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Strukturelle Eigenschaften

  • Carola Eschenbach
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Part of the Studien zur Kognitionswissenschaft book series (SZKW)

Zusammenfassung

Als strukturelle Eigenschaften bezeichne ich Eigenschaften, die sich auf den Aufbau eines Objektes aus seinen Teilen beziehen und Eigenschaften der Teile oder deren Beziehungen untereinander spezifizieren. Die Berücksichtigung struktureller Eigenschaften ist sowohl für die Repräsentation von Objekten oder typischen Objekten einer Kategorie als auch für die Modellierung von Wortbedeutungen und Wortformbedeutungen wichtig.1

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Literatur

  1. 1.
    S.a. Winston et al. (1987), die aber keine Trennung zwischen der Relation Teil-von und den anderen für die Struktur einschlägigen Eigenschaften und Beziehungen vornehmen, sondern verschiedene Teil-von-Relationen annehmen.Google Scholar
  2. 2.
    s. Smith-Stark 1974Google Scholar
  3. 3.
    s.a. Eschenbach & Heydrich 1993Google Scholar
  4. 4.
    Nichtextensionale Strukturen werden insbesondere von Simons (1987) diskutiert.Google Scholar
  5. 5.
    In der klassischen Mereologie stimmen die beiden Operationen Supremum und Summe überein, jedoch ist dieses in nichtextensionalen Strukturen nicht unbedingt der Fall.Google Scholar
  6. 6.
    s. Simons 1987 zu einer detaillierten Betrachtung der Unterschiede.Google Scholar
  7. 7.
    Leonard & Goodman (1940) sowie Krifka (1989, 1991) quantifizieren über Mengen. Außerhalb des Rahmens der Standard-Prädikatenlogik bewegen sich Lesniewski (1927–30, 1982) und Lewis (1991) mit ihrem Apparat der ,pluralen Qualifikation’ (s.a. Boolos 1984).Google Scholar
  8. 8.
    s. Krifka 1989, 1990b, 1991, Eberle 1988, L0nning 1989, Eschenbach 1989, Simmons & Eschenbach 1990, Link 1991a, und dezidiert nichtmereologische Ansätze zur Modellierung der natürlichsprachlichen Termkonjunktion und wie Landman 1988, 1989 und Hoeksema 1983, 1988.Google Scholar
  9. 9.
    Sharvy (1980), Krifka (1989) und Eschenbach (1993) zeigen auf, daß durch diese Definition der definite Artikel angemessen modelliert wird.Google Scholar
  10. 10.
    Das Extensionalitätsaxiom führt im Rahmen der anderen Definitionen und Axiome dazu, daß zwei Individuen sich stets auf der Basis mereologischer Konzepte voneinander unterscheiden lassen. Damit gilt insbesondere, daß jedes nichtatomare Individuum die Summe seiner echten Teile ist. Allerdings kann die Summe von Objekten Eigenschaften aufweisen, die keiner der echten Teile hat.Google Scholar
  11. 11.
    Anzumerken ist natürlich, daß [ASGS] Vollständigkeit der Summenbildung nur für diejenigen Mengen fordert, für die innerhalb der formalen Sprache ein definierendes Prädikate formulierbar ist (s. L0nning 1989).Google Scholar
  12. 12.
    Für weitere Ansätze zur Auszeichnung von Zählnomen oder sortalen Prädikaten s. Gabbay & Moravcsik 1973.Google Scholar
  13. 13.
    Auch zur Auszeichnung von sortalen Prädikaten sind mereologische Bedingungen herangezogen worden. Feldman (1973), der eine ganze Reihe verschiedener Charakterisierungen der Sortalität aufführt und miteinander vergleicht, gibt insgesamt sechs verschiedene Varianten mereologischer Kriterien an. Die zugrundliegenden Schemata der Definitionen lassen sich als u- bzw. c-Sortalität bezeichnen. Ein Prädikat ist u-SORTAL, wenn es nicht auf die Summe zweier Objekte, auf die es zutrifft, zutrifft. Ein Prädikat ist c-SORTAL, wenn es nicht auf drei Objekte zutrifft, die echte Teile voneinander sind. Die weiteren Unterschiede bestehen im wesentlichen darin, daß Summierbarkeit bzw. Teilbarkeit nicht rein mereologisch verwendet wird, leere Prädikate ausgeschlossen oder modale Konzepte hinzugenommen werden. Als Nachteil der aufgeführten und diskutierten mereologischen Charakterisierungen ist zu werten, daß durch diese zwei Katzen und drei Liter Wein stets als sortales Prädikat eingestuft werden müssen. Überlappungsfreiheit impliziert sowohl u-Sortalität als auch c-Sortalität.Google Scholar
  14. 14.
