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Das Ich in und über der Natur

  • Johannes Balve
Part of the DUV Sprachwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Wie die meisten philosophischen Irrtümer auf solchen der Sprache beruhen34, so auch der von der zentralen Stellung des Ich, an welcher noch festgehalten wurde, als sie gemessen an den Erkenntnissen der modernen Wissenschaften längst obsolet geworden war. Aus sprachkritischer Sicht beruht der Fortbestand des egozentrischen Weltbildes auf der Persistenz der grammatikalischen Struktur, in der das Ich die erste Stelle einnimmt35.

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Literatur

  1. 33.
    IN, S. 230Google Scholar
  2. 34.
    S. Ludwig Wittgenstein: Tractatus logicophilosophicus (zuerst 1921). Frankfurt/M., 1969; S. 32f.; Nr. 4. 003, 4. 0031.Google Scholar
  3. 35.
    Die philosophischen Wurzeln des ich-zentrierten Denkens sind nicht erst bei Descartes, sondern schon in der Antike zu suchen. S. Eugen Rosenstock-Huessy: Die Sprache des Menschengeschlechts. 1. Bd., Heidelberg, 1963; S. 419, 753f.Google Scholar
  4. 36.
    Mach, ein wichtiger Wegbereiter dieser Entwicklung, hatte ein Buch über Psychologie für Mediziner geschrieben, das Döblin gelesen haben könnte. Ernst Mach: Compendium der Physik für Medianer. Wien, 1863Google Scholar
  5. 37.
    Erkenntnistheoretisch in Frage gestellt wurden idealistische wie materialistische Bewußtseinsdefinitionen durch den Neukantianismus. S. Heinrich Rickert: Psychophysische Causalität und psychophysischer Parallelismus. Tübingen, 1900; S. 22ff.Google Scholar
  6. 38.
    S. Bergsons ‘matière et mémoire’, zit. n. der Jenaer Ausgabe, die Döblin wahrscheinlich gelesen hat. Henri Bergson: Materie und Gedächtnis. Jena, 1908; S. 244Google Scholar
  7. 39.
    Johann Gottlieb Fichtes Sämmtliche Werke. Hg. v. LH. Fichte. 1. Abtl., 1. Bd., Berlin, 1845; S. 96; S. 137Google Scholar
  8. 40.
    Fichtes Grundsätze stehen oder fallen mit dem Postulat eines einheitlichen Bewußtseins. S. den Beweis des 3. Grundsatzes der Wissenschaftslehre. A. a. O., S. 105ff.Google Scholar
  9. 41.
    Im absoluten Ich fallen das empirische, jeweils setzende Ich und das die Gesamtheit der Erkenntnisgegenstände umfassende Nicht-Ich zusammen.Google Scholar
  10. 42.
    S. Walter Benjamin: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. Gesammelte Schriften. Hg. v. R. Tiedemann u. H. Schweppenhäuser. Bd. I. l. Frankfurt/M., 1974; S. 18–25. S. a. Friedrich Hölderlins Kritik (Werke und Briefe. Hg. v. F. Beißner und J. Schmidt. Bd. 2; Frankfurt/M., 1969; S. 838) und Clemens Brentanos Satire (Werke. Hg. v. F. Kemp. 2. Bd., München, 1963; S. 1006). Fichte hat selbst die Grenzen seines Systems und transzendentalphilosophisch damit auch die der menschlichen Vernunft erkannt und definiert. Fichte, a. a. O., I. Bd., S. 281.Google Scholar
  11. 43.
    Ernst Mach: “Bei der Häufigkeit analoger Vorkommnisse gewöhnt man sich endlich, alle Eigenschaften der Körper als von bleibenden Kernen ausgehend, durch Vermittlung des Leibes dem Ich beigebrachte ’Wirkungen’, die wir Empfindungen nennen, anzusehen. Hiermit verlieren aber diese Kerne den ganzen sinnlichen Inhalt, werden zu bloßen Gedankensymbolen.” E. M: Die Analyse der Empfindungen (zuerst 1885). Jena, 1918; S. 9f..Google Scholar
  12. 44.
