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Ein Figur-Grund-Modell für das Neue Hörspiel. Stereoraum und Schnitt als Anwendungsbeispiele

  • Martin Maurach
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Zusammenfassung

Als Gestalt bezeichne ich eine im sensorischen Feld gegenüber einem Grund abgegrenzte dynamische und intern gegliederte Einheit. Zeitlich strukturierte auditive Gestalten sind trotz des vorwiegend visuell orientierten Interesses der Gestalttheoretiker von ihnen meistens auch angenommen worden.1 Den Begriff „Figur“ verwende ich nur, um den Aspekt der Beziehung einer Gestalt zu einem Grund hervorzuheben. Damit bleibt der Begriff „Gestalt“ frei, um von ihrer inneren Strukturierung, an ihr unterscheidbaren ‚Seiten‘ und Komplexitätsniveaus, von unvollständigen und ergänzungsbedürftigen Gestalten zu sprechen — also von Eigenschaften und Relationen, die auch, aber nicht ausschließlich von der Figur-Grund-Relation bestimmt werden. Die graduierbare Eigenschaft, Figur vor einem Grund zu sein, nenne ich Salienz. Den Ausdruck „Fokus“ möchte ich Gestalten im Bereich gesprochener Sprache vorbehalten, die sich von einem stimmlich, lautlich, intonatorisch, syntaktisch oder semantisch beschreibbaren Grund abheben. Dies ist ein Unterschied zu dem auch üblichen linguistischen Sprachgebrauch, der topic anstelle von „Fokus“ mit perzeptiver Salienz verbindet.2

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Literatur

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  31. 31.
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Martin Maurach
    • 1
  1. 1.Berlin-SiegenDeutschland

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