    s.a. Krifka 1989, 1991Google Scholar
  15. 15.
    S. hierzu auch Gabbay & Moravcsik 1973.Google Scholar
  16. 16.
    Hier ist das auf eine Idee von D. Lewis zurückgehenden und von Pelletier (1974) beschriebenen Gedankenexperiment des ‚Universal Grinders’ zu nennen. Der Universal Grinder ist in der Lage, beliebige Objekte zu einer uniformen Substanz zu zermahlen und gleichmäßig auf dem Fußboden zu verteilen. Beschickt man diesen beispielsweise mit einem Buch, so ist anschließend Buch über den ganzen Boden verteilt. Es lassen sich jedoch auch Nomen finden, die sich dem Effekt des Universal Grinders verschließen. Hierzu gehören insbesondere diejenigen, deren Bedeutung essentiell auf Formmerkmalen beruht (Tropfen, Flasche, Stange). Parallel zu dem Universal Grinder beschreibt Bunt (1985) den »Universal Sorter’, der beliebige Substanzen analysiert und dazu qualitative Urteile der Art dieses ist ein heißer Tee oder dieses ist ein heller Sand liefert.Google Scholar
  17. 17.
    Für diese Sprachen könnte allenfalls eine Untergliederung in Stoffnomen und Gattungskollektiva postuliert werden. Fraglich ist allerdings, in welchem Maße diese Unterscheidung tatsächlich sprachliche Relevanz hat. Das (sprachliche) Kriterium ,Kombinierbarkeit mit einem Klassifikator’ setzt eine Untergliederung der Quantitätsnomen in Maß- und Zähleinheiten voraus, die von Grammatiken dieser Sprachen systematisch nicht vorgenommen wird. (Vgl. z.B. auch die Darstellung des Japanischen von Weinert (1980)).Google Scholar
  18. 18.
    S. hierzu Sharvy (1978), Noonan (1978), Allen (1980), Mufwene (1984), Link (1983), Bunt (1985), Krifka (1989, 1991), Wierzbicka (1988:499ff) und insbesondere Pelletier & Schubert (1989).Google Scholar
  19. 19.
    Die Aufsatzsammlung in Pelletier (1979) stellt eine gute Übersicht über die verschiedenen sprachphilosophischen Ansätze zu diesem Thema dar. Sie enthält zudem eine Bibliographie zu der bis dato erschienenen Literatur. Als Ergänzung hierzu ist insbesondere Pelletier & Schubert (1989) zu nennen, die zudem eine Aktualisierung der Bibliographie vornehmen. Auf die verschiedenen Theorien zu Massennomen in diesem Bereich kann ich hier nicht im Detail eingehen, da sie eng mit ontologischen Basisfragen verbunden sind. Das Ziel dieser Arbeit ist jedoch nicht, die entsprechenden Fragen zu beantworten, sondern vielmehr einen auf das sprachliche Lexikon und Fragen der Bedeutungskomposition bezogenen formalen Rahmen für die Handhabung von nominalen Ausdrücken zu liefern. Damit gilt es hier vor allem, die sprachlichen Fakten (auch unter Berücksichtigung verschiedener Sprachen) zu sichten. Sprachphilosophische Ansätze werden demgemäß primär dann herangezogen, wenn sie hierfür aufschlußreiche Überlegungen beitragen.Google Scholar
  20. 20.
    Allen (1980) macht nicht deutlich, ob er Zählbarkeit damit als syntaktisches Merkmal der Nominalphrase modellieren will. Pelletier & Schubert (1989) zeigen auf, daß bei der Betrachtung von vollständigen Nominalphrasen Zählbarkeit als syntaktisches Merkmal keinen Nutzen mehr hat.Google Scholar
  21. 21.
