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Entwicklung und Organisationsstruktur der Ferienkoloniebewegung

  • Thilo Rauch
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Part of the DUV: Sozialwissenschaft book series (DUVSW)

Zusammenfassung

Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse und Analysen beruhen zu einem überwiegenden Teil auf Angaben, die den Veröffentlichungen der „Zentralstelle für Sommerpflege in Deutschland“ (ZfS) (1886–1916) entnommen wurden. Ergänzt wurde diese Materialbasis mit Daten aus anderen zeitgenössischen Quellen, darunter: Bion (1900), Bergknecht (1902), Jessen (1904), Eisenreich (1905), Keller (1913), und Forster (1922).1

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Literatur

  1. 1.
    Die Jahresberichte der Zentralstelle für Sommerpflege erschienen von 1886 (für das Jahr 1885) bis 1916 (für das Jahr 1914). Insgesamt waren es 30 Berichte, von denen 19 im Laufe mehrerer Jahre - vor allem in den im Anhang genannten Bibliotheken und Archiven - aufgefunden und zusammengestellt werden konnten. Die übrigen 11 müssen heute als verschollen gelten. Jeder Jahresbericht enthielt aber nicht nur die Angaben über das im Titel genannte Jahr, sondern ebenso detaillierte Angaben über die Ergebnisse des Vorjahres. Fehlenden Daten für den Zeitraum 1876 bis 1884 konnten mit Hilfe der Tabellen von Eisenreich (1905, S. 19), Jessen (1904, S. 52–67) und ZfS (1893, S. 19) ergänzt werden.Google Scholar
  2. 5.
    Zur Darstellung, der in die Interpretation einbezogenen Zeiträume 1887–89 und 1900–03 in Graphik 5 u. 6, wurde die bekannte Anzahl der Gründungen bzw. der Träger für einen sechsjährigen Zeitraum (1885–90 bzw. 1900–05) ermittelt, das Ergebnis durch den Faktor 2 dividiert und auf beide Jahresgruppen (N = 34 bzw. 44) verteilt. Somit werden alle Ferienkoloniegründungen und Träger für diese Zeiträume erfaßt. Gleiche Werte innerhalb dieser Zeitabschnitte erklären sich aus dieser Vorgehensweise. Einzige Fehlerquelle hierbei kann nur auf Träger bezogen sein, die in den genannten, relativ kurzen Zeiträumen sowohl erscheinen als auch ihre Arbeit wieder einstellen. Bei einer Durchsicht der übrigen Jahre fanden sich für eine solche Konstellation nur drei Beispiele. Die einzige Vereinsgründung des Jahres 1900 konnte bei Keller (1913, S. 375) für den Wiesbadener „Verein für Sommerpflege armer Kinder“ ermittelt werden. Der Verein erscheint erst ab 1904 in den Jahresberichten der Zentralstelle. Dieses Beispiel verdeutlicht, daß es sich bei den angegebenen Jahren nicht immer um das Gründungsdatum handelt, sondern nur das Jahr verbürgt werden kann, an dem der Verein mit Sicherheit existierte und sich mit der Zentralstelle in Berlin in Verbindung gesetzt hatte.Google Scholar
  3. 7.
    Innerhalb von nur 5 Jahren (1899–1905) etablierten sich 72 neue Vereinigungen, das entspricht einer Steigerung von 23% allein in diesem kurzen Zeitraum. In den Jahren 190511 waren es 65 neue Träger, das bedeutet eine Steigerung um 20%.Google Scholar
  4. 8.
    In Graphik 7 handelt es sich bei den Werten für die beiden Zeiträume von 1900–02 und 1903–05 um angenommene, d.h. errechnete Werte, bei denen der durchschnittliche Steigerungsquotient (1899 bis 1906) zugrunde gelegt wurde. Bei der Interpretation der Daten wurde diese Vorgehensweise berücksichtigt.Google Scholar
  5. 9.
    Castell Rüdenhausen bezieht sich mit ihren Angaben auf A. Gaspar 1912: Schulpflichtige Jugend; in: Handwörterbuch der sozialen Hygiene, Bd. II, Leipzig 1912, S. 403.Google Scholar
  6. 11.
    Das „Behindertenproblem“ des Nachwuchses wurde im gleichen Zeitraum auch von der evangelischen Kirche als karitatives Betätigungsfeld entdeckt. Seitdem widmete sich z.B. die Innere Mission mit großer Energie dem Bau von Behindertenanstalten (Castel Rüdenhausen 1988, S. 44f.).Google Scholar
  7. 12.
