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Goethe pp 3-88 | Cite as

Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand

  • Karl Credner
  • Georg Frick
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Zusammenfassung

Im April 1770 bezog Goethe die Universität Straßburg. Ein erst halb Genesener langte er am 2. April in der ehemaligen deutschen Reichsstadt an, die trotz der französischen Herrschaft sich ihre deutschoölkische Art bewahrt hatte. Die Übersiedlung in das Elsass bedeutete einen der wichtigsten Wendepunkte in Goethes Leben. Nicht nur, daß sich hier seine leibliche Gesundheit sehr rasch besserte und die Genesung ihm ein bisher unbekanntes Wohl- und Kraftgefühl mitteilte, er erfuhr zugleich durch den Umgang mit verschiedenen liebenswürdigen, tüchtigen und geistig hervorragenden Menschen eien außerordentliche Bereicherung seines Innenlebens. Schon die Tischgesellschaft, in die er durch Empfehlung geriet, zehn bis zwanzig vorwärtsstrebende junge Leute, die unter dem Vorsitz des Aktuars Joh. Dan. Salzmann, eines schon älteren Funggesellen, bei den Jungfern Lauth in der Knoblauchsgasse speisten, wirkte sehr fördernd auf ihn. Ein Erlebnis, dem sich in seinem bisherigen Leben an Tiefe nichts vergleichen konnte, brachte ihm seine Liebe zu Friederike Brion, der Tochter des Pfarrers zu Sesenheim. Goethe war im Oktober 1770 durch einen Freund in der Familie eingeführt worden, und rasch hatte sich zwischen dem kaum 21 jährigen Iüngling und dem eben erblühten 19 jährigen Mädchen ein überaus inniges Liebesverhältnis entwickelt, in dem Goethe zunächst sehr glücklich war. Aber nach und nach kam es ihm dich zum Bewußtsein, daß er mehr versprochen hatte, als er halten konnte, daß er sich unmöglich auf Lebenszeit an Friederike binden konnte. Dabei fand er nicht den Mut, dies offen auszusprechen. Innerlich zerrissen und zwiespältig nahm er schließlich von ihr Abschied, erst nach seiner Heimkehr von Frankfurt aus hat er das Verhältnis schriftlich gelöst. Aber noch lange trug er schwer an der Erinnerung des begangenen Unrechts.

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Notes

Literatur

Erläuterungen

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Geschichtsquelle

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1912

Authors and Affiliations

  • Karl Credner
    • 1
  • Georg Frick
  1. 1.Vereinigten Gymnasien Brandenburg a. H.Deutschland

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