    Bei Pluraliatantum wie Masern, Kosten und Shorts kann auch der Plural als Vertreter der transnumeralen Kategorie angesehen werden, allerdings ist dieses im Deutschen relativ selten zu beobachten. Für Pluraliatantum wie Eltern, Leute und Geschwister erscheint es dagegen angemessen, die Nomen als auf die (reguläre) plurale Verwendung fixiert anzusehen.Google Scholar
  22. 22.
    PTQ (proper treatment of quantification), Montague 1973, Barwise & Cooper 1981.Google Scholar
  23. 23.
    S. hierzu Pelletier (1979), Bunt (1985), Krifka (1989) und die dort erwähnte Literatur. Im Zentrum dieser Diskussion stehen die Fragen, ob und wie generische Aussagen mit Massennomen in Beziehung zu objektbezogenen oder prädikativ verwendeten zu setzen sind und ob die Analyse sprachlicher Ausdrücke mit der physikalischen Realität in Einklang stehen muß.Google Scholar
  24. 24.
    Das von Bunt (1985) vorgestellte Grammatikfragment weist einige Schwächen auf. Während some drei verschiedenen Interpretationen erhält, konnte ich keine Regel entdecken, die die Kombination eines singularen Zählnomens mit dem definiten Artikel erlaubt. Plural erhält keine systematische Interpretation, sondern wird nur im Kontext einiger Determinatoren (some 2 ) oder durch einige Regeln (bloße Plurale) integriert. Bei der Kombination mit the oder these bleibt Plural jedoch uninterpretiert.Google Scholar
  25. 25.
    Damit reicht ein Übergang zu einer intensionalen Interpretation für die Analyse der zu behandelnden Ausdrücke nicht aus. Link (1983:304) geht davon aus, daß Individuen durch sprachliche Ausdrücke erzeugt werden, womit die Existenz von Objekten im Diskursuniversum nicht notwendig mit der Existenz eines Gegenstückes in ,der Realität’ zusammenhängt. Demgemäß kann seine Theorie als ,repräsentationsorien-tiert’ im Sinne von Heydrich (1995) angesehen werden. Vgl. hierzu auch Links Ausführungen zu restriktiven Relativsätzen mit zwei nominalen Köpfen (1983:319ff.)Google Scholar
  26. 26.
    Auf die Rolle, die Link (1983) diesem zuweist, werde ich nicht weiter eingehen, da dieser Punkt einerseits für die generelle Diskussion keine große Relevanz hat und andererseits in seinen späteren Arbeiten nicht wieder aufgegriffen wurde (vgl. Link 1984, 1991b). Für eine Kritik seines Vorschlags s. Eschenbach (1989).Google Scholar
  27. 27.
    s. hierzu insbesondere Landman 1988, 1989, sowie den Vergleich der Ansätze von Link und Landman in Manowsky 1992.Google Scholar
  28. 28.
    S.a. Krifka 1990b, Barker 1992 für Argumente gegen die Identifikation der Problembereiche.Google Scholar
  29. 29.
    z.B. Landman 1988, 1989, Hoeksema 1988, Scha & Stallard 1988, L0nning 1989, Dölling 1990, Barker 1992.Google Scholar
  30. 30.
    Beispiel nach Link 1984.Google Scholar
  31. 31.
    Link 1984, Hoeksema 1988, Scha & Stallard 1988, Landman 1988, 1989. Die formalen Eigenschaften der verschiedenen Systeme werden extensiv von L0nning (1989) diskutiert und miteinander verglichen.Google Scholar
  32. 32.
    Genau genommen gibt es zwei ,Pluraloperatoren’. Einer, der lediglich den σ-Abschluß bildet, und einer, der die Atome aus dem Denotat eliminiert.Google Scholar
  33. 33.
    Dieses gilt nicht nur für sortale, sondern auch für relationale Nomen wie Vater und Schwester (s. Eschenbach 1993).Google Scholar
  34. 34.