    Mach: “In der sinnlichen Sphäre meines Bewußtseins ist jedes Objekt zugleich physisch und psychisch.” A. a. O., S. 36Google Scholar
  13. 45.
    Mach: “Später aber zeigt sich (...), daß das Recht, ABC... (der Empfindungskomplex, der der Dingwelt entspricht, J. B.) zum Ich zu zählen, nirgends aufhört. Dementsprechend kann das Ich so erweitert werden, daß es schließlich die ganze Welt umfaßt.” Ebd.Google Scholar
  14. 46.
    Aus diesem Grund lehnt auch Fichte das Kantische ’Ding an sich’ ab.Google Scholar
  15. 47.
    Von Bergsons Wahrnehmungstheorie (matière et mémoire) unterscheidet sich Döblins Konzeption durch ihre transzendentalphilosophische Relativierung. Für Döblin sind Erscheinungswelt und Weltwesen nicht identisch.Google Scholar
  16. 48.
    S. Döblins medizinische Arbeit über Aufmerksamkeitsstörungen. Lüth, a. a. O., S. 57ff. In der Beziehung des Erkennenden zu seinen Gegenständen gründen nach Ernst Mach alle physikalischen und psychischen Qualitäten der Erscheinungswelt. Mach: Die Analyse der Empfindungen. A. a. O., S. 14, 16f.Google Scholar
  17. 49.
    A. D.: Das Ich über der Natur (IN). Berlin, 1927; S. 163. Der Beginn mit dieser Arbeit — 1905! — (s. Louis Huguet: Bibliographie Alfred Döblin. Berlin/ Weimar, 1972; S. 36, Nr. 104) fällt mit dem Zeitpunkt der Ausarbeitung der ’Gespräche’ zusammen.Google Scholar
  18. 50.
    In ’Das Ich über der Natur’ unterscheidet Döblin zwischen ’Egoismus’ und ’Privatheit’. IN, S. 167Google Scholar
  19. 51.
    S. Textvar. 107, 34–109, 13 (Hn).Google Scholar
  20. 52.
    Reminiszenzen an die Fichte’sche Philosophie finden sich bei Döblin auch noch in später verfaßten Schriften. Aufschlußreich ist schon die Wortwahl im folgenden Zitat aus dem Aufsatz ’Die Dichtung, ihre Natur und ihre Rolle’ (1950): “Wie steht es allgemein um das Heraustreten eines Ichs? Allgemein: was ist die Tat?” “Nun muß ich mich an die große umfassende Frage heranwagen, nun muß ich mich an das ’Ich’ heranwagen und fragen: wie wird es überhaupt zum Nicht-Ich, — und was und wieviel vom Ich wird und kann Nicht-Ich werden?” A. Z. L., S. 249Google Scholar
  21. 53.
    Bei Schopenhauer erfährt der Weltwille im principium individuationis seine höchste Emanation. Vom Standpunkt des Willens betrachtet sind Tathandlung und Leiden identisch. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Zürcher Ausgabe. Werke in 10 Bänden. Bd. II, Zürich, 1977; S. 441.Google Scholar
  22. 54.
    Bei Nietzsche heißt es: “Das ’Ich’ unterjocht und tödtet: es arbeitet wie eine organische Zelle: es raubt und ist gewaltthätig. Es will sich regeneriren — Schwangerschaft. Es will seinen Gott gebären und alle Menschheit ihm zu Füßen sehen.” Nietzsche Werke. A. a. O. 7. Abtl., 1. Bd. (1977). (Nachgelass. Fragm. Juli 1882 — Winter 1883/4.) S. 10.Google Scholar
  23. 55.
    Insbesondere in dem zuletzt entstandenen Teil der ’Gespräche’ (vor allem im 9. Gespräch) wird immer wieder die Einbindung des Menschen in die Welt betont. 56 IN, S. 11Google Scholar
  24. 57.
