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Wirtschaft und Idealismus

  • Walter Goetz
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Zusammenfassung

Die Wirtschaft erscheint als das Gebiet des Materiellen. In ihren Erzeugnissen ist sie das unzweifelhaft, aber zur Hervorbringung dieser materiellen Güter ist Geist in irgendwelcher Form die unentbehrliche Voraussetzung. Selbst die primitivste Wirtschaft ist der Ausdruck eines vorhandenen geistigen Zustande. Der materialistischen Geschichtsanschauung, die im Wirtschaftsleben ein für sich bestehendes Gebiet erkennen wollte, ist längst mit gutem Recht entgegengehalten worden, daß hinter aller Wirtschaft der schaffende Mensch steht, der nicht mechanisch, nicht unter dem Zwang wirtschaftlicher Naturgesetze, sondern denkend und unter verschiedenen Möglichkeiten sich entscheidend seine Aufgabe löst. Wohl sind bestimmte Voraussetzungen der Natur gegeben, aber dem menschlichen Handeln bleibt ein breiter freier Spielraum, und das wirtschaftliche Geschehen ist zuletzt überall durch den Menschen bestimmt. Es wächst aus alter Überlieferung oder aus neuer Idee, aus Wagemut oder starrem Festhalten am Gewohnten, aus Fleiß oder Lässigkeit hervor. Aber da dieses Ideelle im Anfang der Kulturentwicklung und auch später oft in erster Linie aus nüchternem Erhaltungstrieb oder aus wohlberechnetem Erwerbssinn hervorgeht, so könnte man schließen, der Materialismus als Gesinnung sei doch das Treibende in allem Wirtschaftsleben. Der Idealismus scheint sein Reich erst zu beginnen, wo das Wirtschaftliche sich mit höheren Elementen verbindet: wo aus dem Gewerbe sich Kunstgewerbe, wo aus Handwerk sich Kunst entwickelt, überall also wo das Nützliche sich zum Schönen zu gestalten strebt oder wo Vorbilder geschaffen werden sollen.

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Notes

Hinweis

  1. 1).
    Alfred Giesecke, Wirtschaftsleben, Idealismus und Schule (Neue Jahrbb. für Pädagogik, Bd. 38, 1916, II. Abt., S. 500–503).Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1928

Authors and Affiliations

  • Walter Goetz

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