    Dieses ist jedoch für Apfel und Rind noch eine vereinfachte Darstellung des Sachverhaltes, denn bei deren Substanzverwendungen werden bestimmte (nichteßbare) Teile ausgeblendet. Zum Universal Grinder s. Fußnote 16.Google Scholar
  35. 35.
    ,in etwa’, da z.B. auch Schafe dem Vieh zugerechnet werden und auch Tomaten den Früchten.Google Scholar
  36. 36.
    Beispiele nach Krifka (1989:6)Google Scholar
  37. 37.
    Damit gilt: ∀ b [ctbl(U)(b) ↔∀y[b∘y↔∃z[Z⊆b⋀ at(U)(z) ⋀ z ∘ y]]] und ∀ b [ctbl(U)(b) ↔∀y[b∘y↔∃z[z⊂b⋀ at(U)(z) ⋀ z ∘ y]]]. Die Operatoren ctbl und cmplx entsprechen den Pluraloperatoren von Link (1983). Sie werden hier allerdings nicht als Operatoren auf der gesamten Nomenbedeutung angesehen, sondern lediglich auf das jeweilige Zählkriterium angewendet.Google Scholar
  38. 38.
    Man vergleiche diese Charakterisierung mit der Formulierung von Frege (1884:59), „daß die Zahlangabe eine Aussage von einem Begriffe enthalte“. Zahlen als Prädikate über Prädikate aufgefaßt erlauben unter der Voraussetzung, daß U überlappungsfrei ist, die Definition q(n)(U)(x) ↔ n(λy [y⊆X⋀ U(y)]). Der Nachteil dieser Analyse ist allerdings, daß sie keine sinnvolle Interpretation von Maßeinheiten zuläßt, ein Phänomenbereich, der von Frege leider nicht berücksichtigt wurde.Google Scholar
  39. 39.
    Es gibt aber auch gequantelte Prädikate, für die (25) nicht gilt.Google Scholar
  40. 40.
    S. Eschenbach (1993) und Abschnitt 5.4.2 für Argumente gegen die Annahme, daß als semantischer Anteil des Lexikoneintrags λX [wom_n(x) ⋀ at(pers)(x)] auftritt.Google Scholar
  41. 41.
    Es ist mir nicht klar, wie die für Weine auftretende Präferenz zur Sorteninterpretation und die für drei Wein auftretende Präferenz der Portionsinterpretation zu erklären ist (vgl. drei Schnäpse, ?drei Schnaps). Google Scholar
  42. 42.
    Der hier angenommene Prozeß der Bedeutungskonstitution von singularen Nominalphrasen mit Zählnomen genügt dem allgemeinen Kompositionalitätsgrundsatz (die Bedeutung des Gesamtausdruckes ergibt sich aus der Bedeutung der Teilausdrücke und der Art wie diese syntaktisch kombiniert sind) nicht vollständig, da die Integration der beiden Bedeutungsanteile des Nomens durch den Kontext bedingt wird. Dieses hängt jedoch auch mit der Entscheidung für den Rahmenformalismus zusammen. Unter der Annahme, daß nicht nur auf der lexikalischen, sondern auch auf anderen Ebenen die Bedeutungsanteile komplexer strukturiert sind, ließe sich auch dieser Prozeß kompositional formulieren.Google Scholar
  43. 43.
    Insbesondere dieser Effekt kann nicht erklärt werden, wenn der semantische Effekt des Zählsingulars auf die Anwendung von at zurückgeführt wird.Google Scholar
  44. 44.
    Eschenbach & Heydrich (1993) untersuchen grundlegende Konzepte für Integritätsbedingungen in verschiedenen Domänen unter Verwendung der klassischen Mereologie.Google Scholar
  45. 45.
    Der Unterschied zwischen fünf Blatt Papier und fünf Blätter Papier wird somit in der hier vorgenommenen Analyse nicht semantisch erfaßt, insbesondere, da hier keine Unterschiede hinsichtlich der Anwendungsbedingungen oder Wahrheitsbedingungen anzutreffen sind. Im Rahmen der Maßangaben wird deutlich werden, daß dagegen semantisch zwischen drei Glas Wein und drei Gläser Wein differenziert werden kann, wobei allerdings der zweite Ausdruck auch die Interpretationen erlaubt, die dem ersten zukommen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Carola Eschenbach

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