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Deiktische Ausdrücke und nonverbaler Situationsbezug der Stimme

  • Martin Maurach
Chapter
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Part of the DUV: Literaturwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Das Thema dieses Kapitels steht natürlich in Beziehung zu dem aus Benses Peirce-Rezeption bekannten Begriff der Indexikalität, der dort1 eine Klasse von Objektbezügen des triadisch-trichotomischen Zeichens bezeichnet, nämlich die einer kausalen oder “realen” Beziehung zwischen “Mittel” und “Objekt”, also zwischen der Materialität des Zeichens und seinem Verweisungsgegenstand. Ich möchte mich jedoch auf die sprachliche Deixis beschränken. Diese wird hier als die Eigenschaft bestimmter Ausdrücke verstanden, ihre konkreten lokalen, temporalen oder personalen Referenzbeziehungen erst in der einzelnen Verwendungssituation zu erhalten, bei äußerster Reduktion einer situationsinvarianten, begrifflichen Bedeutungskomponente, welche im Gegensatz dazu sogenannte “intrinsische” Ausdrücke auszeichnet. Speziell für Hörtexte ist dabei der Aspekt einer handlungstheoretisch oder gestalttherapeutisch deutbaren Revitalisierung sprachlicher Zeigegesten interessant.

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Literature

  1. 1.
    Vgl. z.B. Bense 1962, 35f; 1967, 33f; 1971b, 15, 29.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. unten 6.2.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Collins a.a.O., 508.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Hill in Weissenbom/Klein hrsg. 1982, 13–42, hier 29–31.Google Scholar
  5. 5.
    Faulstich 1981, 36, 48.Google Scholar
  6. 6.
    Kopfermann 1981, 240.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Hellmut Geißner: Sprechwissenschaftliche Aspekte ästhetischer Kommunikation - anhand Max Benses jetzt-Text, in: Walther/Hang hrsg. o.J. (Vz.3), 56–62; auch in: Geißner 1982, 21986, jeweils 186–192.Google Scholar
  8. 8.
    Der Vortrag des Stückes durch Lily Greenham auf der Schallplatte “internationale sprachexperimente der 50/60er jahre” (Vz.1) scheint mir wenig charakteristisch.Google Scholar
  9. 9.
    Gespräch Stuttgart, 16.07. 1992.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Geißner in Walther/Harig hrsg. a.a.O., 62 Anm. 21.Google Scholar
  11. 11.
  12. 12.
    jetzt das nicht ist ist nicht jetzt“, ”dieses jetzt“ ebd. 56.Google Scholar
  13. 13.
  14. 14.
    Manfred Spreng: Die Funktion des Hörens, in: Festival des Hörens. Programm 1. Erlangen 1990, 40–43, hier 40.Google Scholar
  15. 15.
  16. 16.
    Vgl. unten 6.2.3.Google Scholar
  17. 17.
    In Rühm 1988; Kassettenseite 2, Textabdruck S. 196.Google Scholar
  18. 18.
    tempo und lautstärke von Zeile zu zeile [Jeder Ausdruck nimmt im Druck eine Zeile für sich ein, M.M.] bis ‘JETZT steigern, von da ab wieder zurücknehmen.“, ebd.Google Scholar
  19. 19.
    WDR 1973. Sende-Ms. WDR. S: SFB 3, 17. 01. 1990.Google Scholar
  20. 20.
    Türen schließen selbsttätig und sind während der Fahrt geschlossen zu halten.“Google Scholar
  21. 21.
    Tür, Zimmer, Leben, Tod, Feuer, Wasser, Frauen. Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. auch Vowinckel a.a.O., 671fGoogle Scholar
  23. 23.
    In Walther/Harig hrsg. a.a.O., 60.Google Scholar
  24. 24.
    Hier wären auch Riüm s kurze Hörstücke “zeitspanne” und “verkürzte zeitspanne mit melodischem extrakt”, Erste Folge kurzer Hörstücke, hr/BR/WDR 1973, Tonkopie des hr, zu vergleichen. Diese Stükke sind aus einer Reihe zunehmend intensiver jetzt-Äußerungen mit und ohne Pausen bzw. der melodischen Linie extrahierter lel-Laute aufgebaut.Google Scholar
  25. 25.
    Szene 2,3,6, 7.Google Scholar
  26. 26.
    Szene 1, 4, 5.Google Scholar
  27. 27.
    nach der zweiten förmlichen Absage’; salopp gesagt, versucht sich also die Schöne des Biestes zu erwehren.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. die Assoziationsfelder um “Tod”. “Frauen” etc.Google Scholar
  29. 29.
    SR 1970, Regie Otto Düben. Archivband SR, Ms.Google Scholar
  30. 30.
    WDR 1971, Erstsendung WDR 3, 6.5. 1971. Regie Heinz Hostnig. Archivband WDR. Wiederholung WDR 5, 21. 10. 1992.Google Scholar
  31. 31.
    Nicht das denken, was man selbst, nicht das denken, was der andere denkt, irgendetwas dazwischen, das ist Verständigung.“ Zit. n. Band.Google Scholar
  32. 32.
  33. 33.
    Andererseits: Wer kann das, zumal bei Pastior, wissen?Google Scholar
  34. 34.
    Ein anderes Verfahren wählt Rühm in “zensurierte rede”, in: Kurze Hörstücke. Erste Folge, a.a.O. Realisation 1969.Google Scholar
  35. 35.
    Nach Otto von Lilienthal, in: Zweite Folge kurzer Hörstücke, vgl. Anm. 36.Google Scholar
  36. 36.
    Erste Folge kurzer Hörstücke, hr/BR/WDR 1973; [Zweite Folge] Kurzelr] Hörstücke, hr/WDR 1975. Tonkopien des hr.Google Scholar
  37. 37.
    Wunderlich 1982, 1–19, 37–59, hier 1f., 41 u. pass.Google Scholar
  38. 38.
  39. 39.
    Erste Folge, a.a.O.Google Scholar
  40. 40.
    Zit. n. Band, a.a.O.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. unten.Google Scholar
  42. 42.
    Klein 1978, 19, 30f.Google Scholar
  43. 43.
    Vowinckel a.a.O.. 87.Google Scholar
  44. 44.
    Klein a.a.O., 39 Anm. 30.Google Scholar
  45. 45.
    Ich sehe hier von ihrer in 6.2.2. festgestellten Übertragung in einen linearen Vorgang ab.Google Scholar
  46. 46.
    Das du wird auch als einzige Äußerung bei ruhendem Körper gesprochen; es folgt ein erleichtertes Ausschnaufen oder Verpusten noch ziemlich dicht am Mikrofon.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. “drei haikus”, das letzte Hörstück der ‘Zweiten Folge’.Google Scholar
  48. 48.
    Beide Stücke stamen aus der zweiten Folge ‘kurzer Hörstücke’ und gehen dem eben besprochen “ich kommen an” voraus.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. Perls (dt.) 1989, 36–51, 279f.; Koka 21925, 76.Google Scholar
  50. 50.
    Z.B. kann der Hörer den “rundgang durch meine wohnung” auf seine eigenen Erfahrungen und daraus abgeleitete Schemata übertragen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Martin Maurach
    • 1
  1. 1.Berlin-SiegenDeutschland

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