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Das Webersche Gesetz

  • Martin Schips
Chapter
Part of the Mathematisch-Physikalische Bibliothek book series (MAPHBI, volume 42)

Zusammenfassung

Das nach seinem Entdecker Ernst Heinrich Weber (1795–1878) von Fechner so genannte Webersche Gesetz hat zum Gegenstand die Beziehung zwischen einer Empfindung und dem Reiz, welcher sie auslöst. Daß eine solche Beziehung tatsächlich besteht, lehrt unsere tägliche Erfahrung; denn wir sind befähigt, den Kraftaufwand ziemlich sicher zum voraus abzuschätzen, welchen wir zur Erzielung eines bestimmten Effektes mit unserer Muskelarbeit leisten müssen. Mit zunehmender Übung gelingt es immer leichter, verschieden schwere Körper mit richtig bemessener Kraftausgabe an dasselbe Ziel zu werfen oder den Stimmbändern des Kehlkopfes diejenige Spannung zu erteilen, bei welcher dieselben durch die Atemluft in die einer bestimmten Tonhöhe entsprechende Zahl von Schwingungen versetzt werden. Diese Vorgänge lassen sich nur verstehen, wenn zwischen den physikalischen Kräften der Außenwelt und den in den Sinnesorganen von ihnen ausgelösten Prozessen ein bestimmtes Abhängigkeitsverhältnis existiert. Es muß sich demnach die Empfindung als eine Funktion des Reizes darstellen lassen.

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Literatur

  1. 1).
    Ein Analogem bietet das Bernoullische Gesetz, welches besagt, daß die über einen Güterzuwachs empfundene Befriedigung der Masse der bereits besessenen Güter umgekehrt proportional ist.Google Scholar
  2. 2).
    Ob diese Voraussetzung zutreffe oder nicht, ist eine immer noch nicht endgültig entschiedene Frage; es muß die Möglichkeit offengelassen werden, daß die einzelnen Empfindungszu-wüchse nicht konstant sind, sondern nach einem bestimmten Gesetze zu- oder abnehmen. Es würde sich dann für die Empfindung eine andere als die von Fechner abgeleitete logarithmische Funktion des Reizes ergeben.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Martin Schips
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

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