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Die Sprachwissenschaft im gesellschaftlichen Kontext

  • Annette Trabold
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Part of the DUV Sozialwissenschaft book series (DUVSW)

Zusammenfassung

Die Diskussion um die Jenninger-Rede fand, wie eingangs erwähnt, in den Medien ohne die Personengruppe statt, die am kompetentesten eine grundlegende Analyse des ‚Falls‘ hätte vornehmen können: die Sprachwissenschaftler.

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Referenzen

  1. 11.
    Darunter sind ebenso Kultur- wie Sozialwissenschaften subsumiert.Google Scholar
  2. 12.
    Das ist das grundlegende Problem der Behandlung sprachlicher Themen in den Medien: Während Journalisten sonst versuchen, sich für ihre jeweiligen Themengebiete kundig zu machen (Medizin, Landeskunde etc.), werden bei der Behandlung sprachlicher Themen wissenschaftliche Erkenntnisse so gut wie nie herangezogen.Google Scholar
  3. 13.
    „Bis heute“ bezieht sich auf das Jahr 1923. Die Geschichte der folgenden Jahrzehnte zeigt, daß auch im Jahr 1991 das „bis heute“ noch seine Gültigkeit hat. M.E ist und bleibt, zumindest von der theoretischen Möglichkeit her, die Sprache auch die einzige Einrichtung der Gesellschaft, die auf sozialistischer Grundlage beruhtGoogle Scholar
  4. 14.
    So bemerkt auch Scherpe bei seinem Eröffnungsvortrag zum Germanistentag 1987: „Ich (wünsche) mir ein Dutzend Germanisten, die unsere verschiedenen, zum Teil außerordentlich aufregenden Produkte und Projekte vor den Mikrophonen und Kameras darstellen könnten“ (Scherpe 1988, 17), und er fordert zum Abschluß seiner Einfuhrungsrede: „Eine weitere Selbstbeteiligung der Germanistik an der multimedialen Außenwelt allerdings, wie auch der nächste aufrechte Gang in die politischen Schaltzentralen der Macht, sollte vor Ort, wo immer Germanisten zusammentreffen, beschlossen werden“ (Scherpe a.a.O., 18).Google Scholar
  5. 15.
    Vgl. Stuttgarter Zeitung, 17.1.1990: „Universität Stuttgart und Tübingen kooperieren mit IBM. Gemeinsam den Computern das Sprechen [sic!] beibringen. Erster Sonderforschungsbereich mit Beteiligung der Industrie.“ Selbstverständlich sollten auch neue Studienfächer und Forschungbereiche geschaffen werden — der Verfasserin geht es hier aber ausschließlich um die höhere Wertschätzung der Computerlinguistik, die sich durch die großzügigere Behandlung seitens der Geldgeber ablesen läßt.Google Scholar
  6. 16.
    „Historisch hatte diese Forderung den Sinn, Wissenschaft von religiösen Tabus und landes- oder parteipolitischen Imperativen freizustellen. Das Wertfreiheitspostulat war also gegen die Forderung dogmengebundenen Denkens und parteiische Wissenschaft gerichtet und daraus erklärt sich [.] die Tatsache, daß bei der Gründung europäischer wissenschaftlicher Akademien nur die exakten Naturwissenschaften zugelassen waren“ (Eberlein 1987, 19f.).Google Scholar
  7. 17.
    Vgl. dazu die ausführliche Darlegung bei Eberlein 1987, 27ff.Google Scholar
  8. 18.
    Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, daß es sich bei diesen Überlegungen nicht um eine „blinde[n] Opposition gegenüber wissenschaftlichem Fortschritt und wissenschaftlicher Forschung überhaupt“ handelt, sondern um „Opposition gegenüber blinder Wissenschaft und blindem Fortschritt“ (Eberlein 1987,128; Hervorheb. A.T.).Google Scholar
  9. 19.
    Allen voran der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Lothar Späth. Zur Auseinandersetzung mit dessen gesellschaftspolitischen Ansichten aus Sicht der Germanistik vgl. auch Scherpe 1988, S.9f. und Kemper 1988, S. 147, Anmerkung 28.Google Scholar
  10. 20.
    Vgl. zu der Tagung den Bericht von Gerhard Müller in: Muttersprache Bd. 99, 2/1989, S. 172–175.Google Scholar
  11. 21.
