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Numeralia und die Struktur der Nominalphrase

  • Carola Eschenbach
Chapter
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Part of the Studien zur Kognitionswissenschaft book series (SZKW)

Zusammenfassung

Als Grundlage für die semantische Analyse von natürlichsprachlichen Quantitätsangaben behandelt dieses Kapitel die syntaktische Struktur von Nominalphrasen, in denen Numeralia auftreten, und mündet in einem Vorschlag für die Grundform der lexikalischen Einträge von Numeralia. Quantitätsangaben sind — gemäß der Argumentation dieses Kapitels — in den verschiedenen oben vorgestellten syntaktischen Konstellationen stets Konstituenten und leisten somit einen vom Kontext unabhängig darstellbaren Bedeutungsbeitrag. Da verschiedene Analysen den Quantitätsangaben in den quantitativen Nominalgruppen und den (Pseudo-)Partitivkonstruktionen der Konstituentenstatus absprechen, gehe ich in der Argumentation ausführlich auf diese Ausdrücke ein. Bei den weiteren Kontexten für Quantitätsangaben kann später auf Analysen anderer Autoren aufgebaut werden.

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Literatur

  1. 1.
    Die interne Struktur komplexer Numeralia wie dreihundertfünfundsechzig behandle ich nicht. Siehe aber z.B. Hurford 1987.Google Scholar
  2. 2.
    Die Vereinfachungen, die diese Darstellung beinhaltet, berühren u.a. die folgenden Punkte: • Einige Farbadjektive (z.B. rosa, lila, oliv) flektieren nicht unbedingt. • Wird ein Wort der Flexionsklasse von kein als alleiniger Vertreter einer Nominalphrase verwendet, dann tritt auch immer eine Flexionsendung auf (KeinER hat mir gesagt, wie nett Wolfgang ist). • Im Dativ können sich auch Adjektive gegenseitig beeinflussen (Er schwärmt von gutem altEN Wein.) • In seltenen Fällen können auch Determinatoren andere flektierende Elemente vorangehen (einem jeden). Auch in diesem Fall wird für das zweite Element der Flexionskette die schwache Adjektivflexion gewählt. (S. auch Schachtl 1989 zur pränominalen Flexion und der Rolle des ersten Elementes der Flexionskette.)Google Scholar
  3. 3.
    Man beachte, daß in diesem Fall die Wortstellung mit Skopusfragen interagiert: Während die drei schnellsten Läufer über verschiedene Distanzen angetreten sein können, gilt dieses nicht für die schnellsten drei Läufer. In bezug auf ein bzw. den Singular sind derartige Differenzen jedoch ausgeschlossen, was damit zusammenhängen kann, daß entsprechende Ausdrucksmöglichkeiten fehlen.Google Scholar
  4. 4.
    Mit ähnlichen Phänomenen beschäftigt sich Klooster (1972). Seinen Ausführungen zu Folge scheint im Niederländischen die Dichotomie Zähleinheit vs. Maßeinheit einschlägig für die Markierung bzw. Nichtmarkierung des Plural zu sein.Google Scholar
  5. 5.
    Als ein Kriterium, ob ein Nomen als Quantitätsnomen auftreten kann, werte ich die Möglichkeit des Vorkommens in quantitativen Nominalgruppen. Bei dieser Klassifikation gilt allerdings auch wieder, daß bei verschiedenen Nomen die Bewertung bzgl. Grammatikalität der unmarkierten Formen von Sprecher zu Sprecher variiert.Google Scholar
  6. 6.
    S. ausführlicher Plank 1981:143ff. Ausnahmen bilden Tracht und Handbreit, die überhaupt nicht flektiert werden. Einige Sprecher sehen Millionen als singulare Form an: ,eine Millionen Franc Kaution’. Google Scholar
  7. 7.
    (a) Löbel 1989, 1990a,b, Krifka 1989:226, Mayer 1981, (b) Bhatt 1990, (c) Heidolph et al. 1980:308f., Bierwisch 1987, Hurford 1987:212ff, Krifka 1989:18f., (d) Eschenbach 1991, evtl. Corbett 1978b. In (c) steht 0 für ein von Bierwisch angenommenes leeres Adjektiv.Google Scholar
  8. 8.
    s.a. Corbett (1993), der Numeralkonstruktionen des Russischen als Testfall für die Untersuchung verschiedener Kriterienbündel für die Kopfauszeichnung analysiert.Google Scholar
  9. 9.
    Deadjektivische Nomen flektieren wie Adjektive und sind der klareren Darstellung wegen hier nicht aufgenommen.Google Scholar
  10. 10.
    Der Terminus ,Quelle’ ist vielleicht nicht ganz angemessen, da die einzelnen Merkmale nicht ,verschwinden’, wenn die entsprechende Position nicht realisiert ist.Google Scholar
  11. 11.
    Heidolph et al. (1980:268) und Löbel (1986:83) verweisen jedoch darauf, daß der Genitiv hierbei nicht notwendig syntaktische Unterordnung signalisiert.Google Scholar
  12. 12.
    Eine enge Apposition hat die Form mein Freund Klaus, während Kari, meine schwedische Freundin, eine lose Apposition ist. Vgl. Eisenberg 1985, Löbel 1986, Bhatt 1990, die auf die Probleme der Zuordnung der quantitativen Nominalgruppe zu diesen Klassen hinweisen.Google Scholar
  13. 13.
    Die Formen deadjektivischer Nomen lassen sich flexibler als die anderen einsetzen. Im singularen Fall (eine Portion Gefrorenes) wird die Form gen.sg.neut (Geforenen(s)?) vermieden. Die dritte Variante funktioniert im Dativ und Genitiv nicht mit pluralen deadjetivischen Nomen (*trotz / mit einer Gruppe Ahnungslose). Ansonsten sind alle Varianten verwendbar.Google Scholar
  14. 14.
    Ausnahmen betreffen insbesondere Angaben, die mit Geldbeträgen zusammenhängen: Alimente, Ausgaben, Auslagen, Kosten, Schulden, Unkosten. Google Scholar
  15. 15.
    S. a. Corbett 1978a, bGoogle Scholar
  16. 16.
    In Abschnitt 6.5.1 zeige ich, daß diese Annahme auch für relationale Maßeinheiten wie Prozent zu plausiblen Resultaten führen kann.Google Scholar
  17. 17.
    Zu beachten ist, daß für die Interpretation von sein Übergewicht ebenso wie für seine drei Kilo Übergewicht gilt, daß der Referent des Possessivpronomens als Argument des Dimensionsnomens verstanden wird.Google Scholar
  18. 18.
    Hierin wird dem Nomen bei der Kombination mit einem Numeral der Kopfstatus zugesprochen. Diese Annahme ist gewissermaßen konservativ und sicherlich diskutabel (s. z.B. Corbett 1993)Google Scholar
  19. 19.
    Maß- und Zähleinheiten haben den logischen Typ (e, t), Numeralia den logischen Typ ((e, t), (e, t)) und der Operator q den Typ (e, ((e, t), (e, t))).Google Scholar
  20. 20.
    Nomen, die eine endungslose Pluralform aufweisen (Mutter — Mütter, Kasten — Kästen) und in deren Ableitungen mit -lein, -chen, -lich oder -ig der umgelautete Stamm auftritt, verwenden diesen systema-n endet. Dieses trifft jedoch nicht auf die ummarkierten Verwendungen der Maß- und Zähleinheiten zu.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Carola Eschenbach

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