Advertisement

Die Kultur der Studienräte

Ludwig Bettes Gladbecker Volksbildungspolitik
  • Matthias Uecker
Chapter
  • 95 Downloads
Part of the DUV : Literaturwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Wenn es in den zwanziger Jahren eine soziale Gruppe gab, die die Kulturpolitik des Ruhrgebiets personifizierte, so waren es die Gymnasiallehrer. Als Vorstandsmitglieder oder Berater kulturell interessierter Vereine, als Ratsmitglieder und Sachverständige in den Ausschüssen für Volksbildung oder schließlich als Berichterstatter und Rezensenten der Lokalblätter hielten die akademisch ausgebildeten Lehrer zumal in den kleineren Orten des Industriereviers, in denen professionelle Künstler dünn gesät waren, das kulturelle Leben in Gang und stellten oft genug auch noch die größte und auf die Dauer zuverlässigste Gruppe des Publikums. Durch ihre universitäre Ausbildung und ihr Selbstverständnis als Repräsentanten und Vermittler bürgerlicher Hochkultur waren die Gymnasiallehrer wie keine andere Berufsgruppe dazu prädestiniert, kulturpolitische Programme zu entwickeln und in der Offentlichkeit zu propagieren oder als unermüdliche Organisatoren und sachkundige Kommentatoren des örtlichen Kulturlebens aufzutreten. Bedenkt man zudem die prekäre soziale Stellung dieser minoritären, über keine direkte ökonomische Macht verfügenden Gruppe, deren identitätsbildende Werte im provinziellen, von Kapital und Arbeit dominierten Industriegebiet allenfalls als Ornamente einer begrenzten Freizeit dienen durften, so wird der Eifer wohl verständlich, mit dem ihre Angehörigen die eigenen kulturellen Interessen zu denen der Allgemeinheit zu machen versuchten.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Alle Angaben zur Biographie nach Theodor Holländer: Gladbecker Heimatbuch für Schule und Haus. Gladbeck 1969, S. 163ff und Gladbecker Volkszeitung v. 19.12.1953.Google Scholar
  2. 2.
    Eine Geschichte der Gladbecker Zentrums-Partei liegt noch nicht vor; vgl. aber als ersten Überblick Frank Bajohr: Verdrängte Jahre. Gladbeck unter’m Hakenkreuz. Essen 1983, S. 55–62.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Ludwig Bette: Vom geistigen Leben Gladbecks seit 1885, in: Festschrift zur Erinnerung an die Erhebung Gladbecks zu einem selbständigen Amte am 1. April 1885. Gladbeck 1925, S. 58–65; StA Gladbeck S 470.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. zu Programmatik und Geschichte der Volkshochschulen in der Weimarer Republik Heinz Raskop: Volksbildungswesen, in: Hermann Sacher (Hg): Staatslexikon. Bd.5. Freiburg i. Br. 1932, Sp.936–950; Paul Steinmetz: Die deutsche Volkshochschulbewegung. Karlsruhe 1929; Werner Picht: Das Schicksal der Volksbildung in Deutschland. Braunschweig/Berlin/Hamburg 1950.Google Scholar
  5. 5.
    Satzung der Volkshochschule Gladbeck v. 22.12.1919, ¡ì 1; StA Gladbeck C224.Google Scholar
  6. 6.
    Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung v. 23.4.1919; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  7. 7.
    Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung v. 26.3.1920; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  8. 8.
    Verfügung des Regierungspräsidenten v. 26.8.1921; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  9. 9.
    Protokoll der Verwaltungsratssitzung v. 6.10.1921; StA Gladbeck C 224. Diese Haltung wird ausdrücklich von Werner Picht, in der Weimarer Republik Volkshochschulreferent im Preußischen Kultusministerium, bekräftigt: Werner Picht, a.a.O., S. 137.Google Scholar
  10. 10.
    Aufruf des Arbeitsausschusses für die Volkshochschule, in: Gladbecker Zeitung v. 29.7.1919; StA Gladbeck C 225Google Scholar
  11. 11.
    Lediglich im Vorfeld der VHS-Gründung war von seiten einiger katholischer Arbeiter-und Gesellenvereine die Forderung nach Einbeziehung von katholischem Religionsunterricht in das Lehrangebot erhoben worden; vgl. die entsprechenden Eingaben vom Juni und Juli 1919 in StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  12. 12.
    Alle Zitate im folgenden aus: Ludwig Bette: Zweck und Aufgaben der Volkshochschule, in: Gladbecker Zeitung v. 3.8.1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  13. 13.
