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Soziale Reform

  • Carsten Quesel
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Zusammenfassung

Schon in der ersten Auflage seines “Sozialismus und Kommunismus” (1842) thematisiert Stein die Problematik der Sozialreform, ohne sie allerdings schon unter dieses Etikett zu fassen. Dabei adaptiert er in zugleich kritischer und konstruktiver Intention Momente der von ihm rezipierten sozialistischen Theorien. Insbesondere nimmt er Ansätze von Saint-Simon, Fourier und Blanc als Anknüpfungspunkte, ohne sich unterdessen derart auf diese Entwürfe einzulassen, daß er selbst dem Sozialismus zugerechnet werden könnte (1).

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Anmerkungen

  1. (1).
    Zur Sozialismusrezeption und zum Assoziationskonzept Steins in der ersten Auflage seines “Sozialismus und Kommunismus” (1842) vgl. Uhl (1977, 100ff); Hörburger (1982).Google Scholar
  2. (2).
    Stein hält sich bei der Schilderung von Owens patriarchalischem Reformprojekt an dessen Arbeit “A new view of society” (1813). Vgl. als weitere Analysen und Appelle Owens in diesem Kontext Owen (1949). Zur Entstehungsgeschichte der englischen Arbeiterbewegung vgl. Thompson (1987, insbes. 882ff); als Dokumentation vgl. Morris (1954).Google Scholar
  3. (3).
    Als Interpretationsansätze zu Steins Konzept einer “Republik des gegenseitigen Interesses” vgl. Böckenförde (1963, 168); Pankoke (1970, 94ff); Pankoke (1977, 121ff); Maluschke (1978, 236ff).Google Scholar
  4. (4) Zu Steins Konzept eines “Königtums der sozialen Reform” vgl. etwa Angermann (1962, 203ff); Böckenförde (1963, 162ff); Pankoke (1970, 93ff); Blasius (1971b); Pankoke (1977, 120ff). Wenn es auch nicht erstaunen kann, daß Steins Begriff des sozialen Königtums im Establishment des Deutschen Kaiserreiches zur gängigen Floskel wird, ist doch bemerkenswert, daß auch Ferdinand Lassalle mit dieser Idee kokettiert; vgl. Lassalle 1962, lOOff.Google Scholar
  5. (5).
    Zu Steins Konzeption sozialer Verwaltung vgl. Pankoke (1970), 194ff; Pankoke (1977); Scheuner (1982). Als Vordenker des Sozialstaates erfährt Stein breite Anerkennung. Für Otto Hintze ist er “der Ahnherr unserer bürgerlichen Sozialpolitik, wie Karl Marx der Ahnherr der sozialdemokratischen Tradition” (Hintze 1921, 1). Nach Ernst Forsthoff gibt Stein dem modernen Staat im “sozialen Auftrage... eine neue Daseinsberechtigung, die bis in unsere Tage hineinreicht und in der möglicherweise seine Überlebenschance beruht” (Forsthoff 1972, 20). Steins Staatszielbestimmung beschränke sich “nicht auf die Gewährleistung der Freiheit vom Staat, sondern sie umfaßt auch die Vorsorge dafür, daß die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Freiheit der Selbstbestimmung hergestellt und bewahrt werden” (ebd.). In die gleiche Richtung zielen vorsichtigere Feststellungen wie die, daß Steins Konzept des Sozialstaats “für das gegenwärtige Verständnis von Sozialstaatlichkeit noch von grundlegender Bedeutung ist” (Maluschke 1982, 320), daß er als “erster großer Verfechter” des Sozialstaatsprinzips anzuerkennen (Huber 1965, 511) und insofern zu dem kleinen Kreis von Theoretikern zu zählen sei, die “den Weg in unser Jahrhundert vorgedacht und vorbereitet haben” (Kästner 1978, 402). Zeichnen solche Äußerungen sich durch eine reservierte Unverbindlichkeit aus, sieht Reinhard Koselleck das Werk Steins durch die historische Entwicklung verifiziert: “Die Macht der Ereignisse, der vergangenen wie unserer Gegenwart, hat seine Prognosen bewahrheitet” (Koselleck 1965, 87). Im gleichen Sinne meint Ernst-Wolfgang Böckenförde, daß es “keiner langen Interpretation” bedürfe, um den Sachgehalt der Sozialstaatsprognose Steins erkennen zu können (Böckenförde 1963, 147). Er betrachtet Steins Konzept als “Ergebnis der theoretisch erfaßten geschichtlichen Bewegung von Staat und Gesellschaft, die sich in Frankreich von 1789 bis 1848 vollzogen hat und in ihrem strukturellen Kern paradigmatisch für das ganze moderen Europa geworden ist” (ebd.).Google Scholar
  6. (6).
    Zur Reformdiskussion im deutschen Kaiserreich vgl. Bruch (1985); Blasius (1972); Müller (1974); zum Verein für Sozialpolitik vgl. Lindenlaub (1967). Zum Zusammenhang von Sozialpolitik und Arbeiterbewegung vgl. Tennstedt (1983); zur Entstehung des Sozialstaates vgl. Ritter (1986).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Carsten Quesel

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