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Der Grundgedanke von Einsteins spezieller Theorie

  • Josef Winternitz
Part of the Wissenschaft und Hypothese book series (WH, volume 23)

Zusammenfassung

Nach der Theorie des ruhenden Äthers und dem Gesetz der Addition der Geschwindigkeiten, das sich aus der Galilei-Transformation ergibt, müßte das Licht in jedem im Äther bewegten System nach den verschiedenen Richtungen hin verschiedene Geschwindigkeiten haben in Abhängigkeit von der Richtung der Bewegung durch den Äther. Da man die Bewegung der Erde um die Sonne naturgemäß auch als Bewegung im Äther ansah, kam man daher zu der Folgerung, daß sich die Geschwindigkeit dieser Bewegung im Äther direkt durch optische Experimente bestimmen lassen müßte.

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Referenzen

  1. 1.
    Praktisch läßt sich natürlich eine Gleichheit, die der hier notwendigen Genauigkeit entspricht, nicht erzielen. Das ist aber unwesentlich. Das Experiment wird tatsächlich so durchgeführt, daß einmal der eine, dann der andere Arm in die Richtung der Erdbewegung kommt. Wir nehmen hier nur zur Vereinfachung der Rechnung völlige Gleichheit an.Google Scholar
  2. 2.
    Nich-Mathematiker wundern sich manchmal, daß das Licht beim Hin- und Hergang in der Bewegungsrichtung mehr Zeit (math) braucht als bei ruhendem Apparat (math). Aber wenn es dem Spiegel nachläuft, hat dieser doch offenbar mehr Zeit davonzulaufen als umgekehrt zum Entgegenkommen.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. oben Anm. 2 auf der vorangehenden Seite.Google Scholar
  4. 4.
    Wenn Einstein später (1920) in seiner Leidener Rede „Äther und Relativitätstheorie“ den Namen „Äther“ für das Gravitationsfeld vorgeschlagen hat, so bedeutet das natürlich keine Rückkehr zur „Äthervorstellung“; denn dieser „Äther“ hat, wie Einstein hervorhebt, auch keine mechanischen Eigenschaften.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. dazu im folgenden Kap. IX § 11 ff.Google Scholar
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    Über die Problematik dieses Begriffes vgl. im folgenden Kap. VII § 12.Google Scholar
  7. 7.
    Obschon nach der Relativitätstheorie der Uhrengang durch Bewegung verzögert wird, ließe sich doch prinzipiell die Zeitmessung durch Uhren-transport regulieren, weil man die Störung durch entsprechende Langsamkeit der Bewegung beliebig gering machen kann. Dieses Verfahren maßte genau zur gleichen Bestimmung der Gleichzeitigkeit führen wie das mit den Lichtsignalen, sonst wäre die Relativitätstheorie freilich widerspruchsvoll. Es gibt aber auch gar keinen Grund a priori, warum die Uhrentransportmethode zu einer absoluten Bestimmung der Gleichzeitigkeit fuhren sollte. Damit fällt auch der von H. Dingler in seinem Nauheimer Vortrag (Phys. Zeitschr. 1920) erhobene Einwand, die Relativitätstheorie verstoße gegen den Grundsatz der Unabhängigkeit des Geschehens von Raum und Zeit, weil sie die Zeitregulierung durch Uhrentransport verschmähe.Google Scholar
  8. 8.
    H. Poincaré, „La Mesure de Temps.“ Revue de Métaphysique et Morale 1898.Google Scholar
  9. 9.
    Diesen Gedanken hat H. Reichenbach sehr klar dargelegt in seiner Schrift „Relativitätstheorie und Erkenntnis a priori“. Berlin 1920, Springer.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1923

Authors and Affiliations

  • Josef Winternitz
    • 1
  1. 1.PragTschechische Republik

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