    Der Terminus dient höchstenfalls als „Behelfsbegriff zur leichteren Kategorisierung der speziell angewandten wissenschaftlichen Methode im Sinne der weiteren Erläuterung im Handbuch der Linguistik, Stammerjohann, 1975: „Der Gegenstandsbereich, den die Soziolinguistik unter interdisziplinärer Anwendung linguistischer und sozialwissenschaftlicher Methoden zu beschreiben und zu erklären hatGoogle Scholar
  12. 22.
    Vgl. dazu auch Kapitel 1.2 dieser Arbeit.Google Scholar
  13. 23.
    Diese Auffassung hängt u. a. mit der Forderung der Verfasserin nach Vereinbarkeit von theoretischen Überlegungen/Modellen und der Realisierung dieser Modelle in der Praxis zusammen. So ist m.E. gerade auch Horkheimers Modell einer „kritischen Theorie“ aufzufassen: „An der Existenz des kritischen Verhaltens, das freilich Elemente der traditionellen Theorien und dieser vergehenden Kultur überhaupt in sich birgt, hängt heute die Zukunft der Humanität. Eine Wissenschaft, die in eingebildeter Selbständigkeit die Gestaltung der Praxis, der sie dient und angehört, bloß als ihr Jenseits betrachtet und sich bei der Trennung von Denken und Handeln bescheidet, hat auf die Humanität schon verzichtet“ (Horkheimer, 81980, 56; Hervorheb. A.T.).Google Scholar
  14. 24.
    Vgl. dazu auch Weisgerber, dessen Beschreibung einer politischen Dimension des Deutschunterrichtes auf dieser grundlegenden Annahme beruht: „Grundsätzlich kann kein Zweifel bestehen: die Chancen einer Demokratisierung von Gesellschaft und Staat stehen in engem Zusammenhang mit der Frage, ob es gelingt, denjenigen, denen die Mitwirkung an politischen Entscheidungen theoretisch zugesagt ist, auch die sprachlichen Qualifikationen zu vermitteln, die für die praktische Umsetzung dieses Rechts und dieser Pflicht erforderlich sind. Das gilt ebenso für den Bereich der Sprachproduktion wie für den der Rezeption von Sprache (einschließlich der Sprachkritik)“ (Weisgerber 1988, 177; Hervorheb. A.T.). Die konkreten Auswirkungen dieser grundlegenden Annahme bzw. dieses Postulates werden uns bei der Behandlung des Themas „Deutschunterricht in der Schule“ (Kap. 4 dieser Arbeit) noch ausführlicher beschäftigen.Google Scholar
  15. 25.
    Vgl. dazu zur Einführung: Schmich 1987 (mit ausführlicher Bibliographie), Beutin 1976, Deubzer 1980, Heringer (Hrsg.) 1982, Sternberger/Storz/Süskind 31968, Wimmer 1982, ders. 1983, ders. 1984.Google Scholar
  16. 26.
    Mit diesen Formen der nicht-linguistisch fundierten Sprachkritik werden wir uns im Verlauf der Arbeit noch weiter auseinandersetzen müssen.Google Scholar
  17. 27.
    Vgl. zu diesen Möglichkeiten der Sprachkritik: von Polenz 1982, 70 ff. Er erläutert dort ausführlich diese Variablen (X) der Kritik, die den Bereich „Sprache bzw. Sprecher“ als Gegenstand der Kritik sinnvoll untergliedern und die „Form der üblichen sprachwissenschaftlichen Zweiteilungen in ‚parole‘ und ‚language‘, ‚performance‘ und ‚competence‘“ (a.a.O., 70) auch als Gegenstand der Sprachkritik erweitert.Google Scholar
  18. 28.
    Vgl. dazu ausführlich Heringer 1982a, 3ff. Diese Unterteilung in verschiedene Arten der Sprachkritik ist natürlich nicht so strikt aufzufassen. Es werden damit lediglich Akzente gesetzt.Google Scholar
  19. 29.
    Vgl. Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung (Hrsg.) 1982. Sprachgefühl? Vier Antworten auf die Preisfrage: Ist Berufung auf „Sprachgefühl“ berechtigt? Von Hans-Martin Gauger und Wulf Oesterreicher, Helmut Henne, Manfred Geier, Wolfgang Müller. Mit einer Nachbemerkung von Gerhard Storz. Heidelberg.Google Scholar
  20. 30.
    Auch in diesem Falle wurde die hypostasierende Schreibweise nur aus schreibökonomi-schen Gründen gewähltGoogle Scholar
  21. 31.
    Vgl. dazu Wimmer: 1984, 21; 1982, 298ff.; 1983, 12f. dort besonders Anmerkung 20 zum Gebrauch von „reflektiert“.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

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  • Annette Trabold

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