    IN, S. 43ff. Döblin dehnt das Prinzip der Angleichung auch auf die nichtorganische Natur aus. Daher auch der Titel: Das ’Ich über der Natur’.Google Scholar
  25. 58.
    IN, S. 44; Klinkert, die Figur in Döblins Roman ’Der neue Urwald’, die den rücksichtslosen Tatwillen verkörpert, stellt sich die Menschen als Speisen vor, “die man auf einem großen Tablett heranträgt.” A. D.: Amazonas. 3. Teil: Der neue Urwald. Olten/ Freiburg i.B., 1988; S. 86. Über Aspekte “gefräßiger” Wahrnehmung s. Gert Mattenklott: Der übersinnliche Leib. Hamburg, 1982; S. 78ff..Google Scholar
  26. 59.
    “Ich bin ein abgegrenztes, sich ständig abgrenzendes Wesen. Ich — stehe — das scheint nun der Sinn dieser Abgrenzung zu sein -, statt mit der Welt mich zu verbinden — der ganzen Welt gegenüber! Da ist keine Umwelt. Da ist Ich und die Welt.” IN, S. 163Google Scholar
  27. 60.
    IN, S. 166Google Scholar
  28. 61.
    IN, S. 174Google Scholar
  29. 62.
    In ’Das Ich über der Natur’ wird auch das einsame Ich als ’Aktions-Ich’ bezeichnet. IN, S. 165Google Scholar
  30. 63.
    Dieses Ich drängt zurück zur Natur: “So ist alle Bewegung in der zeitlichen Welt ein Tasten und Suchen der Ichs, zueinanderzufinden und sich, ihr Individuelles, aufzugeben.” IN, S. 168. Naturphilosophisch formuliert Döblin, was von Freud als Todestrieb bezeichnet wird. S. Sigmund Freud: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. In ders.: Gesammelte Werke. Bd. 15, London, 1940; S. 114f. u. ders.: Jenseits des Lustprinzips. A. a. O., Bd. 13, S. 40ff..Google Scholar
  31. 64.
    In ’Das Ich über der Natur’ korrigiert Döblin diese Auffassung: “Der Mord liegt nicht auf dem Weg der Liebe.” IN, 129. Dennoch wird der Grundgedanke, die Liebe sei eine Form des Zerstörungstriebes, nicht ganz aufgegeben: “Man könnte sagen: die Liebe ist das Rudiment eines Ernähungstriebes, oder der Ansatz dazu.” Ebd.Google Scholar
  32. 65.
    Naturphilosophisch wird diese Überlegung mit der Notwendigkeit der Neuformungen des Lebens begründet. IN, S. 132Google Scholar
  33. 66.
    Mit dem gemeinsamen Liebestod endet auch die Erzählung ’Die Segelfahrt’. (A. D.: Ermordung einer Butterblume. Ausgew. Erzählungen 1910–1950. Hg. v. W. Muschg. Olten/Freiburg i.B., 1962; S. 7–16.) Zum gewalttätigen Extrem ausgestaltet wird dieses Thema in dem Roman ’Der schwarze Vorhang’. Der Roman endet mit dem Liebesmord.”... es kann nicht geschehen, daß sich zwei Menschen lieben, sie müßten denn beide sterben und zu Staub werden (...).” (A. D.: Jagende Rosse, Der schwarze Vorhang und andere frühe Erzählwerke. Olten/ Freiburg i.B., 1981; S. 160).”Jeder Kuß verfehlt einen Biß. Ah, darum schnürt sich das Leben zur Zwei-heit ein, zu Mann und Weib, daß es sich aufs wildeste packt und zerreißt.” S. 199. S. a. die Haßliebe zwischen Therese und Klinkert in ’Der neue Urwald’. A. D.: Amazonas. Romantrilogie. 3. Teil. Hg. v. W. Stauffacher. Olten, Freiburg i.B., 1988; S. 89, 106f..Google Scholar
  34. 67.
    UD, S. 297Google Scholar
  35. 68.
