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Eugen Sulz und die Essener Stadtbibliothek
  • Matthias Uecker
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Part of the DUV : Literaturwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Als im September 1930 das neue Gebäude der Essener Stadtbücherei eröffnet wurde, waren sich der zuständige Beigeordnete Dr. Hüttner und Bibliotheksdirektor Sulz über die kulturpolitische Bedeutung der Bibliothek einig. Wie keine andere Institution könne die Bücherei „besonders intensiv in die breitesten Volksmassen hineindring[en]“1, denn sie erreiche mit ihrem Angebot die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen vom Gelehrten bis zum Arbeiter und wirke so zugleich „in die Tiefe und in die Breite“.2 Und tatsächlich sprechen Bestands- und Ausleihezahlen der Essener Stadtbücherei dafür, daß hier ein so großes und vielschichtiges Publikum angesprochen wurde wie sonst nirgends in der Essener Kulturpolitik.

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Literatur

  1. 1.
    Dr. Hüttner: Die neue Stadtbücherei, in: Der Scheinwerfer, 4/1930–31, H. 4., S. 11.Google Scholar
  2. 2.
    Eugen Sulz: Die Stadtbücherei. Die Eingangspforte zum Schauspielhaus, in: Der Scheinwerfer, 4/1930–31, H. 4, S. 18.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. zur Bücherhallenbewegung Constantin Nörrenberg: Die Volksbibliothek, ihre Aufgabe und Reform (1895). Stettin 1928; Wolfgang Thauer/ Peter Vodosek: Geschichte der Offentlichen Bücherei in Deutschland. Wiesbaden 1978, S. 43–66.Google Scholar
  4. 4.
    Constantin Nörrenberg, a.a.O., S. 9f.Google Scholar
  5. 5.
    Ebd., S. 10ff; Die Konkurrenzstellung der Bücherhallenbewegung gegenüber sozialdemokratischen Bildungsbestrebungen betont Franz Johannson: Arbeiterlektüre und bibliothekarische Bemühungen vor 1900, in: Dietrich Mühlberg/ Rainer Rosenberg (Hg): Literatur und proletarische Kultur. Berlin/DDR 1983, S. 310ff.Google Scholar
  6. 7.
    Eugen Sulz: Die Essener Bibliotheken, in: Erwin Stein (Hg): Essen. Berlin 1923, S. 159.Google Scholar
  7. 8.
    Vgl. Essener Volks-Zeitung v. 6.7.1901, 17.2.1902 und 26.2.1902, alle in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen. Aufsätze und Berichte aus Essener Zeitungen von Juli 1901 bis August 1944. Essen-Werden 1950/55.Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. Essener Volks-Zeitung v. 30.9.1904 und 15.3.1906, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.O.Google Scholar
  9. 10.
    Ludwig Bechhof: Die Entwicklung der Ausgaben der Stadt Essen für Kulturzwecke in den Jahren 1865–1920 unter besonderer Berücksichtigung der Kulturprobleme des rhein.-westfäl. Industriegebietes und des Ruhrkohlenbeckens. Diss. Würzburg 1922, S. 129f.Google Scholar
  10. 11.
    Ebd., vgl. a. Immanuel Zimmermann: Entwicklung und Typen des freien (insbesondere literarischen) Bildungswesens in Essen. Diss.Köln 1936, S. 20.Google Scholar
  11. 12.
    Vgl. Sulz’ Stellungnahme zur Bestandssituation und Entwicklung der Bibliothek 1917; StA Essen Rep.102, Abt.VIII, Nr.15; s. a. Immanuel Zimmermann, a.a.O., S. 18.Google Scholar
  12. 13.
    Arbeiter-Zeitung v. 7.11.1904, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.0.Google Scholar
  13. 14.
    Unsere Stadtbücherei. Die neue Essener Kulturstätte, in: Volkswacht v. 13. 6. 1930.Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. Essener Volks-Zeitung v. 29.10.1930, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.0.Google Scholar
  15. 16.
