakten, deduktiven Ausgestaltung durchaus zutreffend.

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Literatur

  1. 1).
    Nachgelassene Werke. Der Wille zur Macht. 1901. S. 284.Google Scholar
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  3. 2).
    Vgl. H. Waentig, Einführung zu Turgots Betrachtungen über die Bildung und Verteilung des Reichtums. 1903.Google Scholar
  4. 1).
    Eine eingehende und lichtvolle Darstellung der Isoliermethode bei H. Dietzel, Theoretische Nationalökonomik. 1895. S. 16f. Er sieht in ihr eine Ergänzung des historischen Verfahrens, eine wünschenswerte, vielleicht notwendige. Ich stimme dem zu, wenn ich auch die Methode einer historischen Kritik unterstellen werde.Google Scholar
  5. 1).
    Daß Ricardo seiner Theorie keineswegs treu bleibt, hebt Thünen im Isolierten Staat. 1875. II. S. 129 hervor, da Abnutzung und Nutzung der Maschinen an einer Stelle dem Wert in Redmung gestellt werde.Google Scholar
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    So bei H. C. Careys Wertlehre und der Lehre von den Reproduktionskosten. Sozialökonomie, deutsch 1866. Kap. VI.Google Scholar
  7. 2).
    Vgl. oben B. VIII. S. 137.Google Scholar
  8. 3).
    Vgl. die Ausführungen oben B. VIII. S. 139. An die Stelle der Ârbeits- kosten treten die allgemeinen ProduktionskostenGoogle Scholar
  9. 1).
    Die leichte Beweglichkeit der amerikanischen Arbeiter könnte zu dem Schluß verleiten, daß die Gewinnausgleichung in den Vereinigten Staaten sich besonders auffallend realisiere. Ich halte das Gegenteil für das Richtige, weil sich in der jungen, weiten Volkswirtschaft viele Konjunkturen wechselnder Art geltend machen, die in die Ungleichheit der Gewinne einen so starken Gegensatz bringen, wie er in der Alten Welt nicht besteht.Google Scholar
  10. 2).
    Diese Lehre von dem Arbeitslohn ist von der Wirklichkeit weit entfernt, weil bei steigendem Lohn der Druck des Nachwuchses doch erst nach etwa 20 Jahren sich fühlbar macht, während inzwischen viel Unerwartetes eintreten kann, um die Arbeitskonjunktur zu beeinflussen. Die Dezimierung der Arbeiterbevölkerung bei einem Lohn unter dem Existenzminimum wird sich vor allem in der Sterblichkeit der Kinder äußern, wodurch der Arbeitsmarkt zunächst nicht berührt wird.Google Scholar
  11. 1).
    Daß Ricardo ein Landgut besaß, spricht nicht für das Gegenteil. (Vgl. H. Dietzel, a. a. O. S. 44.) Wir haben in unserer Zeit auch Sozialdemokraten, die Millionäre sind. Wenn eine Politik jemanden reich gemacht hat, so ist der Reichtum kein Grund von der Politik abzufallen, die ihm noch mehr verheißt.Google Scholar
  12. 2).
    S. o. B. VI. S. 111.Google Scholar
  13. 1).
    Das ganze Bemühen der abstrakten Wirtschaftstheorie ist von vorae- herein, schreibt W. Wundt (Logik der Geisteswissenschaften, a. a. O. S. 553),.auf die exakte Definition der Begriffe gerichtet, und diese erzielt sie eben dadurch, daß sie diese Begriffe aus allen Verbindungen loslöst, in denen sie in der Wirklichkeit stets enthalten sind, und sie rein in bezug’ auf die in sie eingehenden wirtschaftlichen Faktoren betrachtet. Durdi solche Definitionen werden aber die wirtschaftlichen Begriffe untereinander in die mannigfaltigsten Beziehungen gebracht. Denn da in jedem Begriff, abgesehen von dem alle ändern tragenden der Wirtschaft selbst, gar keine Elemente eingeheri dürfen als solche, die an und für sich schon eine wirtschaftliche Bedeutung besitzen, so werden durch die Definitionen immer nur die Wirtschaftsbegriffe wechselseitig bestimmt“.Google Scholar
  14. 1).
    Sie hat schon ihre Vorgänger in Jevons, Walras und Gossen. Audi bei Thünen sind nicht unbedeutende Ansätze zu der Grenznutzentheorie zu finden.Google Scholar
  15. 2).
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  16. 1).
    K. Diehl, a. a. O. S. 286.Google Scholar
  17. 2).
    Von K. Menger entworfen, sorgfältig erläutert von Böhm in der positiven Theorie des Kapitals. 2. Aufl. 1902.Google Scholar
  18. 1).
    Vgl. oben A. V. S. 25.Google Scholar
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    K. Diehl, a. a. 0.Google Scholar
  20. 1).
    Lebenserinnerungen. 1892. S. 217.Google Scholar
  21. 1).
    Man vgl. dessen Buch, Das Geldproblem der Welt, deutsch 1921, das die Tatsachen des gegenwärtigen internationalen und nationalen Geldwesens mit abstrakten Erörterungen durchzieht, um sie in ihrer Kausalität verständlich zu machen. Das obige Zitat ist aus dem zweiten Kapitel.Google Scholar
  22. 2).
    Volkswirtschaftliche Harmonien, nach dem Französischen 1850. S. 46.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • A. Sartorius von Waltershausen
    • 1
  1. 1.Gauting bei MünchenDeutschland

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