    In Wagners ’Tristan und Isolde’ wird der Tagesanbruch von den Liebenden als höhnische Beendigung der Liebesnacht empfunden. Der Schlaf hingegen ist gleichbedeutend mit der Vereinigung der Liebenden im Tod.”Isolde: Laß mich sterben!/ Tristan: Muß ich wachen?/ Is.: Nie erwachen!/ Tr.: Soll der Tag noch Tristan wecken?/ Is.: Laß den Tag dem Tode weichen!” Richard Wagner: Dichtungen und Schriften. Hg. v. D. Borchmeyer. Bd. 4, Frankfurt/M., 1983; S. 51f..Google Scholar
  36. 69.
    Das Verhältnis zwischen Therese und Klinkert in ’Der neue Urwald’ (a. a. O.) oder die im Roman ’Die drei Sprünge des Wang-lun’ von den Anhängern des ’Wuwei’ (der Lehre vom Nicht-widerstreben) erhoffte Verschwisterung mit der Welt. A. D.: Die drei Sprünge des Wang-lun. Hg. v. W. Muschg. Olten/Freiburg i.B., 1960.Google Scholar
  37. 70.
    A. D.: Manas. Epische Dichtung. Hg. v. W. Muschg. Olten/Freiburg i.B., 1961; S. 24f.Google Scholar
  38. 71.
    A. D.: November 1918. Hg. v. H. D. Osterle. Bd. 4, München, 1978; S. 37Google Scholar
  39. 72.
    Die Formel wird mehrfach wiederholt. Vgl. S. 60, 68, 163. Es handelt sich um ein Zitat aus Goethes ’Nachtgesang’; s. Johann Wolfgang Goethe: Sämtl. Werke in 18 Bänden. Hg. v. E. Staiger. Bd. 1, Zürich, 1977; S. 63Google Scholar
  40. 73.
    S. F. Nietzsche: Die Geburt der Tragödie. Nietzsche Werke, a. a. O., III. Abtl, 1. Bd. S. 150f..Google Scholar
  41. 74.
    Kalypso zum Musiker: “Und viele preisen auch die Tugend des Schlafes, doch nennen sie ihn anders.” (43) In der Antike wurden Schlaf und Tod als Zwillingspaar dargestellt. S. Lessings Schrift ’Wie die Alten den Tod gebildet.’ Gotthold Ephraim Lessing: Werke. Hg. v. H. G. Göpfert. Bd. 6., München, 1974; S. 405–462.Google Scholar
  42. 75.
    S. Anh.: ’Aus dem Notizbuch von 1903’.Google Scholar
  43. 76.
    Für Schopenhauer sind Lust und Schmerz die unmittelbaren Emanationen des Willens in der Vorstellung. Deren Wiedergabe in der Kunst — am reinsten durch die Harmonie und die Dissonanz der Musik — ist daher von größtem Erkenntnisgewinn. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Zürcher Ausgabe. Bd. 1, Zürich, 1977; S. 327ff.; Bd. 4, S. 526ff..Google Scholar
  44. 77.
    IN, S. 170Google Scholar
  45. 78.
    “Das gefährdete und geängstigte Ich, die zertrümmernde Form, entwickelt Schmerz. Nur dieser Moment im Leben der Form ist mit Schmerz gezeichnet. Lust aber ist der Zustand der Form selber.” IN, S. 225Google Scholar
  46. 79.
    “Mich darf nicht kümmern, was die Grotte ist ohne mich, nur was ich bin ohne die Grotte.” (108)Google Scholar
  47. 80.
    “Wie könnte Schmerz und Leiden da sein, wenn — wir nicht göttlich wären, das ist, mit ihm zusammenhingen?” IN, S. 205; Anleihen aus der Mystik des Angelus Silesius sind nicht auszuschließen; s. Angelus Silesius: Cherubinischer Wandersmann. Sämtliche Poetische Werke. Hg. v. H. L. Held. Bd. 3, München, 1949; S. 8, Nr. 8 u. S. 16, Nr. 79Google Scholar
  48. 81.
