Advertisement

Zur Theorie und Geschichte von Gleichheit und Verschiedenheit

  • Annedore Prengel
Part of the Reihe Schule und Gesellschaft book series (SUGES)

Zusammenfassung

Gleichheit und Verschiedenheit sind interdisziplinäre Begriffe, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Feldern Anwendung finden. Als solche sind sie, auch wenn sie in dieser Arbeit als genuin bildungstheoretische Begriffe verwendet werden, nur im Kontext ihrer Wechselbeziehungen mit allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen zu verstehen. Die Rollen, die solche Begriffe in einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen spielen, waren selbstverständlich immer auch historischer Veränderlichkeit unterworfen. Deshalb werden in diesem Kapitel, nach einer einleitenden begrifflichen Selbstverständigung, im zweiten Abschnitt historische Aspekte von Gleichheit und Differenz untersucht. Über die begriffsgeschichtliche Bestimmung hinausweisend, werden im darauffolgenden Abschnitt aktuelle philosophische Diskussionen zur Dialektik von Gleichheit und Differenz daraufhin befragt, welche Impulse sie einer Pädagogik der Vielfalt geben können. Anschließend stehen Intersubjektivitätstheorien im Mittelpunkt, da sie zum Verständnis der Bedingungen von Beziehungen zwischen verschiedenen Subjekten beitragen können. Schließlich wird im letzten Teil die Theorie intersubjektiver Anerkennung im Hinblick auf die Funktionen des Bildungssystems, vor allem auf die Probleme der Selektionsfunktion, diskutiert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Hinweise

  1. 3.
    Gustav Radbruch: Rechtsphilosophie, Stuttgart 1950, 126. Vgl. auch Ute Gerhard: Menschenrechte auch für Frauen — der Entwurf der Justiz Olympe de Gouges, in: Kritische Justiz 2/1987, 127–140 und dies.:Gleichheit ohne Angleichung. München 1990.Google Scholar
  2. 5.
    Albert Menne: Identität, Gleichheit, Ähnlichkeit, in: Ratio 4/1962, 48.Google Scholar
  3. 29.
    Vgl. Benhabib/ Nicholson 1987, 526; Barbara Schaeffer-Hegel: Vater Staat und seine Frauen über den Beitrag der politischen Philosophie zum Ausschluß der Frauen aus der Politik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung ‘Das Parlament‘, B42/1988, 20–42. In diesem Aufsatz findet sich ein Überblick zur Ausgrenzung der Frauen aus dem »Allgemeinen« der okzidentalen politischen Philosophie mit weiterführenden Literaturangaben, u.a. auch zu den Differenzen zwischen Platon und Aristoteles sowie eine Auseinandersetzung mit in Piatons Werk vorfindlichen egalitären Vorstellungen, die nicht etwa die Gleichstellung der Frauen intendieren (vor allem 21f).Google Scholar
  4. 82.
    Theorien, die Heterogenität als unüberschreitbar ansehen, werden darum hier nicht weiter diskutiert (das Problem fand lediglich Erwähnung als Teil der Auseinandersetzung zwischen Lyotard und Welsch). Für die interessante Diskussion der Autopoiesis-Theorie muß an dieser Stelle ein weiterführender Literaturhinweis genügen: Regine Reichwein: Die Funktionalisierung des Verdrängten im Konzept der Autopoiese, in: Gestalt-Therapie, 1/1989, 30–46.Google Scholar
  5. 95.
    Vgl.: Adreano Milani-Comparetti: Grundlagen der Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in Italien, bearbeitet von Helmut Reiser, in: Behindertenpädagogik 3/1987, 227–234.Google Scholar
  6. Jutta Schöler: Die Arbeit von Milani-Comparetti und ihre Bedeutung für die Nicht-Aussonderung behinderter Kinder in Italien und in der Bundesrepublik Deutschland, in: Behindertenpädagogik 1/1987, 2–16.Google Scholar
  7. 97.
    Vgl. Jessica Benjamin: Die Fesseln der liebe: Zur Bedeutung der Unterwerfung in erotischen Beziehungen, in: Feministische Studien 2/1985, 29 und dies.: Die Fesseln der Liebe, Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der acht, Frankfurt 1990.Google Scholar
  8. 101.
    Axel Honneth: Integrität und Mißachtung. ürundmotive einer Moral der Anerkennung, in: Merkur 501/1990, 1043–1054 und ders.: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, Frankfurt 1992.Google Scholar
  9. 110.
    Klaus Hurrelmann: Der politische Protest des ‘unteren Drittels’. Gedanken über die Ursachen der Gewalt gegen Ausländer, in: Pädagogik 2/1993, 39–44.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Annedore Prengel
    • 1
    • 2
  1. 1.Universität-Gesamthochschule PaderbornDeutschland
  2. 2.Netzwerk FrauenforschungUniversitäten von Nordrhein-WestfalenDeutschland

Personalised recommendations