    Immanuel Zimmermann, a.a.O., S. 19. Zur Einrichtung der Kinderlesehalle im Juni 1919 vgl. die Eingabe des Essener Kinder-Fürsorge-Verbandes v. 6.1.1919 und den Vertrag der Stadt mit deut Deutschen Frauenbund, Essen v. Juni 1919; StA Essen Rep.102, Abt.VIII, Nr. 11.Google Scholar
  16. 17.
    Ausleihstatistik bei Immanuel Zimme[mann, a.a.O., S. 21f.Google Scholar
  17. 21.
    Vgl. Essener Allgemeine Zeitung v. 24.7.1929, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.0.Google Scholar
  18. 24.
    Stellungnahme der Stadtbibliothek Essen vom Februar 1913; StA Essen Rep.102, Abt. V III, Nr.11. Die von Bibliotheksdirektor Hilger gezeichnete Stellungnahme ist offensichtlich in Eugen Sulz’ Handschrift geschrieben.Google Scholar
  19. 25.
    Eugen Sulz: Die Stadtbücherei. Die Eingangspforte zum Schauspielhaus, a.a.O., S. 16.Google Scholar
  20. 26.
    Essener Arbeiter-Zeitung v. 2.8.1920, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.O.Google Scholar
  21. 27.
    Bestimmungen über die Bücherausgabe in der Stadtbibliothek, in: Mitteilungen für den inneren Geschäftsbetrieb der stadt.Verwaltung zu Essen, 19/1931, S. 2f.Google Scholar
  22. 28.
    Der Rückgang der Benutzung war durchaus eingeplant, da er es erlaubte, Bedienungspersonal einzusparen und dadurch die Kosten zu senken. Vgl. dazu das Gutachten der Stadtbibliothek v. 4.3.1920 sowie das 1922 erstellte Gutachten; StA Essen Rep.102, Abt.V1II, Nr.15.Google Scholar
  23. 29.
    Rheinisch Westfälischer Anzeiger v. 4.9. 1912; StA Essen Rep. 102 Abt. VIII Nr. 10.Google Scholar
  24. 30.
    Beispiele dafür bei L.Handel: Elend und Größe der Büchervermittlung, in: Der Scheinwerfer, 4/1930–31, H. 4, S. 20, der zu dem Resümee kommt: “Das Volk weiß immer, was es will - es drückt dies bloß in einer unbestimmt tastenden Weise aus.”Google Scholar
  25. 31.
    Vgl. Immanuel Zimmermann, a.a.O., S. 21f; Essener Volkszeitung v. 3.12.1931, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.O.Google Scholar
  26. 33.
    Stellungnahme der Stadtbibliothek v. 3.9. 1924; StA Essen Rep.102 Abt. VIII Nr. 15.Google Scholar
  27. 34.
    Zur Entwicklung der städtischen Zuschüsse vgl. Ludwig Bechhof, a.a.O., S. 129f, sowie die Haushaltspläne der Stadt Essen aus den Jahren 1924–1932.Google Scholar
  28. 35.
    H. G. Kretzschmar: Das Mädchen für alles, Essener Allgemeine Zeitung v. 19.8.1926, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.O.Google Scholar
  29. 36.
    Die Debatte ist in Auszügen dokumentiert und kommentiert in Wolfgang Thauer (Hg): Politik der Bücherei. Paul Ladewig und die jüngere Bücherhallenbewegung. Wiesbaden 1975. Einen–allerdings parteiisch gefärbten–Abriß gibt Werner Picht: Das Schicksal der Volksbildung in Deutschland. Braunschweig/Berlin/Hamburg 1950, S. 160–176; vgl. a. Wolfgang Thauer/ Peter Vodosek, a.a.O., S. 67–84.Google Scholar
  30. 39.
