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Einleitung

  • Thilo Rauch
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Part of the DUV: Sozialwissenschaft book series (DUVSW)

Zusammenfassung

Gegenstand der vorliegenden Studie ist die Geschichte der deutschen Ferienkoloniebewegung in der Zeit von 1876 bis 1918. Der Ursprung der Ferienkolonien geht zurück auf den Züricher Pfarrer Hermann Walter Bion (1830–1909). Im Jahre 1876 organisierte er erstmals einen 14tägigen Erholungsaufenthalt für eine Gruppe „armer kränklicher Kinder“ der Stadt Zürich im ostschweizer Kanton Appenzell. Kennzeichnend für diese neue Form der Erholungsfürsorge war die Verbindung von gesundheitsfürsorgerischen Aufgaben mit pädagogischen Intentionen (Bion 1901, S. 3). Bis zu diesem Zeitpunkt waren private Initiativen der Kindererholungsfürsorge ausschließlich medizinisch orientiert. Ältere Bestrebungen in England (1796), Italien (1845) und Frankreich (1847) konzentrierten ihre Arbeit auf die Einrichtung von Kinderseehospizen und Kinderheilanstalten. Daneben gab es nur in Dänemark — nach einer Choleraepidemie im Jahre 1853 — Versuche mit der Entsendung einzelner erholungsbedürftiger Stadtkinder in Landfamilien. Im Gegensatz zu dieser regional begrenzten Maßnahme fanden Ferienkolonien nach dem „Züricher Modell“ aber Verbreitung in ganz Europa.1

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Literatur

  1. 1.
    Der von Bion gegründete Ferienkolonieverein, dessen Leitung im Jahre 1909 von Gottfried Bosshard — “Pflegevogt” und “Meister vom Stuhl” der Züricher Freimaurerloge “Modestia cum Libertate” - übernommen wurde, feierte im Jahre 1976 sein 100jähriges Bestehen und arbeitet heute unter dem Namen “Züricher Stiftung Ferienkolonien”.Google Scholar
  2. 3.
    Noch im Jahre 1915 schätzt man die Zahl der nebenamtlichen Schulärzte auf 800, die der hauptamtlichen lediglich auf 30 (Grossmann 1987, S. 47).Google Scholar
  3. 5.
    An anderem Ort erscheint die Aufzählung in der Reihenfolge: “Schulgesundheitspflege, Hort, Schulpflege” (Grossmann 1987, S. 11 )Google Scholar
  4. 6.
    Zwar kann die Gründung des ersten deutschen Knabenhorts, der Anstalt für aufsichtslose Knaben “Sonnenschein” (die Bezeichnung “Hort” erhielt erst die Nachfolgeeinrichtung in Augsburg 1878), als einer pädagogischen Einrichtung durch Prof. Schmidt-Schwarzenberg in Erlangen, von Wilma Grossmann auf das Jahr 1871 (bzw. 1872 vgl.: Keller 1913, S. 81) zurückgeführt werden, die Ausbreitung der Kinderhorte vollzog sich aber wesentlich langsamer als die der Kolonien, denn die Vereine setzten andere Prioritäten. So nahm sich z.B. die “Hanauer Fechtschule” zunächst der Einrichtung von Ferienkolonien und erst später der Gründung eines Knabenhortes an und auch in der Schweiz wurden Kinderhorte meist von den zuvor bestehenden Ferienkoloniekomitees eingerichtet, so zum Beispiel im Jahre 1886 in Winterthur (vgl.: Marthaler 1893, S. 11).Google Scholar
  5. 11.
    Entgegen den Autoren des Funkkollegs “Jahrhundertwende” möchte ich diese zeitliche Definition im Folgenden nicht auf die Jahre 1880–1930 sondern auf den Zeitraum 18711918 beziehen.Google Scholar
  6. 12.
    Ferienkolonien” - diese Bezeichnung ist nach meinem heutigen Erkenntnisstand eine Wortschöpfung des Pfarrers Hermann Walter Bion. Er verwendet diesen Begriff erstmals am 12. Juni 1876 in einem Spendenaufruf im Tagblatt der Stadt Zürich.Google Scholar
  7. 13.
    Vgl.: Wendt (1983, S. 248).Google Scholar
  8. 14.
    Rüdeger Baron ( 1983, S. 65) nimmt z.B. das Bild einer Berliner Ferienkolonie ohne jegliche Kommentierung und Datierung in sein Kapitel - 3.4.4 Jugend als Zukunft der Nation - auf und verzichtet auf eine Quellenangabe im Abbildungsnachweis ebenso wie auf eine Erwähnung im Stichwortverzeichnis.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Thilo Rauch

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