    Der schwedische Arzt Axel Key machte gegen Ende des vorigen Jahrhunderts umfangreiche Messungen der Wachstumsverhältnisse bei Schulkindern (vgl.: Roloff 1913, S. 1192).Google Scholar
  8. 13.
    Bis heute ist der integrative Aspekt zentraler Bestandteil der Züricher Ferienkolonien (vgl.: Ziegler 1975 u. Gürber 1984).Google Scholar
  9. 15.
    Ein anderes Argument der Gegner von Ferienkolonien, dem Bion bereits seit 1876 immer wieder entschieden begegnen mußte, war: „... der Aufenthalt in den Ferienkolonien könne sogar nachteilig auf das Gemüt der Kinder wirken, die aus dem kurzen Traum von Behaglichkeit und Glück jäh wieder in die elende Gewohnheitssphäre ihrer Familien zurückgeworfen werde. Auch dieser Vorwurf ist, wie die anderen, ein völlig unbegründeter, durch keine Erfahrung bestätigt, wohl aber durch zahlreiche Erfahrungen widerlegt. Die Kinder werden durch ihren Aufenthalt in den Ferienkolonien gar nicht verwöhnt und begehrlich gemacht. Man hebt sie nach keiner Richtung über ihre Lebensverhältnisse hinaus. (Bion 1900, S. 21)Google Scholar
  10. 17.
    Angeregt wurde diese Arbeit von dem Züricher Professor Dr. Oskar Wyss und dessen Assistenten Dr. Stierin bereits im Jahre 1888 (Bion 1900, S. 16). Den Ärzten ging es dabei in erster Linie um die Feststellung, ob eine Vermehrung der roten Blutkörperchen bzw. des Blutfarbstoffes nach einem Ferienkolonieaufenthalt stattfindet und ob diese positive Veränderung über einen längeren Zeitraum konstant bleibt.Google Scholar
  11. 18.
    Vgl: Borchmann 1898: Beobachtungen über den Einfluß der Ferienkolonien auf die Beschaffenheit des Blutes der Kinder; in: Zeitschrift für Schulgesundheitspflege, 1899, Bd. 12, S. 320–323.Google Scholar
  12. 19.
    Unter seiner Mitwirkung wurde z.B. 1873 in Frankfurt der „Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege“ gegründet (Arnswald 1908, S. 92).Google Scholar
  13. 22.
    Aus diesen Überlegungen dürfte der Wahlspruch des Kasseler Komitees: „Was man den armen Kindern thut, das kommt dem ganzen Volk zu gut!“ entstanden sein (4. Jahresbericht 1885/86, S. 1)Google Scholar
  14. 24.
    Sehr selten wurden, so z.B. in Hamburg, entgegen den Vorschlägen der Schulärzte die Kinder von Lehrern und Rektoren nach Fleiß und Betragen statt nach Bedürftigkeit ausgewählt (Castell Rüdenhausen 1982, S. 210).Google Scholar
  15. 28.
    Diesen Schluß läßt auch ein späterer Bericht der Zentralstelle aus dem Jahre 1886 zu. Darin heißt es: „Man glaubte aber, nach längerer Erörterung, die Zeit noch nicht gekommen, mit einer dauernden Organisation vorzugehen und begnügte sich vorerst damit, die Wiederholung der Versammlung nach einigen Jahren zu empfehlen und den Vorstand des Berliner Vereins für häusliche Gesundheitspflege mit deren Vorbereitung zu beauftragen.“ (Centralstelle 1866, S. 1)Google Scholar
  16. 29.
    Den Vorstand bildeten nach einer Erweiterung im Jahre 1890 die Vereine bzw. Komitees für Ferienkolonien aus Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt/M., Leipzig, Posen und Strassburg. Die Geschäftsführung wurde dem Berliner „Verein für häusliche Gesundheitspflege“ übertragen (Centralstelle 1896, S. 12).Google Scholar
  17. 31.
    Der 1885 in Bremen tagende allgemeine deutsche Armenpflegerkongreß erklärte daraufhin einmütig die Ferienkolonien als „eine gefestigte, wertvolle soziale Institution und als ein notwendiges Glied in der Kette vorausschauender Maßnahmen“ (zit. n. Bion 1896, S. 18).Google Scholar
  18. 32.