    Eugen Sulz: Die neue Richtung. Eine prinzipielle Auseinandersetzung. (1913), in: Wolfgang Thauer ( Hg), a.a.O., S. 87.Google Scholar
  31. 44.
    Eugen Sulz: Volksbildung und Gesellschaft, in: Bücherei und Bildungspflege, 2/1922, S. 235.Google Scholar
  32. 45.
    Eugen Sulz: Unterhaltungsliteratur (1. Teil), a.a.O., S. 274.Google Scholar
  33. 46.
    Ebd., S. 272f; vgl. auch Irnmanuel Zimmermann, a.a.O., S. 29–32, wo die Lektüregewohnheiten des “Durchschnittslesers” der Essener Bücherei untersucht werden. Zimmermann unterscheidet hauptsächlich zwei Lesergruppen: eine “kleinbürgerliche Leserschicht, die in der eigenen Wirklichkeit die Dinge schön sehen will” und “eine mehr kritische Leserschicht (meist gelernte Arbeiterschaft), die mit kritischen Augen an ihren Lesestoff herangeht, d.h. an die Welt des Bürgers, ohne jedoch die kritische Sonde an ihre eigene Gesinnung und an ihre eigenen Wertmaßstäbe anzulegen. […] Daß der Roman für die breiten Leserschichten in erster Linie Gesinnungssache und nicht so sehr Kunstwerk ist, ergaben vielfache Bemerkungen auf den Fragebogen.” (S. 32).Google Scholar
  34. 47.
    Eugen Sulz: Unterhaltungsliteratur (3. Teil), in: Eckart. Ein deutsches Literaturblatt, 9/1914–15, H. 8, S. 471.Google Scholar
  35. 48.
    Vgl. Detlev J. K. Peukert: Grenzen der Sozialdisziplinierung. Aufstieg und Krise der deutschen Jugendfürsorge 1878–1932. Köln 1986, S. 175–191.Google Scholar
  36. 49.
    Eugen Sulz: Wie können wir der Schund-und Schmutzliteratur entgegentreten? in: Kulturarbeit, 211950, H. 1, S. 4.Google Scholar
  37. 50.
    Vgl. Eugen Sulz: Die neue Richtung, in: Wolfgang Thauer ( Hg), a.a.O., S. 89f.Google Scholar
  38. 51.
    Eugen Sulz: Wie können wir der Schund-und Schmutzliteratur entgegentreten?, a.a.O., S. 4; vgl. a. Sulz’ Stellungnahme zur Finanzsituation der Stadtbibliothek aus dem Jahre 1922, wo er betont, daß durch eine Erhöhung der Ausleihgebühren “der Kampf gegen die Schundliteratur, der eigentlich wirkungsvoll nur indirekt, durch die Darbietung anderen (besseren) Lesestoffs geführt werden kann, beeinträchtigt würde.”; StA Essen Rep.102, Abt. V II1, Nr.15.Google Scholar
  39. 52.
    Ein Überblick über zeitgenössische Erhebungen zum Umgang Jugendlicher mit den Produkten der neuen Freizeitindustrien findet sich in: Detlev J.K. Peukert: Jugend zwischen Krieg und Krise. Lebenswelten von Arbeiterjungen in der Weimarer Republik. Köln 1987, S. 209–220; vgl. a. die Impressionen in: Werner Thole: Nick Carter jagt Winnetou in sonniger Liebesnacht. Jugendliche Kino-und Lesekultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in: Wilfried Breyvogel/ Heinz-Hermann Krüger (Hg): Land der Hoffnung–Land der Krise. Jugendkulturen im Ruhrgebiet 1900–1987. Berlin/Bonn 1987, S. 88–97.Google Scholar
  40. 53.
    Eugen Sulz: Unterhaltungsliteratur (3. Teil), a.a.0., S. 467 u. 469.Google Scholar
  41. 54.
