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Die Planeten, Kometen und Meteore

  • Kasimir Graff
Chapter

Zusammenfassung

Die physische Beschaffenheit der Planeten und Monde, also der Schwesterwelten der Erde, hat von jeher in besonderem Maße die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf sich gelenkt, und man darf wohl behaupten, daß kein astronomisches Problem so oft und von so vielen Seiten behandelt worden ist, wie das vorliegende.1) Den geeignetsten Ausgangspunkt für die Betrachtungen würde zweifellos die Kosmogonie der Weltkörper, die die Sonne umkreisen und sie auf ihrer Bahn durch den Raum begleiten, bilden, doch ist uns darüber vorläufig erst außerordentlich wenig bekannt. Nach der schon mehrfach erwähnten Laplaceschen Anschauung war die Sonne ursprünglich weit über die Grenzen unseres Sonnensystems ausgedehnt und ist allmählich im Laufe unfaßbar großer Zeiträume zu ihrer jetzigen Größe zusammengeschrumpft. Bei dieser Zusammenziehung sind die Planeten abgetrennt worden, und ihre gegenwärtigen Entfernungen entsprechen annähernd den Durchmessern, die die Sonnenkugel zur Zeit der Abtrennung gehabt hat. Hält man an der Theorie, trotz sehr bedenklicher Mängel, die ihr anhaften, fest, so dürfen hieraus zwei Schlüsse gezogen werden. Die äußeren Planeten sind absolut genommen die ältesten, haben also die längste Entwicklungszeit hinter sich. Ferner sind sie aus Elementen zusammengesetzt, die sich in den äuf3eren Teilen des Sonnenballs befanden, die also wahrscheinlich spezifisch leichter waren, als die Materie, aus der die jüngeren und der Sonne näheren Weltkörper entstanden sind.; Zweifellos hängt aber die Lebensgeschichte eines Planeten nicht allein von der Zeit ab, sondern auch von seiner Masse. Je geringer diese ist, desto kürzer, je größer, desto länger ist ohne Frage die Dauer der Entwicklung vom sternartigen bis zum planetarischen Zustand gewesen. Daher braucht die relative Entwicklung der die Sonne umkreisenden Körper keineswegs von den inneren nach den äußeren fortzuschreiten, sondern kann in der Aufeinanderfolge auch Rückschläge oder Gruppenbildung aufweisen, für die jedoch in der angenommenen kosmogonischen Theorie keine Anhaltspunkte zu finden sind.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1928

Authors and Affiliations

  • Kasimir Graff
    • 1
  1. 1.Hamburger Sternwarte in BergedorfBergedorfDeutschland

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