    Im Jahre 1899 brachten die 88 Vereine ein Beitragsvolumen von etwa 740 Mark auf. Durch den Verkauf von Drucksachen und Kapitalzinsen konnten die Gesamteinnahmen der Zentralstelle auf etwa 950 Mark gesteigert werden (Centralstelle 1900, S. 36).Google Scholar
  19. 33.
    konnten insgesamt 31 verschiedene Berichte in 1745 Exemplaren verschickt werden (Centralstelle 1893, S. 23).Google Scholar
  20. 39.
    Nach den Angaben Bions waren es sogar Teilnehmer aus 14 europäischen Ländern (1900, S. 7).Google Scholar
  21. 40.
    Die Referate wurden in deutscher und französischer Sprache gehalten und ebenso im Bericht Bions (1889) veröffentlicht.Google Scholar
  22. 41.
    Punkt 8 der Tagesordnung dieser Konferenz (“Bestimmung über Zeit und Ort der nächsten Hauptversammlung der deutschen Vereinigungen für Sommerpflege“) wird zur „Erledigung“ dem neugewählten Zentralausschuß übertragen. Zu diesem Zeitpunkt scheinen alle Beteiligten von einer baldigen Fortsetzung der Konferenzen auszugehen, denn Tagungsleiter Schrader gibt den Anwesenden den Wunsch mit auf den Weg: „Ich hoffe, dass wir uns das nächste Mal alle gesund und munter wiedersehen. Ich schliesse die Versammlung“ (zit. n. Centralstelle 1897, S. 76).Google Scholar
  23. 42.
    Bion selbst verstand die vorausgegangenen Konferenzen in Berlin und Bremen als internationale Tagungen. Frankfurt wird, trotz der dort ergangenen Einladung zum Züricher Kongress, von ihm (1900, S. 7) nicht mehr erwähnt. Eine in Berlin 1881 geplante weitere internationale Konferenz in Wien kam nicht zustande. Ebenso scheiterte in Zürich die Einrichtung einer internationalen Zentralstelle nach dem Vorbild der Vereinigungen für Sommerpflege in Deutschland.Google Scholar
  24. 43.
    Bis 1911 übernahm die von Selter/Roller herausgegebene Zeitschrift „Gesunde Jugend“ diese Funktion.Google Scholar
  25. 44.
    Herausgegeben u. a. von Spiess, Varrentrapp und Pettenkofer.Google Scholar
  26. 45.
    Monatszeitschrift für Gemeinnützigkeit, für Förderung öffentlicher Wohlfahrts-und Wohltätigkeits-Bestrebungen - Fachblatt für Armen-und Krankenwesen sowie für Gesundheitspflege (herausgegeben von Pfeiffer/Sohr seit 1888) - nicht zu verwechseln mit der „humanitär“ - dem deutschen Freimaurer-Magazin.Google Scholar
  27. 46.
    Untertitel: „Centralorgan für alle deutschen Wohlfahrts-und Wohlthätigkeitsbestrebungen, für öffentliche und häusliche Gesundheitspflege, mit besonderer Berücksichtigung des Heilstättenwesens - als „Correspondenzblatt“ für die Vereine vom Rothen Kreuz, Vaterländischen Frauen-und Hilfs-Vereine, Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege, Sanitäts-Kolonnen, Samariter-Vereine, sowie der Berufsgenossenschaften, Versicherungsanstalten, Krankenkassen und Heilsanstalten sowie als Organ des Central-Komitees der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz.“ (Das Rothe Kreuz 1900, S. 1) Seit 1883 herausgegeben von Oberstabsarzt Dr. Gotthold Pannwitz.Google Scholar
  28. 47.
    Verein für Ferienkolonien München (1881): Rechenschaftsbericht des Münchner Vereins für Ferienkolonien 1881, S. 1.Google Scholar
  29. 49.
    Kaiser Franz Joseph überließ alljährlich sein Schloss Wolfspassing einer Ferienkolonie (Bion 1901, S. 98).Google Scholar
  30. 50.
    Einen letzten umfassenden Überblick über die Entwicklung der Ferienkoloniebewegung gibt die, auf der Internationalen Hygiene Ausstellung zu Dresden 1911 veröffentlichte, Zusammenstellung der Ferienkolonien und Kinderheilstätten im Deutschen Reich von 1876 bis 1910 (vgl.: Keller 1913, S. 253).Google Scholar
  31. 51.
    Dabei übernahmen die Schulärzte, die zunächst nur Städte anstellten, in der Schule die gleichen Aufgaben wie zuvor der Kreisarzt, der die entscheidende amtliche Instanz blieb (Bennack 1990, S. 274; vgl.: Kap. 3.8).Google Scholar
  32. 52.