    Es gibt auch Ansätze einer solchen Sichtweise, so wenn Sulz den allzu weit getriebenen Rationalismus und Psychologismus der letzten, modischen Ausläufer des Naturalismus kritisiert und demgegenüber Phantasiegehalt und Emotionalität der Volksliteratur lobt; vgl. ebd., S. 469ff.Google Scholar
  42. 55.
    Vgl. Sulz’ Stellungnahme zur Bestandssituation und Entwicklung der Bibliothek 1917; StA Essen Rep.102, Abt.VIII, Nr. 15.Google Scholar
  43. 56.
    Eugen Sulz: Fortschritt und Reaktion in der deutschen Bücherhallenbewegung (1914), zit.n. Wolfgang Thauer ( Hg), a.a.O., S. 97.Google Scholar
  44. 59.
    L.Handel: Elend und Größe der Büchervermittlung, in: Der Scheinwerfer, 4/1930–31, H. 4, S. 20f.Google Scholar
  45. 62.
    Städtische Bücherhallen Essen (Hauptstelle): Bücher-Verzeichnis Schöne Literatur II. Essen 1929, S. V-XIX.Google Scholar
  46. Frauencharakter - Die resolute, zielbewußte Frau - Die Stief-und Schwiegermutter - Die schwache, passive Frau - Die anscluniegsarne, hingebende Frau - Mutterschaft und Muttersehnsucht - Die aufopfernde Frau - Die Idealistin (die sittliche und religiöse Idealistin, die soziale Idealistin) - Der jungfräuliche Typ - Die Vereinsamte/ Die Witwe/ Die alternde Frau - Die angefochtene Frau - Die moralisch gesunkene Frau - Reinheit im Schmutz - Die Dune - Die oberflächliche, genußsüchtige Frau/ Das Weibchen - Die kalte, berechnende Natur - Die seltsame, dämonische Frau - Abenteuerliche Frauen der Geschichte - Die Schuldbeladene63 Google Scholar
  47. 65.
    Städtische Bücherhallen Essen (Hauptstelle): Bücher-Verzeichnis Schöne Literatur I. Essen 1926, S. 200f.Google Scholar
  48. 66.
    Städtische Bücherhallen Essen (Hauptstelle): Bücher-Verzeichnis Schöne Literatur II. Essen 1929, S. IIIf.Google Scholar
  49. 67.
    Eugen Sulz: Das Schlagwortverzeichnis in der Volksbücherei, in: Bücherei und Bildungspflege, 11/1931, S. 250–256; Johannes Langfeldt: Eugen Sulz zum 75. Geburtstag, in: Bücherei und Bildung, 11/1959, S. 322.Google Scholar
  50. 68.
    Eugen Sulz: Die Stadtbücherei. Die Eingangspforte zum Schauspielhaus, a.a.O., S. 17.Google Scholar
  51. 69.
    Eugen Sulz: Die neue Richtung, a.a.O., S. 90.Google Scholar
  52. 70.
    Zu Sulz’ politischen Ämtern vgl. die entsprechenden Daten StA Essen Rep.102, Abt.I, Nr. 323, 432.Google Scholar
  53. 71.
    Zur Essener Freien Volksbühne vgl. Kapitel 10 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  54. 72.
    Eugen Sulz: Shakespeare: Antonius und Kleopatra. Eine Vorbereitung, in: Die Fackel, 3/1928, H. 3, S. 5; Eugen Sulz: Gerhart Hauptmanns “Florian Geyer”, die Tragödie des deutschen Volkes, in: Die Fackel, 1/1926, H. 2, S. 7.Google Scholar
  55. 73.
    National-Zeitung v. 10.5.1933; zit.n. Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.O.Google Scholar
  56. 74.
    National-Zeitung v. 18.5.1933 u. v. 23.6.1933, in: Zur Geschichte der Stadtbibliothek Essen, a.a.O.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Matthias Uecker

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