    Solche “Charakterbildung” wird an anderer Stelle ausdrücklich gegen “Wissensbildung” oder “Intellektualismus” gestellt, worin Bette eine “Geisteskrankheit” sieht, die “uns tief ins Unglück gebracht” habe. Ludwig Bette: Volksbildung und Volkshochschule. Gladbecker Zeitung v. 19.10.1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  14. 14.
    Kunst und Wissen. Eröffnung der Volkshochschule. Gladbecker Zeitung v. 22.10.1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  15. 15.
    Paul Steinmetz, a.a.O., S. 3; Für die Bochumer Volksbildungspolitik im 19. und frühen 20. Jahrhundert belegt diese Tendenz Aishe Malekshahi: Kulturpolitik in Bochum. Industrialisierung, Großstadtentwicklung und bürgerlicher Lebensstil in einer Revierstadt des 19. und 20. Jahrhunderts. Magisterarbeit, Bochum 1988, S. 28ff, 79ff.Google Scholar
  16. 16.
    Vortragsverzeichnis Oktober-Dezember 1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  17. 17.
    Schreiben des Oberbürgermeisters an den Landrat in Recklinghausen v. 15.1.1920; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  18. 18.
    Gladbecker Zeitung v. 25.10.1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  19. 20.
    Protokoll der Dozentenbesprechung v. 5.11.1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  20. 21.
    Ludwig Bette: Zweck und Aufgaben der Volkshochschule, a.a.O.Google Scholar
  21. 22.
    Protokoll der Vorstandssitzung des Verbandes kommunaler Volkshochschulen “Westfalen” v. 22.5.1920; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  22. 23.
    Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung v. 26.3.1920; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  23. 24.
    Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung v. 23.4.1919; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  24. 25.
    Rundschreiben des Verbandes kommunaler Volkshochschulen “Westfalen” v. 22.5.1920; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  25. 26.
    Angaben zu den Dozenten nach den VHS-Programmen 1919–1923; StA Gladbeck C 225 und C 226.Google Scholar
  26. 27.
    Sprechsaal, in: Gladbecker Zeitung v. 16.12.1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  27. 28.
    Vortragsverzeichnis Oktober-Dezember 1919; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  28. 29.
    Zusammenstellung nach den Vorlesungsplänen in StA Gladbeck C 225, C 226. Die Angaben zur Verteilung der Teilnehmer auf die Kurse sind insgesamt unzuverlässig, deuten aber auf eine annähernd gleiche Aufteilung zwischen den beiden Themenblöcken hin. Besonderes Interesse fanden anscheinend neben den Sprachkursen vor allem die künstlerisch orientierten Veranstaltungen.Google Scholar
  29. 30.
    Satzung der Volkshochschule Gladbeck v. 22.12.1919, ¡ì 1; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  30. 31.
    Vgl. etwa L. Bette: Für wen ist die Volkshochschule? Gladbecker Zeitung v. 11.10.1921 oder den Artikel im Gladbecker Anzeiger v. 17.10.1922; beide in StA Gladbeck C 225. Bette betont in dem angegebenen Artikel ausdrücklich, die Volkshochschule richte sich nicht allein an die “Massen des arbeitenden Volkes”, sondern habe gerade auch den “Gebildeten” viel zu bieten.Google Scholar
  31. 32.
    Die vom 12.-18.10.1920 veröffentlichten Artikel aus der Gladbecker Zeitung finden sich gesammelt in StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  32. 33.
    L. Bette: Volkshochschule und Arbeiter. Gladbecker Zeitung v. 25.1.1922; StA Gladbeck C 226.Google Scholar
  33. 34.
    Für die autoritäre Volksbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts kommt Paul Steinmetz, a.a.O., S. 4f, zu einem ähnlichen Fazit: “Ein Ausgleich des Bildungsniveaus zwischen den Volksschichten war nicht eingetreten, das Bildungsmonopol der besitzenden Klassen bestand unverändert weiter, die Antagonie in der sozialen Sphäre hatte an Heftigkeit noch zugenommen. [¡­] Die Volksbildungseinrichtungen waren zur Domäne des Kleinbürgertums geworden, ohne daß in ihm neues kulturelles Leben geweckt wurde”.Google Scholar
  34. 35.
    Erfahrungsbericht an den Verband kommunaler Volkshochschulen v. 3.11.1920: StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  35. 36.
    Daten nach den Semesterberichten in StA Gladbeck, C 225, C 226.Google Scholar
  36. 37.
