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Der absolute Raum in der Physik

  • Josef Winternitz
Part of the Wissenschaft und Hypothese book series (WH, volume 23)

Zusammenfassung

Während man gewöhnlich, der historischen Entwicklung der Physik folgend, den Begriff der absoluten Bewegung als selbstverständlich zugrunde legt und dann die größte Mühe hat, etwas so Natürliches wie die Relativität aller räumlichen und zeitlichen Bestimmungen klar zu machen, stehen wir, da wir bei der logischen Entwicklung des Problems umgekehrt von dem allgemeinen Relativitätsgedanken unseren Ausgang genommen haben, nun vor der Aufgabe, verständlich zu machen, wie in der Physik, einer Tatsachenwissenschaft etwas, was den Tatsachen so fremd ist wie das metaphysische Gespenst des Absoluten, zu unbestrittener Herrschaft gelangen konnte.

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Referenzen

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    Vgl. Enriques, „Probleme der Wissenschaft“ S. 401.Google Scholar
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    Da wir das Problem der Zeitbestimmung erst später behandeln, können wir die Geschwindigkeit hier nur ihrer Richtung nach betrachten. Beschleunigung kann bekanntlich auch in bloßer Richtungsänderung ohne Änderung des Betrages der Geschwindigkeit bestehen. Das Problem läßt sich daher auch unabhängig von dem der Zeitmessung formulieren.Google Scholar
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    Abgesehen natürlich von den später zu besprechenden „Trägheitskräften“, die eben nach Newton bloße „Scheinkräfte“ sind.Google Scholar
  5. 5.
    Ich erwähne das, damit man nicht etwa meine, diese Folgerung gelte nur unter Voraussetzung des Galilei-Newtonschen Zusammenhanges zwischen bewegten Systemen, der ja schon nach der speziellen Relativitätstheorie aufzugeben ist.Google Scholar
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    Die Addition erfolgt bei verschieden gerichteten Geschwindigkeiten bebekanntlich nach der „Parallelogrammregel“ (Vektoraddition).Google Scholar
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    Das ist eine der vielen Stellen, wo deutlich ins Auge springt, von welchen apriorischen Voraussetzungen der Physiker ausgeht.Google Scholar
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    Für Medien mit von I verschiedenem Brechungskoeffizient ergab sich allerdings ein Einfluß der Bewegung auf die Lichtgeschwindigkeit, aber so, daß sich nur ein Bruchteil der Geschwindigkeit zu der im ruhenden Medium addiert. Fresnel leitete diesen „Mitführungskoeffizienten“ zwar aus gewissen Voraussetzungen theoretisch ab, aber es gab keine befriedigende physikalische Vorstellung, die das hätte erklären können. Für die Betrachtung des Bewegungsproblems wollen wir uns hier auf Luft als Medium beschränken.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1923

Authors and Affiliations

  • Josef Winternitz
    • 1
  1. 1.PragTschechische Republik

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