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Die Stadt als geselliger und als ‚karnevalisierter‘ Raum

Theodor Fontanes ‚Berliner Romane‘ in anderer Sicht
  • Rüdiger Steinlein
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Zusammenfassung

Es gehört seit langem zu den Grundüberzeugungen der Fontane-Forschung, daß ihr Bezugsautor der kongeniale Romancier der werdenden Weltstadt Berlin, des Berlin der Gründerjahre und der Bismarckzeit sei. Dieser z.T. mit naiv-lokalpatriotisch gefärbter Emphase vorgetragenen Bewertung, die Fontane ein Höchstmaß an Berlindarstellungs-Kompetenz zuerkennt1, haben bereits zeitgenössische Literaturkritiker und Literarhistoriker entscheidend vorgearbeitet. So rühmt etwa Eduard Engel 1908 in seiner Geschichte der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart Fontane nach, er habe recht eigentlich „Berlins Poesiefähigkeit für den Roman [...] entdeckt“2; und etwa zur gleichen Zeit bedenkt Ernst Heilborn die Reichshauptstadt mit dem Ehrennamen „Fontanopolis“3. Darin kommt der literaturgeschichtliche „Glücksumstand“ zum Ausdruck, daß „in Fontanes Erzählungen die Metropole des deutschen Kaiserreiches Gestalt angenommen [hat]. Dem Paris des neunzehnten Jahrhunderts haften die Züge an, die ihm Balzac und Zola verliehen haben, dem Berlin Bismarcks und Bebels bei aller Differenz zum französischen Beispiel die Züge, die es in Fontanes Werken trägt“.4

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Anmerkungen

  1. 1).
    Vgl. etwa die folgende Eloge: “Fast alle Romane Fontanes haben Berlin zum Schauplatz. Es ist der Geist der Stadt selber, der sie schreibt […]. Im Berliner Leben haben sich immer wieder fontanische Szenen abgespielt. Berlin ist so sehr fontanisch, wie Fontane berlinisch ist!” Herbert Roch: Fontane, Berlin und das 19. Jahrhundert. Berlin 1962. S. 253.Google Scholar
  2. 2).
    Eduard Engel: Geschichte der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart. Wien/Leipzig 1908. S. 308.Google Scholar
  3. 3).
    Ernst Heilborn: Fontanopolis. Zit. n. Peter Wruck: Fontanes Berlin. In: Fontane Blätter Heft 41 (1986). S. 286.Google Scholar
  4. 4).
    Wruck: Fontanes Berlin. (Anm.3) S. 286.Google Scholar
  5. 5).
    Henry Garland (The Berlin Novels of Theodor Fontane. Oxford 1980) faßt unter dieser Sammelbezeichnung elf Romane bwz. Erzählungen Fontanes: Vor dem Sturm; Schach von Wuthenow; L’Adultera; Cécile; Irrungen Wirrungen; Stine; Frau Jenny Treibel; Effi Briest; Die Poggenpuhls; Mathilde Möhring und Der Stechlin.Google Scholar
  6. 6).
    Zitiert wird nach der Fontane-Ausgabe des Hanser-Verlages: Werke, Schriften und Briefe. Hrsg. v. Walter Keitel und Helmut Nürnberger. München 1962 ff. Im folgenden abgekürzt als HF. Die römische Ziffer gibt die Abteilung, die arabische Ziffer die Bandzahl darin an. Hier: HF III. i. S. 561.Google Scholar
  7. 7).
    In einer Rezension von Lindaus Roman Arme Mädchen (1887). Zit. n. Karl-Geit Kribben: Großstadt-und Vorstadtplätze in Theodor Fontanes Roman Irrungen Wirrungen. In: Ulrich Fülleborn/Johannes Krogoll (Hrsg.): Studien zur deutschen Literatur. Festschrift für Adolf Beck. Heidelberg 1979. S. 226.Google Scholar
  8. 8).
    Carl Bleibtreu: Revolution der Literatur. Leipzig 1886. S. 37 f.Google Scholar
  9. 9).
    An Moritz Lazarus, vom 9. August 1888. HF IV, 3. S. 630. Hervorhebungen im Original.Google Scholar
  10. 10).
    Theodor Fontane: Sämtliche Werke. Hrsg. v. Edgar Groß, Kurt Schreinert u.a. München 1959 ff. Bd. XXI, 2. S. 269. Hervorhebungen im Orginal.Google Scholar
  11. 11).
    Der Zug nach dem Westen (Fassung aus dem Nachlaß). HF III, 1. S. 568.Google Scholar
  12. 12).
