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Die Struktur von Bubbles

  • Andreas Gruber
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Zusammenfassung

In diesem Kapitel wird untersucht, inwieweit die Existenz von Preisblasen, die fundamental nicht gerechtfertigt erscheinen, mit der Annahme rationaler, homogener Marktteilnehmer vereinbar ist. Einer definitorischen Einführung in den Untersuchungsgegenstand folgen Gründe für die Existenz von Bubbles sowie Bemerkungen zu empirischen Tests. Den Schwerpunkt dieses Kapitels bildet dann eine Formalisierung dieser Problematik.

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References

  1. 10.
    Der Vorzug des Medians gegenüber dem Mittelwert begründet sich in der besseren statistischen Testbarkeit dieser Größe.Google Scholar
  2. 11.
    Dieser exogene Schock kann eine neue Erfindung sein, ein Ernteausfall, eine Seuche, der Beginn oder das Ende eines Krieges. Der Anstoß, aus dem sich der Bubble der Wall-Street im Jahre 1987 bildete, war das Handelsbilanzdefizit der USA. Aus diesem resultierte ein drastischer Wertverfall des US-Dollars, der sich positiv in den Aktienkursen der amerikanischen Unternehmen niederschlug. Diese Abwertungshausse begründete sich in den besseren Gewinnperspektiven der Unternehmen.Google Scholar
  3. 12.
    Den Kursverlust betrachten die Chartisten als ein Zeichen eines dauerhaften Abwärtstrends, die Kursstagnation nach dem Kauf als ein Signal für einen möglicherweise zu späten Einstieg.Google Scholar
  4. 13.
    Dabei wird angenommen, daß der Kurs auf dem zuletzt festgestellten Kurs taxiert wird, wenn keine Aufträge vorliegen.Google Scholar
  5. 14.
    Ein Beispiel für das Auseinanderfallen von individueller und kollektiver Rationalität beschreibt Miron (1986, S.129ff): Vor der Gründung der amerikanischen Notenbank, des Federal Reserve Board, im Jahre 1914 gab es immer wieder finanzielle Krisen. Durch den Agrarsek-tor war der Geld- und Kreditbedarf in jedem Jahr im Frühling durch die Pflanz- und im Herbst durch die Erntesaison höher als in den übrigen Jahreszeiten. Eine typische Panik begann, wenn bei einer Bank in dieser Zeit zusätzlich eine unerwartet hohe Rückzahlung von Einlagen oder der Ausfall eines Kredites auftrat. Hatte die Bank nur geringe Reserven, so mußte sie Forderungen z.Bsp. gegenüber anderen Banken einziehen. Dadurch konnten sich diese Schwierigkeiten auch auf andere Banken übertragen. Diese noch nicht unbedingt gefährliche Kettenbewegung wird verstärkt, wenn es öffentlich bekannt wird, daß eine Bank in “Zahlungsschwierigkeiten” geraten ist. Denn dann kann es auftreten, daß weitere Kunden aufgrund von Risikoüberlegungen ihre Einlagen abziehen. Dieses individuell durchaus rationale Verhalten hat fatale Folgen, die allein aufgrund makroökonomischer Überlegungen nicht eintreten würden. Die Häufigkeit derartiger Paniken ließ mit der Gründung des Federal Reserve Board deutlich nach. Auch die saisonalen Schwankungen der Zinsen verschwanden.Google Scholar
  6. 15.
    Die drei bedeutendsten der in den Tests zur Effizienz des Kapitalmarktes verwendeten Modelle sind das ‘Capital Asset Pricing Model’, die ‘Empirical Market Line’ und das ‘Zeitreihenmodell’ (vgl. Copeland/Weston, 1980, S.317ff). Die Verschiedenheit dieser Modelle ist nur gradueller und nicht essentieller Art. Alle diese Modelle haben gemein, daß die Differenzen zwischen den realisierten Renditen und der aufgrund des Modellansatzes erwarteten Renditen berechnet werden. Sind diese Abweichungen über mehrere Perioden ‘klein’ bzw. ‘groß’, dann wird dies als Konsistenz bzw. Inkonsistenz des untersuchten Phänomens mit der jeweiligen Effizienz-these interpretiert. Diese Methodik hat einen entscheidenden Nachteil: Aus retrospektiver Sicht werden die Kursänderungen auf ganz bestimmte Informationen zurückgeführt, die mit denjenigen, die in dem Kapitalmarkt in der jeweiligen Form verfügbar sind und in der Anlageplanung möglicherweise auch berücksichtigt werden, nicht identisch sein müssen. Somit berücksichtigen diese Beweise nicht alle Faktoren der Anlageentscheidung.Google Scholar
  7. 16.
    In diesem Zeitraum wäre ein prozyklisches Verhalten im Sinne der Chartisten in der Formal is ierung in 2.1.2 erfolgreich gewesen.Google Scholar
  8. 17.
    Die Differenz zwischen dem ersten und dem letzten Kurs eines Börsentages war im Durchschnitt größer als die Differenz zwischen dem letzten Kurs eines Börsentages und dem ersten Kurs des folgenden Börsentages.Google Scholar
  9. 18.
    In einer Abwertungshausse stiegen die Aktien, weil ein fallender US-Dollar eine bessere Performance der Unternehmen versprach. Mit der Zeit nährte sich diese Hausse jedoch allein aus der Erwartung, daß die Kurse weiter steigen würden. Die Verschlechterung der fundamentalen Daten wurde nicht beachtet. Der Bubble platzte im Prinzip ohne ersichtlichen Auslöser, denn das mittlerweile gestiegene Zinsniveau, der Konflikt im Persischen Golf, das Handelsbilanz- und das Haushaltsdefizit waren schon vor dem besagten schwarzen Montag öffentlich bekannt.Google Scholar
  10. 19.
    In der Regel wird davon ausgegangen, daß sich Wirtschaftssubjekte in risikobehafteten Situationen risikoscheu verhalten. Allerdings zeigen Shefrin und Statman (1986), daß dies für das Anlageverhalten am Aktienmarkt nicht in jedem Fall gilt. Sie behaupten, daß sich Anleger zwar risikoavers verhalten, wenn sich ihre Anlagen im Gewinn befinden. Stehen jedoch Verluste zu Buche, so verhalten sie sich risikofreudig, weil es psychologische Hindernisse einer Verlust-Realisation gibt. Die Autoren begründen diese These einerseits durch empirische Beobachtungen, andererseits zeigen sie formal, daß sich dieser Zusammenhang aus der ‘Prospect Theory’ von Kahnemann/Tversky (1979) herleiten läßt.Google Scholar
  11. 20.
    Vgl. die Bemerkungen am Ende des Kapitels.Google Scholar
  12. 21.
    Diese Bedingung ist hinreichend für die Arbitragefreiheit, jedoch nicht notwendig. In Übereinstimmung mit der Literatur (vgl. Blanchard/Watson, 1982, S.296)) wird dieser vereinfachte Ansatz als Ausgangsbedingung postuliert.Google Scholar
  13. 22.
    Das heißt nicht, daß die Verteilungsfunktion bezüglich der einzutretenden Dividendenzahlungen zeitabhängig ist und somit Annahme (A12) verletzt wäre.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1988

Authors and Affiliations

  • Andreas Gruber

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