    Ähnlich Bausch: „Die Lehrer leiden darunter (dem Kolonieaufenthalt) nicht, sie haben auch ihre Freude, wenn sie mit den Kindern hinaus ziehen können in Wald und Flur. Sie haben dabei ihre Erholung auch, und wenn sie eine gute Stelle gefunden, so finden sie ausreichende Unterhaltung, um sich zu erfrischen.“ (zit. n. NN 1882, S. 34)Google Scholar
  33. 53.
    Der Berliner „Verein Mädchenhort“ z.B. rekrutierte die Kolonieleiterinnen aus den im Pestalozzi-Fröbelhaus ausgebildeten Hortleiterinnen (Keller 1913, S. 85).Google Scholar
  34. 57.
    In der Schweiz gab es fast ausnahmslos „geschlossene Ferienkolonien“. Die Unterbringung in Bauernfamilien betrieb nur die Genfer Ferienkolonievereinigung. Allerdings bildeten auch hier die an einem Ort untergebrachten Kinder am Nachmittag mit einigen Betreuern eine Kolonie (Marthaler 1893, S. 5).Google Scholar
  35. 63.
    Diese Entwicklung bestätigt Castell Rüdenhausen (1982): „Die Verschickung (in Hamburg) erfolgte zunehmend in geschlossene sog. Ferienkolonien (meist Gastwirtschaften mit Massenquartieren) und vereinseigene Ferienheime, in denen die Kinder nicht nur untergebracht und verpflegt, sondern auch durch freiwillige Hilfskräfte (meist Lehrer und Lehrerinnen) beaufsichtigt wurden.“ (S. 208f.)Google Scholar
  36. 64.
    Eine differenzierte Auflistung dieser Kolonien findet sich bei Keller (1913, S. 250).Google Scholar
  37. 66.
    Die Graphik wurde nach den Angaben der Zentralstelle der Vereinigungen für Sommerpflege (1895, S. 4ff.) erstellt.Google Scholar
  38. 67.
    Weniger gebräuchlich waren die Bezeichnungen „Fern-“, „Gesamt-“, „Massen-“ oder „Vollkolonie“, so z.B. bei Bergknecht (1902, S. 15/41).Google Scholar
  39. 71.
    Nach Keller sollten diese Häuser weder den Charakter einer Erziehungsanstalt noch eines Krankenhauses haben, sondern als ausgesprochene Ferienheime betrieben werden (Keller 1913, S. 434).Google Scholar
  40. 74.
    So bat z.B. der Frankfurter Ferienkolonieverein, als einer der wenigen noch tätigen Ferienkolonieträger im Jahre 1922, die Kommune, das Haus unter ihre Verwaltung zu nehmen und für die bauliche Instandhaltung zu sorgen (Magistratsbeschluß No. 3461, 1922).Google Scholar
  41. 75.
    Drigalski zählt 1912 insgesamt 141 Kinderheilstätten (1914, S. 551f.).Google Scholar
  42. 76.
    nahm der Hamburger Ferienkolonieverein zwei eigene Kinderhospize in Betrieb, die zusammen über 600 Kinder jährlich aufnehmen konnten. Der Charlottenburger Verein unterhielt das „Kaiser Friedrich Erholungsheim“ in Horst bei Greifswald und hatte im gleichen Jahr eine Aufnahmekapazität von 300 Kindern (Centralstelle 1909, S. 9).Google Scholar
  43. 77.
    “In Sachsen machte man insofern eine kleine Änderung, als dort die Kinder nicht nur in Kolonien mit den Lehrern hinausgesandt wurden, sondern zu den Lehrern aurs Land, wo große Wohnungen in den Schulhäusern waren; und diese Kolonien haben, nach den Berichten des Directors Knauth aus Dresden dem Vereine besondere Freude gemacht, da sie einerseits sich am billigsten stellten, andererseits aber die Kinder ein fertiges Familienleben vorfanden und sich nicht erst in eine sich bildende Familie einzuleben brauchten.“ (Hoch 1883, S. 23f.)Google Scholar
  44. 79.
    Ausgewählt wurden diese „Milchpfleglinge“ für die Nachkur in Frankfurt/M. z.B. von Vereinsmitgliedern, die fast sämtliche Kolonisten des Sommers regelmäßig in ihren Wohnungen aufsuchten, um sich „von ihrem Ergehen und der Dauer des sommerlichen Gewinns an Gesundheit zu überzeugen“ (Bergknecht 1902, S. 49).Google Scholar
  45. 81.