    So resümiert Fontane: “Aber auf die Frage: sind diese Schilderungen des Lebens ein Bild des Lebens von Berlin W., ein Bild unserer Bankiers-, Geheimrats-und Kunstkreise? muß ich mit dem allerentschiedensten ‘Nein’ antworten (…) Dutzendgestalten, nicht von der Lebens-, sondern von der Schaubühne heruntergelangt.” Der Zug nach dem Westen (Fassung aus dem Nachlaß). HF, 1. S. 569 f.Google Scholar
  13. 13).
    Georg Lukâcs: Der alte Fontane (1950). In: Wolfgang Preisendanz (Hrsg.): Theodor Fontane. Darmstadt 1973. S. 57.Google Scholar
  14. 14).
    Vgl. hierzu grundlegend Volker Klotz: Die erzählte Stadt. Ein Sujet als Herausforderung des Romans von Lesage bis Döblin. München 1969. Ferner Karlheinz Stierle: Die Entdeckung der Stadt. Paris und sein Diskurs. In: Friedrich Knilli/Michael Nerlich (Hrsg.): Medium Metropole. Berlin, Paris, New York. Heidelberg 1986. S. 81–93. Heinz Brüggemann: “Aber schickt keinen Poeten nach London!” Großstadt und literarische Wahrnehmung im 18. und 19. Jahrhundert. Texte und Interpretationen. Reinbek 1985.Google Scholar
  15. 15).
    Vgl. hierzu auch Wruck: Fontanes Berlin. (Anm. 3). S. 398 ff.Google Scholar
  16. 16).
    Diesen Zusammenhang erörtert genauestens Wruck. Ebd. S. 407 ff.Google Scholar
  17. 17).
    Vgl. Hubert Ohl: Bilder, die die Kunst stellt. In: Preisendanz (Anm.13). S. 447–464.Google Scholar
  18. 18).
    Klaus R. Scherpe: Die Rettung der Kunst im Widerspruch von bürgerlicher Humanität und bourgeoiser Wirklichkeit: Theodor Fontanes vierfacher Roman Der Stechlin. In: Fontane - Dichtung und Wirklichkeit. Ausstellungskatalog. Hrsg. v. Kunstamt Kreuzberg. Berlin 1981. S. 148.Google Scholar
  19. 19).
    Peter Demetz: Der Roman der guten Gesellschaft. In: Preisendanz (Anm.13). S. 234–236.Google Scholar
  20. 20).
    HF I, 2. S. 38–40.Google Scholar
  21. 21).
    Max Kretzer: Meister Timpe. Sozialer Roman. Neuausgabe Stuttgart 1976. S. 3.Google Scholar
  22. 22).
    Vgl. hierzu Brüggemann (Anm. 14). S. 150 ff. Auch in Stine spielt Fontane auf diesen negativen Großstadt-Topos an, wenn Waldemar von Haldern äußert, er sei “in der Vorstellung herangewachsen, daß die große Stadt ein Babel sei”. HF I, 2. S. 517.Google Scholar
  23. 23).
    HF I, 4. S. 259.Google Scholar
  24. 24).
    So Gottfried Keller in jener programmatischen poetologischen Reflexion aus dem ersten Kapitel der Erstfassung des Grünen Heinrich: “So haben Luzern oder Genf ähnliche und doch wieder ganz eigene Reize ihrer Lage an See und Fluß. Die Zahl dieser Städte aber um eine eingebildete zu vermehren, um in diese, wie in einem Blumenscherben, das grüne Reis einer Dichtung zu pflanzen, möchte tunlich sein; indem man durch das angeführte, bestehende Beispiel das Gefühl der Wirklichkeit gewonnen hat, bleibt hinwieder dem Bedürfnisse der Phantasie größerer Spielraum und alles Mißtrauen wird verhütet.” Gottfried Keller: Sämtliche Werke und ausgewählte Briefe. Hrsg. v. Clemens Heselhaus. Bd. 1. München 41978. S. 11.Google Scholar
  25. 25).
    Hierauf verweist etwa Fontanes Credo eines ‘wahren’, eben poetisch sich legitimierenden Realismus aus der Lindau-Besprechung, wenn er dort dem modernen Roman die Aufgabe zuweist, “ein Leben, eine Gesellschaft, einen Kreis von Menschen zu schildern, der ein unverzerrtes Widerspiel des Lebens ist, das wir führen. Das wird der beste Roman sein, dessen Gestalten sich in die Gestalten des wirklichen Lebens einreihen, so daß wir in der Erinnerung an eine bestimmte Lebensepoche nicht mehr genau wissen, ob es gelebte oder gelesene Figuren waren, ähnlich wie manche Träume sich unserer mit gleicher Gewalt bemächtigen wie die Wirklichkeit”. HF III, 1. S. 568.Google Scholar
  26. 26.
