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Autosuggestionen

  • E. Trömner
Chapter
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Part of the Aus Natur und Geisteswelt book series (NAG, volume 199)

Zusammenfassung

Das Studium der Suggestion hat nun auch im abnormen Seelenleben Erscheinungen kennen gelehrt, deren Art und Auftreten so sehr den geschilderten entsprechen, daß man sie auf Suggestionen zurückführt, welche im Gehirn spontan entstehen, bzw. Durch äußere Wahrnehmungen angeregt warden. Ich sage einem suggestible Menschen: „Sie gähnen!“ und er gähnt, oder: „Sie warden übel!“ oder: „Sie fühlen Jucken!“ od. dgl.; aber in seinem Gehirn kann auch von selbst (spontan) die Idee auftauchen: „Jetzt muß ich gähnen!“. In dem Falle wäre das Gähnen durch Auto- oder Selbstsuggestion bewirkt. Im Grunde genommen muß ja jede Fremdsuggestion zur Gelbstsuggestion warden, wenn sie Wirkungen entfalten soll. Sie mußinnig — ideoplastisch nach Durand — vom Gehrn aufgenommen, assimiliert warden. Die Autosuggestion erwächst nun ohne Einführung von außen. Auch sie kann als reine Vorstellung auftreten; z. B. kann die Vorstellung: „Jetzt werde ich müde!“ oder: „Jetzt werde ich schwindlig!“ jemanden beim Spazierengehen befallen und dementsprechend wirken. Sie bildet sich nicht auf gesunden Denkwegen, sondern gewissermaßen als Widersinn oder übertragung oder als falsche Deutung körperlicher Wahrnehmungen.

Notes

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • E. Trömner
    • 1
  1. 1.Nervenarzt in HamburgDeutschland

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