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Das Kunstwerk

  • Johannes Balve
Part of the DUV Sprachwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Döblin differenziert zwischen zweierlei musikalischen Tendenzen. Während Fuge und Lied sich in apollinisch erstarrter Gestalt präsentieren (79f.), “stürmen” die ’offenen Formen’ “ans Meer zurück” (81):

“... ich erinnere Dich an die unendliche Melodie. Hier scheint ein völliger Zerfall der Bindung eingetreten (...). Jedoch herrscht auch in den frei (e)sten dieser offenen Gebilde ein Zusammenhang, jedoch nun nicht mehr der, auf dessen Boden die Fuge und das Lied erwächst (...). Hier wirft sich die Wirklichkeit gewaltig der Musik an die Brust.” (80f.)

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Literatur

  1. 1.
    Döblin nimmt nicht Partei in dem Streit, der die Musiktheorien des 19. Jahrhunderts in zwei feindliche Lager gespalten hatte: auf der einen Seite die Vertreter einer absoluten Musik im Gefolge des Musikkritikers Hanslick (s. hierzu: Eduard Hanslick: Vom Musikalisch Schönen (zuerst 1854). Darmstadt, 1981), auf der anderen Seite die Anhänger der Wagner-Partei.Google Scholar
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    Diese Unterscheidung der dichterischen von der alltäglichen Sprache nahm in ähnlicher Weise Viktor Sklovskij vor. In der Befreiung von den Automatismen des gewöhnlichen Sprachgebrauchs sieht dieser die Aufgabe dichterischer Sprache. Viktor Sklovskij: Die Kunst als Verfahren (zuerst 1916). In: Jurij Striedter (Hg.): Russischer Formalismus. Bd. 1 München, 1969Google Scholar
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    Allerdings ist die für die modernen ästhetischen Theorien zentrale Definition des offenen Kunstwerks so neu auch wieder nicht. Sie war schon ein Theorem romantischer Kunstkritik. S. Walter Benjamin: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. Gesammelte Schriften. Hg. v. R. Tiedemann u. H. Schweppenhäuser. Bd. I, 1, Frankfurt/M., 1974.Google Scholar
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    Mehrdeutigkeit muß nicht Mimesis ausschließen, wie C. Bode in seiner Studie zur ’Ästhetik der Ambiguität’ meint (a. a. O., S. 56 ff.), sofern sie nur die Reproduktion der Inhalte und nicht die ästhetische Struktur betrifft.Google Scholar
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    “Nun höre ich am Sonnabend Chopin, besser Herrn Ignaz Friedman. Man lese in meiner ’Kalypso’ nach, wie die Beziehung des Vorführers zum Komponisten zu fassen ist. Die Sängerin singt, weil sie eine Stimme hat, nicht weil es Mozart ist. Mozart ist Stoff, Kunst muß entmaterialisieren; Spiritismus von hinten.” A. D.: Konzerte (24. 11. 1910). Kl. S., S. 92Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1990

Authors and Affiliations

  • Johannes Balve

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