    S. den Anfang dieses Kapitels.Google Scholar
  49. 82.
  50. 83.
    Eine Tendenz zur Ontologisierung in Döblins Schriften der 20er Jahre stellt auch G. Klymiak fest; s. G. K.: Kausalität und moderne Literatur. Eine Studie zum epischen Werk Alfred Döblins. Bern, 1984; S. 529Google Scholar
  51. 84.
    IN, S. 213; überraschend ist die Verwandtschaft mit dem Zeitbegriff der Ein-stein’schen Relativitätstheorie.Google Scholar
  52. 85.
  53. 87.
    A. D.: Autobiographische Schriften und letzte Aufzeichnungen. Hg. v. E. Pässler. Olten/Freiburg i.B., 1980; S. 353.Google Scholar
  54. 88.
  55. 89.
    Die Auslegung der ’Antigone’ des Sophokles ist für Handlung und Figuren im Roman ’November 1918’ von zentraler Bedeutung. Rosa etwa erscheint als neuzeitliche Antigone, die mit ihrer Totenverehrung die ungeschriebenen Gesetze gegen den Staat verteidigt. Zur Rosa-Antigone-Beziehung s. H. Kiesel: Literarische Trauerarbeit. Tübingen, 1986; S. 410f. Nach Kiesel deutet einiges darauf hin, “daß Döblin in den antiken Mythen gültige Modelle und verbindliche Erklärungen für das ’Schicksal’ des Menschen sah.” S. 479Google Scholar
  56. 90.
    A. D.: Prometheus und das Primitive (1938). In: A. D.: Schriften zur Politik und Gesellschaft. Hg. v. H. Graber. Olten/ Freiburg i.B., 1972; S. 346–366.Google Scholar
  57. 91.
    A. a. O., S. 349Google Scholar
  58. 92.
    S. den Aufsatz: ’Der Geist des naturalistischen Zeitalters’. A. Z. L., S. 66ff.Google Scholar
  59. 93.
    A. D.: Prometheus und das Primitive. A. a. O., S. 349Google Scholar
  60. 94.
  61. 95.
    S. Autobiogr. Schriften, a. a. O., S. 134Google Scholar
  62. 96.
  63. 98.
    A. D.: November 1918. A. a. O., Bd. 4, S. 502f.Google Scholar
  64. 99.
    S. Z. B. José Ortega y Gasset: Der Aufstand der Massen (zuerst 1931). Hamburg, 1986; erst später wird auch Döblin zum Kritiker der Masse durch seine Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus. Die Ideologie der Herrenrasse deutet er als Massenpsychose; s. A. D.: Die literarische Situation. Baden Baden, 1947; S. 37ff..Google Scholar
  65. 100.
    Auch Robert Musil begreift Masse und Ich nicht als Gegensätze, wenn er schreibt: “In der Masse wiederholt sich, was (sonst) zuweilen der Einzelne sucht. Es entsteht in der Masse ein Privatleben.” R. M.: Tagebücher. Hg. v. A. Frisé. Hamburg, 1976, Bd. 1; S. 772Google Scholar
  66. 101.
    “Wie er eine Baumrinde befühlte, fühlte er, wohin er gehörte; er bekam die Hand, als friere sie fest, kaum los von dem Stamm (...). Ferdinand lag auf zwei hohen Ästen. Das dünne kühle Wasser floß über die hellen Augen. Der Kobold hatte kleine Zweige zu sich heruntergezogen, er saß vom Laub gedeckt. Schaukelte den Körper auf den großen Ästen (...).” A. D.: Wallenstein. Hg. v. W. Muschg. Olten/Freiburg i.B., 1965; S. 737f..Google Scholar
  67. 102.
    A. D.: Berge, Meere und Giganten. Hg. v. E. Pässler. Olten/ Freiburg i.B., 1978; S. 113ff.Google Scholar
  68. 103.
    S. A. D.: Amazonas. Hg. v. W. Muschg. Olten/Freiburg i.B., 1963; S. 360f..Google Scholar
  69. 104.