    ) Typisch für eine derart situations-wie interessengleitet eingeengte Wahrnehmung ist etwa das Bild, das sich dem adeligen Helden aus Irrungen Wirrungen, Botho von Rienäcker, bei seinem Ritt über die Jungfernheide mit der Gruppe Mittag machender Walzwerkarbeiter und ihrer Frauen bietet. Was sich indes wie ein idyllisiertes Genrebild vom anspruchslos fleißigen Volk, das in seiner Arbeit glücklich ist, liest, wird gerade in der figurenperspektivischen Brechung als solches relativiert und aufgehoben; es ist Wunschprojektion des Helden und als solche nicht umstandslos dem Erzählerbewußtsein zuzuschreiben! Die Szene findet sich in HF I, 2. S. 405 f. Vgl. im übrigen dazu auch die Kommentierung bei Klaus R. Scherpe: Fontanes künstlerisches Regiment gegen das Preußentum. In: Andreas Kaiser (Hrsg.): Denkmalbesetzung. Preußen wird aufgelöst. Berlin 1982. S. 190 f. Die ganze Meisterschaft Fontanes wird deutlich, wenn man diese Szene mit einer analogen aus Paul Lindaus Der Zug nach dem Westen vergleicht, wo ungebrochen ein Autorwunschbild vom genügsam-strebsamen Arbeitsvolk beim Sonntagsspaziergang entworfen wird: “Handwerker und Arbeiter aus dem Innern der Stadt mit ihren Frauen im Sonntagsstaat und den Kindern von schlechter Gesichtsfarbe, gebleicht von der verdorbenen Luft der Hof-und Kellerwohnungen, kamen in dichten, dunklen Haufen von den Linden her durch das Brandenburger Thor gezogen. Die Väter trugen ihre Jüngsten auf dem Arme […] Davor und dahinter schritten die älteren Geschwister, die die Luxusbauten, die schon fast freundlich winkenden Vorgärten mit den plätschernden Springbrunnen […] in diesem ihnen kaum bekannten Viertel des Reichtums und Wohllebens mit neugierigen Augen anstarrten […] und unter diesen östlichen Proletarierkindern befand sich gewiß auch der eine oder andere künftige Besitzer einer Tiergartenvilla.” Der Zug nach dem Westen. Berlin, Stuttgart 1886. S. 242 f.Google Scholar
  27. 27).
    HF I, 2. S. 554–556.Google Scholar
  28. 28).
    Arthur Schnitzlers berühmt gewordene Erzählung Leutnant Gustl (1900) kann durchaus - wiewohl dies natürlich nie so vom Autor beabsichtigt war! - auch als narratives Gegenexperiment zu Darstellungsbemühungen wie denjenigen Fontanes gelesen werden. Das Wiener Großstadtambiente, worin ja der im inneren Monolog wiedergegebene BewuBtseinsstrom der Titelfigur hineinverwoben ist, nimmt dabei den Charakter eines gewissermaßen psycho-sozialen Reizfeldes an; eine Dimension, die in Fontanes so bedächtiger wie sensibler figurennaher Etzählperspektivik im Prinzip schon mit angelegt ist. So eröffnen sich von solchen Textpassagen aus überraschende Vorblicke auf die der Fontaneschen scheinbar doch so fernstehenden Erzählpraxis des Fin de siècle.Google Scholar
  29. 29).
    Vergleichende Ausblicke mit sammelnd-ordnender bzw. atmosphärisch-poetisierender Funktion finden sich etwa auch in Cécile. HF I, 2. S. 250; Stine. HF I, 2. S. 514 f oder im Stechlin. HF I, 5. S. 109 f.Google Scholar
  30. 30).
    Vgl. etwa den “Dreh-und Straßenspiegel” vor Stines Zimmerfenster, der eine “Quelle herzlichen Vergnügens” bildet, indem er unbemerkte Straßenbeobachtung erlaubt, die zudem alles “verkleinert, un verkleinern is fast ebensogut wie verhübschen”, wie Stines Schwester Olga anmerkt. HF I, 2. S. 482 f.Google Scholar
  31. 31).
    HF I, 2. S. 350.Google Scholar
  32. 32).
    Cécile. HF I, 2. S. 251. Hervorhebung von mir, R.S.Google Scholar
  33. 33).