    Protokoll der Verwaltungsratssitzung v. 4.10.1922; StA Gladbeck C 226.Google Scholar
  37. 38.
    Vgl. dazu Dieter Langewiesche: Politik - Gesellschaft - Kultur. Zur Problematik von Arbeiterkultur und kulturellen Arbeiterorganisationen in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg, in: Archiv für Sozialgeschichte, 22/1982, S. 375ff.Google Scholar
  38. 39.
    Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung v. 26.3.1920; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  39. 40.
    Protokoll der Verwaltungsratssitzung v. 4.10.1921; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  40. 41.
    Gladbecker Zeitung v. Januar 1920; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  41. 42.
    Gladbecker Zeitung v. 22.1.1923; StA Gladbeck C 226.Google Scholar
  42. 43.
    Vgl. Wilfried van der Will/ Rob Burns: Arbeiterkulturbewegung in der Weimarer Republik. Frankfurt a.M./Berlin/Wien 1982, S. 140.Google Scholar
  43. 44.
    Protokoll der Sitzung des Volksbildungsauschusses v. 10.1.1923; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  44. 45.
    Antrag der SPD zur Änderung der VHS-Satzung v. 6.12.1922; StA Gladbeck C 224.Google Scholar
  45. 4.
    Vgl. Immanuel Zimmermann: Entwicklung und Typen des freien (insbesondere literarischen) Bildungswesens in Essen. Diss. Köln 1938, S. 49–57; vgl. a. Werner Picht, a.a. O., S. 104f u. 147, der zwar immerhin Gegensätze als Bestandteil der Volksgemeinschaft anerkennt, an der “Fehlkonstruktion” des “Essener Systems” aber den Mangel an ‘geistige[r] Einheit“ und die ”Neigung zur Hypertrophie der Gruppen“ kritisiert.Google Scholar
  46. 47.
    Gladbecker Zeitung v. 13.5.1920; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  47. 48.
    Protokoll der Verwaltungsratssitzung v. 10.5.1920; StA Gladbeck C 225.Google Scholar
  48. 49.
    Die Kursgebühren kletterten von anfänglich drei Mark pro Semester schon bald auf 5, 15 und schließlich 50 Mark, um Anfang 1923 auf 100 bzw. 200 Mark für einzelne Kurse zu steigen; vgl. die Daten der Programmankündigungen in StA Gladbeck C 225 u. C 226.Google Scholar
  49. 50.
    Anordnung des Oberbürgermeisters v. 26.2.1920; StA Gladbeck C 225. Zur Finanzreform und ihren Folgen vgl. allgemein Jürgen Reulecke: Zur städtischen Finanzlage in den Anfangsjahren der Weimarer Republik, in: Archiv für Kommunalwissenschaften 12/1982, S. 199–217.Google Scholar
  50. 51.
    Aktennotizen v. 22.12.1923 und v. 22.9.1924; StA Gladbeck C 226.Google Scholar
  51. 52.
    Zum Gladbecker Theater vgl. Claus Spahn: Die Theatergeschichte des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung der Theatergemeinschaften bis 1933. Diss. Köln 1972, S. 129ff; Matthias Uecker: Glanz und Elend eines Großbetriebes - das Gladbecker Theater von 1921 bis 1933, in: Beiträge zur Gladbecker Geschichte, H. 3/1991, S. 51–77.Google Scholar
  52. 53.
    Vgl. Protokoll der Sitzung des Volksbildungsausschusses v. 22.11.1923; StA Gladbeck C 711.Google Scholar
  53. 54.
    Zur deutschen Heimatbewegung s. zusammenfassend Karl Ditt: Raum und Volkstum. Die Kulturpolitik des Provinzialverbandes Westfalen 1923–1945. Münster 1988, S. 58–68; Hermann Bausinger: Zwischen Grün und Braun. Volkstumsideologie und Heimatpflege nach dem Ersten Weltkrieg, in: Hubert Cancik (Hg): Religions-und Geistesgeschichte der Weimarer Republik. Düsseldorf 1982, S. 215–229.Google Scholar
  54. 55.
    Vgl. die Zitate aus Ernst Rudorffs Programmschrift “Heimatschutz” (1904) bei Karl Ditt, a.a.O., S. 59, Anm.83.Google Scholar
  55. 56.
    Vgl. dazu ausführlich Karl Ditt, a.a.O., S. 74ff.Google Scholar
  56. 57.
    Fritz Thom¨¦e, Landrat des Kreises Altena und Vorstandsmitglied des WBH im Juli 1927, zit. n. Karl Diu, a.a.O., S. 74, Anm. 135.Google Scholar
  57. 58.