    A. D.: ’Wallenstein’, a. a. O., S. 292Google Scholar
  70. 105.
    A. D.: Amazonas. l. u. 2. Bd. Hg. v. W. Stauffacher. Olten/Freiburg i.B., 1988Google Scholar
  71. 106.
    S. vor allem das 9. Buch: ’Venaska’. A. D: Berge, Meere und Giganten. A. a. O., S. 455–511.Google Scholar
  72. 107.
    Leitmotiv dieses Romans ist die Idee vom Nicht-widerstreben. A. D.: Die drei Sprünge des Wang-lun. A. a. O.Google Scholar
  73. 108.
    A. D.: November 1918. Bd. 4, a. a. O., S. 465–508.Google Scholar
  74. 109.
    A. D.: Die drei Sprünge des Wang-lun. A. a. O., S. 234–272 u. S. 467–476.Google Scholar
  75. 110.
    Rosemarie Gutschick arbeitete in ihrer Dissertation den Gegensatz von Empfinden und Handeln als poetologisch maßgebliche Leitlinie am Beispiel des ’Manas’ heraus; R. G.: ’Realität’ und ’Dynamik’ im Werk Alfred Döblins. Tübingen, 1976; S. 98. Ihre Behauptung, Döblins Vorstellung von Subjektivität habe nichts mit Erkenntnistheorie zu tun, scheint allerdings nicht begründet.Google Scholar
  76. 111.
    Auch die letzten Veränderungen im Text weisen auf die Hervorhebung des menschlichen Gesichtspunktes hin. S. Textvar. 91, 32; 92, 4.Google Scholar
  77. 112.
    Wie eine ’Zarathustra’-Reminiszenz liest sich folgende Stelle in Döblins Roman ’Jagende Rosse’: “... ich will zu den Menschen gehen, meinen Brüdern, meinen Schwestern und Geliebten; mich verlangt es so nach meinen Menschen. -” A. D: Jagende Rosse. Der schwarze Vorhang und andere frühe Erzählwerke. A. a. O., S. 83Google Scholar
  78. 113.
    In ’Prometheus und das Primitive’ schreibt Döblin über die nationalsozialistische Ideologie: “Entartete Mystik und entarteter Prometheismus berühren sich hier und begegnen sich, zum Staunen; beide wissen nichts mehr vom Urgrund und von dem tragischen menschlichen Grundtrieb ’zurück!’, aber beide stürzen sich auf dies Einzelbild der Natur, auf das Blut und das Tier, der Mystiker noch für einen Rausch, der Prometheusnachkomme nur, weil er eine Legitimation braucht. (...) Diese Pseudomystik hat nichts mit Primitivität, überhaupt nichts mit Echtheit zu tun, man glaubt selbst nicht daran, es sind geschriebene ausgeklügelte Phantasien, von Beauflagten und Interessenten ausgebrütet.” A. D.: Prometheus und das Primitive. In: ders.: Schriften zur Politik und Gesellschaft. A. a. O., S. 366.Google Scholar
  79. 114.
    Vgl. A. D.: Prometheus und das Primitive. a. a. O., S. 360Google Scholar
  80. 115.
  81. 116.
    In ’November 1918’ beginnt Friedrich Becker seine Ausführungen über die griechische Schicksalsidee folgendermaßen: “Der Mensch in der vorchristlichen Zeit empfand nicht wie wir, nicht so persönlich, so bewußt seiner Person, seines Ichs. (...) Die antiken Helden ringen förmlich darum, handeln zu können. Aber es gelingt ihnen nicht. Es gelingt ihnen nicht, ihr Ich zu erhaschen und seine Tat zu tun.” A. a. O. Bd. 4, S. 197Google Scholar
  82. 117.
    Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie. Nietzsche Werke. III. Abtl., l. Bd., a. a. O., S. 66f.Google Scholar
  83. 118.
    A. D.: Prometheus und das Primitive. A. a. O., S. 355f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1990

Authors and Affiliations

  • Johannes Balve

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