    Vgl. hierzu Brüggemann (Anm. 14). S. 22 ff und S. 114 ff (zu Lichtenbergs und Heines London-Wahrnehmungen).Google Scholar
  34. 34).
    Entwickelt wird dieses Konzept von Bachtin in seinen beiden Werken: Das Schaffen von Rabelais und die Volkskultur des Mittelalters und der Renaissance, Moskau 1965 (einschlägige Teile hieraus in: M.B.: Literatur und Karneval. Zur Romantheorie und Lachkultur. Frankfurt/Berlin/Wien 1985. S. 7–60); Probleme der Poetik Dostoevskijs. Frankfurt/Berlin/Wien 1985; bes. Kap. 4 (auszugsweise auch in: Literatur und Karneval. A.a.O. S. 61–131).Google Scholar
  35. 35).
    Vor allem weist Bachtin darauf hin, daß zum einen ein vereinfachtes Verständnis des Karnevals als Maskerade etc. irreführend wäre; daß zum zweiten beim Eindringen der Karnevalisierung in die Literatur seit dem 18. Jahrhundert das Lachen auch völlig von der Oberfläche verschwinden kann. Probleme der Poetik Dostoevskijs. (Anm. 33) S. 180 und S. 186 ff.Google Scholar
  36. 36).
    So Klaus R. Scherpes treffende Charakterisierung in einem Gespräch mit dem Verfasser.Google Scholar
  37. 37).
    Vgl. hierzu bes. Stierle: Die Entdeckung der Stadt (Anm. 14).Google Scholar
  38. 38).
    Von besonderem Interesse ist hier - neben literarischen Zeugnissen moderner Groß-stadtwahrnehmung seit dem Beginn unseres Jahrhunderts - vor allem die expressionistisch-futuristische Großstadt-Malerei; vgl. etwa die Bilder von Ludwig Meidner zur Großstadt-Thematik oder Umberto Boccionis Visioni simultane, ein aggressives Großstadtbild von 1911, dessen deutscher Titel sprechend lautet: Der Lärm der Straße dringt in das Haus!Google Scholar
  39. 39).
    Es handelt sich hierbei um einen Sonderfall jener Entwicklungslinie “energetische[r] Wahrnehmung der Großstadt” (Brüggemann [Anm. 14], S. 152), in der Dostoevskijs Petersburg und Döblins Berlin sich quasi überlagern und an dessen Ursprung nicht zuletztGoogle Scholar
  40. auc.
    h der distanzierende Blick des Berichterstatters (Korrespondenten und Reporters schließlich) wirksam gewesen sein dürften. Gerade Fontanes London-Korrespondenzen aus den 1850erJahren bezeugen sein Gespür für entsprechende Großstadt-Szenarien, die aus einer solchen Wahrnehmungs-und Beobachterhaltung hervorgehen (denn `Karnevalisierung’ ist ja keine objektive Tendenz der Dinge selbst!).Google Scholar
  41. 40).
    Vgl. Klaus R. Scherpe: Von der erzählten Stadt zur Stadterzählung. Der Text der Moderne in Alfred Döblins “Berlin Alexanderplatz”.Google Scholar
  42. 41).
    Bachtin (Anm. 33). S. 61.Google Scholar
  43. 42).
    Ebd. S. 45.Google Scholar
  44. 43).
    Ebd. S. 67.Google Scholar
  45. 44).
    Vgl. bes. Probleme der Poetik Dostoevskijs (Anm. 33). Kap. 4.Google Scholar
  46. 45).
    Ebd. S. 143. Bachtin arbeitet sowohl die antike Tradition als auch die wichtige Erscheinung solch “parodierende [r] Doppelgänger” im Werk Dostoevskijs heraus, wo “fast jeder der führenden Helden […] mehrere Doppelgänger [hat], die ihn auf verschiedene Weise parodieren […]. In jedem von ihnen [d.h. von den Doppelgängern] stirbt der Held [d.h. er wird verneint], um sich zu erneuern” (ebd.). Von einer derartigen Funktionsbestimmung fällt schließlich auch ein bezeichnendes Licht auf den Helden Botho von Rienäcker: Nicht von ungefähr nimmt der letzte Satz des Romans, den der Held selbst spricht, auf diesen seinen “Doppelgänger” Bezug: “Was hast du nur gegen Gideon, Käthe? Gideon ist besser als Botho.” Irrungen Wirrungen. HF I, 2. S. 475.Google Scholar
  47. 46).
