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Le Spleen de Berlin

Stadt, Traum, Erinnerung: der Malerpoet Werner Heldt
  • Kristine Pollack
  • Klaus Siebenhaar
Chapter
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Part of the DUV: Literaturwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

In seiner kurzen Studie zu Barnett Newman unterscheidet Jean-François Lyotard die verschiedenen „Zeitorte“ eines Bildes im Kontext seiner Produktion, Materialität und Rezeption. Für den amerikanischen Künstler Newman kommt der französische Philosoph zu einer überraschenden Antwort auf die vielschichtige Problemstellung: „(...) daß das Bild selbst die Zeit ist. Ein Bild von Newman hat nicht das Ziel zu zeigen, daß die Dauer über das Bewußtsein hinausgeht, sondern es will selbst das Ereignis sein, der Augenblick, der geschieht.“1 Das Hier und Jetzt des Augenblicks wird mit dem Gegenstand identisch, im plötzlichen Beginnen liegen Selbstbezug und -bestätigung. Kein anderes außerhalb tritt mehr als Störfaktor auf, in der Eigenpräsentation läßt sich der Hiatus vermeiden. Der Akt der künstlerischen Schöpfung ist zugleich ihr einziger Inhalt, die Differenz verliert sich im Bild. Die Zeit wirkt als innerer Funktionszusammenhang des Bildes. Damit erscheint der Endpunkt erreicht, dessen Anfang eine blitzlichtartige Erhellung markiert.

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Anmerkungen

  1. 1).
    Jean-François Lyotard: Der Augenblick, Newmann. In: Karlheinz Barck u.a. (Hg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik. Essais. Leipzig 1990. S.358 f.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Kristine Pollack
  • Klaus Siebenhaar

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