    Ludwig Bette: Heimat-und Volkstumspflege in Gladbeck, in: Festschrift zur Erinnerung an die Erhebung Gladbecks zu einem selbständigen Amte am 1. April 1885. Gladbeck 1935, S. 70; StA Gladbeck S 152.Google Scholar
  58. 59.
    Ebd., S. 69f; zur Sozialstruktur der Heimatbewegung vgl. a. Karl Ditt, a.a.O., S. 70–72.Google Scholar
  59. 60.
    Vgl. Frank Bajohr, a.a.O., S. 12–21.Google Scholar
  60. 61.
    Ludwig Bette: Heimat-und Volkstumspflege in Gladbeck, a.a.O., S. 69.Google Scholar
  61. 62.
    Ludwig Bette: Der Heimat Wesen, Wonne und Wert. 3. Teil, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, 8. Jg./1919, S. 74f.Google Scholar
  62. 63.
    Ludwig Bette: Der Heimat Wesen, Wonne und Wert. 2. Teil, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, B. Jg./1919, S. 70.Google Scholar
  63. 64.
    Ludwig Bette: Der Heimat Wesen, Wonne und Wert. 1. Teil, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, B. Jg./1919, S. 54.Google Scholar
  64. 65.
    Vgl. dazu auch die Beispiele bei Rainer Weichelt: Alltagserfahrung und kommunale Identität. Gedanken zum Verlust und zur Entstehung kommunaler Identität während der Industrialisierung in Gladbeck 1873–1914, in: Beiträge zur Gladbecker Geschichte H. 2/1990, S. 47f.Google Scholar
  65. 66.
    Ludwig Bette: Der Heimat Wesen, Wonne und Wert. 3. Teil, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, B. Jg./1919, S. 75.Google Scholar
  66. 67.
    Ludwig Bette: Was fordert die Heimat von uns? 2. Teil, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, 9. Jg./1920, S. 26. Auch wenn er nirgendwo explizit benannt wird - Vokabular und Denkstrukturen des völkischen Antisemitsmus sind in diesem Programm vollständig ausgeformt und warten nur darauf, abgerufen zu werden. Vgl. dazu auch Hermann Bausinger, a.a.O., S. 222f.Google Scholar
  67. 68.
    Ludwig Bette: Der Heimat Wesen, Wonne und Wert. 1. Teil, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, B. Jg./1919, S. 55. Ahnlich heißt es auch 1925 in der “Zeitschrift für deutsche Bildung”: “In der Heimat liegt das Geheimnis aller Urkräfte völkischen Staatslebens beschlossen. Von der engen Heimat zum deutschen Volk, und vom deutschen Volk zum deutschen Staat, das ist der Weg, den unsere Jugend gehen soll.” Zit. n. Carla Elisabeth Döring: Das kulturgeschichtliche Museum. Geschichte einer Institution und Möglichkeiten des Selbstverständnisses, dargestellt am Beispiel “Heimatmuseum”. Diss. Frankfurt a.M. 1977, S. 70.Google Scholar
  68. 69.
    Während Frank Bajohr, a.a.O., S. 12–18, und Rainer Weichelt, a.a.O., S. 46f, die elitär-ausgrenzenden Momente der Heimatbewegung gegenüber Arbeiterschaft und Industriellen zutreffend herausarbeiten, übersehen sie m.E. den damit widersprüchlich verbundenen Versuch einer auf Integration zielenden Hegemoniegewinnung: “Heimat” ist nicht nur ein Besitz, den die Alteingesessenen den anderen voraushaben, sondern vor allem eine moralische Qualität, eine Haltung, die alle internalisieren können, wenn sie sich nur der Führung der Heimatschützer anvertrauen.Google Scholar
  69. 70.
    Die folgende Zusammenfassung stützt sich vor allem auf Wilhelm Brepohl: Heimatkunde im Ruhrgebiet. Ein Grundriß, in: Der Schacht, 3. Jg./1926–1927, H. 18, S. 433–437.Google Scholar
  70. 73.
    Karl Ditt, a.a.O., S. 262–268. Bereits in den zwanziger Jahren hatte Brepohl sein Interesse an Rassenfragen bekundet, sein Forschungskonzept jedoch für soziologische Fragestellungen offengehalten; vgl. z.B. seine beiden Aufsätze: Rassenforschung und Heimatkunde, in: Die Heimat, 9/1927, S. 261–265, und Das Ruhrgebiet und Westfalen. Entwurf einer Volkskunde des Ruhrgebiets, in: Die Heimat, 10/1928, S. 195–198.Google Scholar
  71. 74.