    Bachtin; Probleme der Poetik Dostoevskijs (Anm. 33). S. 193. D.h. hier versammeln sich “Menschen aus unterschiedlichen hierarchischen Lebenspositionen” (ebd.) zu zeitweilig freiem “familiären” Umgang miteinander, so gesehen liegt jeder frei geselligen Salonkultur z.B. ein Moment von “Kamevalisierung” zugrunde!Google Scholar
  48. 47).
    HF I, 2. S. 446.Google Scholar
  49. 48).
  50. 49).
    Ebd. S. 447.Google Scholar
  51. 50).
    Vgl. hierzu Bachtin: Literatur und Karneval (Anm. 33). S. 53.Google Scholar
  52. 51).
    HF I, 2. S. 448.Google Scholar
  53. 52).
    Ebd. S. 449.Google Scholar
  54. 53).
  55. 54).
    Vgl. Bachtin: Probleme der Poetik Dostoevskijs (Anm. 33). S. 127 ff und S. 149.Google Scholar
  56. 55).
    Vgl. bes. die Kapitel 13–17. Diese Dimension der beiden Fahrten, auf deren kontrastierende Vergleichbarkeit er im übrigen wohl als erster aufmerksam machte, überliest jedoch Harms Oppermann: Raabe und Fontane. In: Mitteilungen der Raabe-Gesellschaft 36 (1949) Heft 2. S. 59–64.Google Scholar
  57. 56).
    HF I, 2. S. 477.Google Scholar
  58. 57).
    Vgl. Bachtin: Probleme der Poetik Dostoevskijs (Anm. 33). S. 191.Google Scholar
  59. 58).
    Wruck (Anm. 3). S. 406.Google Scholar
  60. 59).
    Z.B. in der köstlichen Charakterisierung der Berliner durch den Wirt von “Hankels Ablage” gegenüber Botho von Rienäcker: “Sehen Sie, Herr Baron, wenn ich, der ich doch ausgewettert bin, immer noch drin in der Stube bleibe, weil der Ostwind pustet und die Märzensonne sticht, setzt sich der Berliner schon ins Freie, legt seinen Sommerüberzieher über den Stuhl und bestellt eine Weiße. Denn sowie nur die Sonne scheint, spricht der Berliner von schönem Wetter. Ob in jedem Windzug eine Lungenentzündung oder Diphteritis sitzt, ist ihm egal […] und wenn sie dann abfahren, ganz gedunsen von der Prallsonne, dann tut mir mitunter das Herz weh, denn keiner ist darunter, dem nicht wenigstens am andern Tage die Haut abschülbert.” Irrungen Wirrungen. HF I, 2. S. 383.Google Scholar
  61. 60).
    Effi Briest. HF I, 4. S. 252.Google Scholar
  62. 61).
    HF I, 5. S.232.Google Scholar
  63. 62).
    Vgl. zur satirischen Tradition solcher “Veräppelung”, an der mit feinem Spott und geschmeidiger Ironie auch viele der `gesprächsbildlichen’ Berlin-Charakterisierungen im Romanwerk Fontanes teilhaben, Bachtin: Probleme der Poetik Dostoevskijs (Anm. 33). S. 126. Und Berlin wird dabei stets weniger als Sache denn als Wesen besonderer Art vorgestellt!Google Scholar
  64. 63).
    Der Stechlin. HF I, 5. S. 232–234. Vgl. a. die versteckte Liebeserklärung des alten polnischen Grafen Goschin an Berlin. “Sacrebleu, man sieht doch…große Stadt…andre Menschen…Ah, Berlin…nicht preußisch ich, nicht sehr…Aber Berlin…O Berlin, eine merkwürrdigen Stadt, eine tollen Stadt […] eine Stadt ohne Grimasse…” Mathilde Möhring. HF I, 4. S. 658 f.Google Scholar
  65. 64).
    Vgl. neben der Darstellung von Wruck etwa Jost Schillemeit: Berlin und die Berliner. Neuaufgefundene Fontane-Manuskripte. In: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 30 (1986). S. 34–82.Google Scholar
  66. 65).
    Der Stechlin. HF I, 5. S. 210 f.Google Scholar
  67. 66).
    Vgl. Scherpes “Stechlin”-Beitrag (Anm. 18).Google Scholar
  68. 67).
    Aus den Tagen der Okkupation I. HF III, 4. S. 845 f.Google Scholar
  69. 68).
    Brief an Friedrich Stephany vom 2. Juli 1894. Fontanes Briefe in 2 Bänden. Hrsg. v. Gotthard Erler. Bd. 2. Leipzig/Weimar 1968. S. 348.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

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  • Rüdiger Steinlein

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