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Gymnastik pp 44-55 | Cite as

Spannbeugungen

  • K. A. Knudsen

Zusammenfassung

Eine Spannbeuge und ein Rumpfbeugen rückwärts sehen einander auffallend ähnlich; einen Teil haben sie auch gemeinsam; aber richtig besehen, ist ein bedeutender Unterschied zwischen beiden. Bei einem freistehenden Rumpfbeugen rückwärts muß der Schwerpunkt die Füße treffen, je mehr also der Oberkörper rückwärts geht, desto mehr muß der Unterkörper vorwärts gehen. Das sieht man an den Beinen, welche schräg unter dem Körper stehen. Um in eine richtige spannbeugende Stellung zu kommen, muß man sich dagegen so rückwärts beugen, daß die Schwerpunktlinie den Boden hinter den Füßen trifft; man muß also, nachdem man ein kleines Rumpfbeugen rückwärts gemacht hat (oder richtiger den Anfang dazu: ein starkes Strecken rückwärts in Verbindung mit tiefem Einatmen), gegen die Sprossen fallen. Der Lehrer kann leicht an der Stellung der Beine sehen, ob dieser Fall gemacht worden ist; entweder stehen die Beine schräg von der Sprossenwand ab, und der Schüler hat diese durch ein gewöhnliches Rumpfbeugen rückwärts erreicht und stützt sich nur ganz lose daran; oder die Beine stehen mehr oder weniger schräg gegen die Sprossenwand; er hat sich dann gegen diese fallen lassen und ist genötigt, sich gegen sie zu stützen, um sich in der Stellung aufrechthalten zu können. Man kann sich auch in anderer Weise davon überzeugen, daß ein Unterschied vorhanden ist. Bei einem Rumpfbeugen rückwarts wird der Oberkörper allein von den Bauchmuskeln getragen; der Brustkasten ist durch ihren Zug abwärts befestigt, so daß es einem schwer wird zu atmen, und versucht man zu reden, so kann es nur mit Schwierigkeit geschehen. Im Spannbeugen atmet man dagegen ziemlich frei, und es fällt einem leicht, zu sprechen. Dieser Unterschied zeigt, daß die Arbeit, den Körper zu tragen, von den Bauchmuskeln auf die Rückenmuskeln übertragen ist.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

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  • K. A. Knudsen

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