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Gymnastik pp 64-70 | Cite as

Gleichgewichtsübungen

  • K. A. Knudsen

Zusammenfassung

Die Gleichgewichtsübungen sind, wie früher schon berührt, in nicht geringem Grade Behendigkeitsübungen, indem sie aus einer Menge wenn auch kleiner, reflektorischer Bewegungen bestehen, die genau zueinander passen sollen in bezug auf Stärke, Schnelligkeit und Zeitfolge. Die Unterstützungsfläche ist so klein, daß der Schwerpunkt des Körpers nicht still gehalten wird, sondern beständig hin- und herschwingt. Die Gelenke, in denen besonders Bewegungen geschehen, sind — vorausgesetzt, daß der Turner auf einem Bein steht — folgende: 1. Die Gelenke des Fußes. Diese machen Seitenbewegungen (Pronation und Supination). Die Muskeln an beiden Seiten des Fußgelenkes arbeiten dann, um sie zu verhindern und einzuschränken. Von den Muskeln, die das Beugen und Strecken hervorbringen (Dorsal- und Plantarflektion), wirken nur die Wadenmuskeln, da der Körper so viel nach vorn gehalten wird, daß er in dem Fußgelenk beständig vornüber fallen will. Die Muskeln an der Vorderseite brauchen deshalb nicht den Wadenmuskeln entgegenzuwirken. 2. Das Kniegelenk. In diesem können keine Seitenbewegungen geschehen, aber durch kleine Beugungen kann dieses Gelenk mit helfen, das Gleichgewicht zu bewahren. 3. Das Hüftgelenk. Der Körper ruht auf dem runden Kopf des Oberschenkels wie auf einem Zapfen, um den er sich nach allen Seiten hin bewegen kann. Der Kranz von Muskeln, die das Hüftgelenk umgeben, die größten und stärksten am ganzen Körper, müssen dann den Körper in senkrechter Stellung balancieren lassen. Besonders müssen die Abzieher und Anzieher arbeiten; denn es ist hier, wie im Fußgelenk, so, daß der Körper nach allen Seiten fallen will. Er ist nämlich so weit vorwärts geführt, daß es nicht möglich ist, daß er hintenüber fallen kann; er ruht also auf den Hüftgelenkstreckern, während die Hüftgelenkbeuger keine Arbeit haben. 4. Die Gelenke des Rückgrats. Das Rückgrat, besonders die bewegliche Lende, um die der Oberkörper schwingt, wie der ganze Körper um das Hüftgelenk, muß abgesteift werden. Hier ist es wieder derselbe Fall wie im Fuß- und Hüftgelenk, daß der Körper sich vornüber neigt. Es sind also die Rückenstrecker, die hier arbeiten, mit der Schwere als Gegengewicht. Dagegen schwingt der Oberkörper unaufhörlich von einer Seite zur anderen, und die Muskeln der beiden Seiten müssen in ständiger Wechselwirkung das Gleichgewicht aufrecht erhalten. 5. Die Schultergelenke. Die Arme machen schnelle Bewegungen zur Seite als kurze Balancierstangen, um dem Körper Gegengewicht zu verschaffen, wenn er fallen will.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

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  • K. A. Knudsen

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