    Abgekochte und sterilisierte Milch als wichtiges Nahrungsmittel und Bestandteil jeder Stadtkolonie brachte dieser Kolonieform sehr bald die volkstümliche Bezeichnung „Milchkolonie“ ein (vgl.: Bergknecht 1902, S. 27 u. Forster 1922, S. 33).Google Scholar
  46. 82.
    Milchkuren, erstmals im Jahre 1882 in der Altstadt von Zürich durchgeführt, waren die schweizer Bezeichnung für die deutschen Milch-bzw. Stadtkolonien (vgl.: Bion 1900, S. 10). Aber auch deutsche Ferienkolonievereine, die in strenger Anlehnung an das „Züricher Modell“ Bions arbeiteten, benutzten diesen Begriff.Google Scholar
  47. 83.
    “Heidefahrten“ - die Dresdener Form der Stadtkolonien - konnten bereits im Jahre 1900 1200 Kinder bei 24 Fahrten aufnehmen (Bergknecht 1902, S. 27).Google Scholar
  48. 84.
    So richtete z.B. die Stadt Bonn einen ständigen Posten im Schuletat von 7500 Mark ein, nachdem der örtliche Ferienkolonieverein die Stadtkolonie nicht mehr ausschließlich aus privaten Sammlungen finanzieren konnte (Selter 1914, S. 429).Google Scholar
  49. 85.
    So konnte z.B. der Ferienkolonieverein Bonn vor dem Ersten Weltkrieg jährlich 30003600 Kinder, d.h. ein Drittel sämtlicher Volksschulkinder, in seiner Stadtkolonie verpflegen (Seher 1914, S. 429).Google Scholar
  50. 86.
    Die Zentralstelle für Volkswohlfahrt (1913) datiert die Gründung eines „Ausschusses für Ferienwanderungen“ in Frankfurt/M. bereits für das Jahr 1897. Dieser Ausschuß konnte im Jahre 1912 insgesamt 55 Wandergruppen mit einer Teilnehmerzahl von insgesamt 1130 Kindern aussenden. Die Wanderungen erstrecken sich über 6–8 Tage und fanden sowohl in den Sommer-als auch in den Herbstferien statt (H. VI, S. 179).Google Scholar
  51. 87.
    Vgl.: Zentralstelle für Volkswohlfahrt (1914, H. VI, S. 93); Centralstelle (1910, S. 20); Bergknecht (1902, S. 36) u. Albers (1927, S. 102).Google Scholar
  52. 88.
    Der Berliner Verein für Ferienkolonien mußte für jede seiner fünf Wanderkolonien im Jahre 1907 über 1000 Mark aufwenden (Centralstelle 1909, S. 20).Google Scholar
  53. 89.
    Vgl.: Zentralstelle für Volkswohlfahrt (1914, H.VI, S. 93).Google Scholar
  54. 90.
    In den Berichten der Zentralstelle der Vereinigungen für Sommerpflege wurden alle diese Einrichtungen, wie bereits zuvor die Stadt-und Wanderkolonien, seit 1908 unter einer Rubrik (“Waldschulen“) geführt. Eine trennscharfe Unterscheidung fand nicht statt. Wie auch in anderen zeitgenössischen Quellen wurden Waldschulen z.T. als Walderholungsstätten verstanden oder Walderholungsstätten ohne Schulbetrieb als Waldschulen bezeichnet (Centralstelle 1908–1916).Google Scholar
  55. 91.
    Vgl.: Hirtz (1912, S. 13ff.); Keller (1913, S. 326); Albers (1927, S. 111); Forster (1922, S. 33).Google Scholar
  56. 94.
    Die bereits 1903 von Becher erwähnten „Döcker’schen Baracken“ dürfen wohl als charakteristisch für die Waldschulen und Walderholungsstätten gelten. In zahlreichen Monographien, Berichten der Zentralstelle, Zeitschriftenartikeln und lexikalischen Werken werden die Vorteile dieser Unterbringungsform diskutiert.Google Scholar
  57. 97.
    Waldschulen in Zusammenarbeit mit Ferienkolonieträgern gab es nach Angaben von Selter (1914) und Keller (1913) in: Charlottenburg, München-Gladbach, Mühlhausen i. Els., Dortmund, Elberfeld, Dresden, Mainz, Bremen und Lübeck (S. 428/ S. 326). Auffallend ist hier die starke Beteiligung der „Vaterländischen Frauenvereine“.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

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  • Thilo Rauch

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