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Für und gegen Berlin in der literarischen Kultur der Jahrhundertwende

  • Viktor Žmegač
Chapter
Part of the DUV: Literaturwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Um die Jahrhundertwende wurde im Wilhelminischen Reich ein Aufstand geprobt, der kaum Parallelen in der deutschen Kulturgeschichte aufzuweisen hat. Betroffen davon war die Stadt, die 1871 zum politischen Zentrum aufgestiegen war, und bald auch zum kulturellen, wenn auch gerade die geistige Rolle keineswegs als unumstritten galt. Nicht unähnlich der wirtschaftlichen Expansion, schlug die kulturelle Entwicklung Wege ein, die in vergleichsweise kurzer Zeit manche Traditionen ins Museum verbannten. Entscheidend für unser Thema ist der Umstand, daß diese Entwicklung zu einem Politikum im weitesten Sinne geriet, jedenfalls zum auslösenden Moment ideologischer Auseinandersetzungen, die zeitweilig zu schroffen Polarisierungen führten. Das Wort ‚Berlin‘ war in diesem Zusammenhang viel mehr als ein Toponym, es wurde als Abbreviatur für positive oder negative Vorstellungen gebraucht, für Kulturmodelle oder Schreckbilder. Im folgenden wird uns daher vor allem die ideologische Semantik von ‚Berlin‘ in den ersten drei Jahrzehnten nach 1900 beschäftigen.

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Anmerkungen

  1. 1).
    August Julius Langbehn: Rembrandt als Erzieher. Von einem Deutschen. 48. Aufl. Leipzig 1908. S. 110 f.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Viktor Žmegač

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