    Wilhelm Brepohl: Industrievolk im Wandel. Von der agraren zur industriellen Daseinsform dargestellt am Ruhrgebiet. Tübingen 1957.Google Scholar
  72. 75.
    Vgl. H. Oberröhrmann: Entstehung unseres Heimatmuseums, in: Gladbeck - Unsere Stadt, 4. Jg./1976, H. 1, S. 35–38; Wolfgang Schneider: Gründung und Entwicklung des Museums der Stadt Gladbeck, in: 75 Jahre Verein für Orts-und Landeskunde e.V. Gladbeck i.W. Gladbeck 1986, S. 27–35.Google Scholar
  73. 76.
    Wch: 50 Jahre Museum der Stadt Gladbeck, in: Gladbeck - Unsere Stadt, 6. Jg./1978, S.Google Scholar
  74. 77.
    Protokoll der Stadtverordnetenversammlung v. 9.12.1924; StA Gladbeck B 449; Frank Bajohr/ Rainer Weichelt: Mathias Jakobs. Ein sozial-republikanischer Arbeiterfunktionär in der Krise der Weimarer Republik. Essen 1987, S. 47–51.Google Scholar
  75. 78.
    Vgl. die Protokolle der Stadtverordnetenversammlungen v. 27.3.1925, 12.10.1926, 21.10.1926, 27.11.1927, 20.1.1928; StA Gladbeck B 449.Google Scholar
  76. 79.
    Richard Korn: Haus Wittringen. Gladbecker Zeitung v. 16.5.1928.Google Scholar
  77. 80.
    Vgl. Die Einweihung der Vestischen Kampfbahn. Gladbecker Zeitung v. 18.5.1928.Google Scholar
  78. 81.
    Ludwig Bette: Vom geistigen Leben Gladbecks seit 1885, a.a.O., S. 65; Ludwig Bette: Aufruf zur Unterstützung unseres Museums, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, 12. Jg./1925, S. 56.Google Scholar
  79. 82.
    Ludwig Bette: Die Museen des Vestes Recklinghausen, in: Gladbecker Blätter für Orts-und Heimatkunde, 12. Jg./1925, S. 47.Google Scholar
  80. 83.
    Vgl. die Liste der Ausstellungen in der Gladbecker Zeitung v. 13.6.1930.Google Scholar
  81. 84.
    Die Beschreibung im folgenden nach: Ludwig Bette: Das Heimatmuseum der Stadt Gladbeck, in: Die Vestische Kampfbahn, das Heimatmuseum und die Gaststätte “Haus Wittringen” der Stadt Gladbeck i.W. Einweihung am 16. und 17.Mai 1928, S. 37–40; StA Gladbeck S 1100; R.Hochmuth: Ein Besuch des Museums der Stadt Gladbeck. Gladbecker Zeitung v. 16.5.1928. Zum typischen Aufbau solcher Museen vgl. Carla Elisabeth Döring, a.a.O., S. 68f.Google Scholar
  82. 85.
    Ludwig Bette: Das Heimatmuseum der Stadt Gladbeck, a.a.O., S. 37; Ludwig Bette: Aufruf zur Unterstützung unseres Museums, a.a.0., S. 56.Google Scholar
  83. 86.
    Wolfgang Schneider: Gründung und Entwicklung des Museums der Stadt Gladbeck, a.a.O., S. 32f; Nach Karl Ditt, a.a. O., S. 116, galt dies offenbar für die meisten provinziellen Heimatmuseen in Westfalen.Google Scholar
  84. 87.
    Vgl. Wolfgang Schneider, a.a.O., S. 32.Google Scholar
  85. 88.
    Ludwig Bette: Heimat-und Volkstumspflege in Gladbeck, a.a.O., S. 71; Gladbecker Zeitung v. 13.6.1930.Google Scholar
  86. 89.
    Vgl. dazu ausführlich Frank Bajohr, a.a.O., S. 13–18.Google Scholar
  87. 90.
    Eine Liste der Ausstellungen des Heimatmuseums findet sich in: Stadt Gladbeck: Verwaltungsbericht für die Zeit vom 1.4.1933–31.3.1938; StA Gladbeck S 1144.Google Scholar
  88. 91.
    Die Bedeutung bürgerlicher Geselligkeit für die Heimatbewegung betont auch Karl Ditt, a.a.O., S. 71f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Matthias Uecker

There are no affiliations available

Personalised recommendations