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Integrationspädagogik

  • Annedore Prengel
Part of the Reihe Schule und Gesellschaft book series (SUGES)

Zusammenfassung

Die schulische und gesellschaftliche Nichtaussonderung von Menschen mit Behinderungen ist das Ziel der Integrationspädagogik. Im Verständnis dieser Bewegung meint Integration das gemeinsame Lernen aller, von geistig behinderten bis hin zu sehr guten Schülerinnen und Schülern und schließt Kinder mit allen Arten von Behinderung, also auch blinde, gehörlose, körperbehinderte und schwermehrfachbehinderte Kinder mit ein. In Integrationsklassen1 werden seit Ende der siebziger Jahre zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Schulwesens geistig Behinderte in den Unterricht der Regelschule aufgenommen. Integration ist darum nicht mißzuverstehen als gelegentliches Zusammensein, z.B. bei Festen und Feiern, oder als Begegnung mit ‘gruppenfähigen’ Behinderten in Situationen, in denen Hilfeleistungen der Nichtbehinderten die Kommunikation bestimmen würden. Ein anderes Mißverständnis wäre die Gleichsetzung von Integration mit kompensatorischer Förderung, die Behinderung beseitigen und zum Mitkommen in der homogenen Jahrgangsklasse befähigen möchte.

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Hinweise

  1. 6.
    Überblicke über den Stand der Integrationspädagogik in den Bundesländern finden sich bei Irene Demmer-Dieckmann: Zum Stand der Realisierung schulischer Integration im Schuljahr 1987/1988 in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin, in: Behindertenpädagogik 1/1989, 49-97; Prengel 1990b; Karl Höhn: Integration in den Bundesländern, in: Deppe-Wolfinger/ Prengel/ Reiser 1990, 47-146; ein Überblick, der nach der Wiedervereinigung die neuen Bundesländer miteinbezieht, wurde von Peter Heyer u.a. vorgelegt: Aktueller Stand der Integration in den Bundesländern, in: Die Grundschulzeitschrift 58/1993, 22–25.Google Scholar
  2. 8.
    Manfred Rosenberger: Eltern kämpfen gegen die Aussonderung ihrer Kinder, in: Demokratische Erziehung l/1986a, 28–31; ders.: Der Berliner Verein ‘Eltern für Integration’ — ein Modell für eine Landesarbeitsgemeinschaft, in: GEW (Hg.): Integration fördern statt behindern, Frankfurt 1986b, 46.Google Scholar
  3. 20.
    Wocken 1987b; Prengel 1990a, 209ff; Urs Haeberlin: Die Integration von leistungsschwachen Schülern. Ein Überblick über empirische Forschungsergebnisse zu Wirkungen von Regelklassen, Integrationsklassen und Sonderklassen auf ‘Lernbehinderte’, in: Zeitschrift für Pädagogik 2/1991, 167–189.Google Scholar
  4. 41.
    Alexander Bardorff: Integration geistig Behinderter in den USA unter besonderer Berücksichtigung von Schule und Gemeinde. Unveröffentl. Diplomarbeit, Frankfurt 1986; Georg Theunissen: Möglichkeiten und Grenzen der Integration hospitalisierter schwergeistig-und mehrfachbehinderter Erwachsener in die Gemeinde — dargestellt und ausgewertet am Beispiel der Rheinischen Heime, in: Behind ertenpädaeoßik 2/1987, 138ff.Google Scholar
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    Alfred Sander: Zum Problem der Klassifikation in der Sonderpadagogik: bin ökologischer Ansatz, in: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 1/1985, 15–31; ders. 1988a.Google Scholar
  6. 76.
    Hauptvertreter dieser Richtung ist der Bremer Integrationsforscher Georg Feuser, der sein Konzept in mehreren Forschungsbereichen und Aufsätzen ausführlich vorgestellt hat; vgl. Georg Feuser: Integration — die gemeinsame Tätigkeit (Spielen/ Lernen/ Arbeit) am gemeinsamen Gegenstand/Produkt in Kooperation von behinderten und nichtbehinderten Menschen, in: Behindertenpädagogik 2/1982, 86–105; Feuser/ Heike Meyer: Integrativer Unterricht in der Grundschule — Ein Zwischenbericht, Solms-Oberbiel 1987.Google Scholar
  7. 82.
    Vgl. die zusammenfassende Darstellung von Helmut Reiser/ Gabriele Klein/ Gisela Kreie/ Maria Kron: Integration als Prozeß, in: Sonderpädagogik Vierteljahresschrift 3–4/1986, 115–122, 154-160.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Annedore Prengel
    • 1
    • 2
  1. 1.Universität-Gesamthochschule PaderbornDeutschland
  2. 2.Netzwerk FrauenforschungUniversitäten von Nordrhein-WestfalenDeutschland

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