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Freizeit-Träume

Die neue Massenkultur der zwanziger Jahre
  • Matthias Uecker
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Zusammenfassung

Wenn das Bürgertum des Ruhrgebiets sich seit den 1890er Jahren immer wieder über die kulturelle Ödnis der Industrieregion beschwerte und die Kommunen drängte, die Misere durch eigene kulturpolitische Aktivitäten zu beenden, so beruhte dies auf einer spezifisch eingeschränkten Wahrnehmung der Umwelt und einem ebenso spezifisch verengten Kulturbegriff. Blättert man nämlich die Anzeigenseiten damaliger Zeitungen durch, dann fällt schnell die Vielzahl von Freizeitangeboten ins Auge, die von den unterschiedlichsten Vereinen über Unterhaltungsbühnen und Varietés bis zum Kino und den neuen Publikumssportarten reichten. Entgegen dem Eindruck, den durchreisende Reporter und gelangweilte Revier-Bürger zuweilen vermittelten, war im Zuge der Industrialisierung und Urbanisierung des Ruhrgebiets ein moderner Freizeitsektor entstanden, dessen Konsum- und Aktionsangebote offenbar weitaus erfolgreicher waren als die mühsam von den Kommunen aufgebauten Kulturapparate. Auch wenn Joseph Roths Beobachtung einer erschütternden „Anspruchslosigkeit“ der Arbeiterbevölkerungl nicht ganz aus der Luft gegriffen war, hatte sich im Ruhrgebiet — wie in allen Stadt- und Industrieregionen — im Zuge der fortschreitenden Differenzierung von Arbeit und sonstigen Lebensbereichen ein klar erkennbarer öffentlicher oder halböffentlicher Freizeitsektor entwickelt, dessen Bedeutung für die Gestaltung der arbeitsfreien Zeit ständig wuchs.2 Schmale Budgets und lange Arbeitszeiten ließen der Arbeiterbevölkerung im Ruhrgebiet nur geringe finanzielle und zeitliche Gestaltungsspielräume, zumal die arbeitsfreie Zeit sich aufgrund der mit Schichtarbeit und Bergbau verbundenen körperlichen Belastungen häufig auf die reine physische Reproduktion der Arbeitskraft reduzieren mußte, doch vor allem die jüngeren, ledigen Arbeiter waren in zunehmendem Maße an Freizeitbeschäftigungen interessiert.3 Mit den — während der Novemberrevolution erkämpften und wenigstens partiell auch in den zwanziger Jahren erhaltenen — Arbeitszeitverkürzungen im Bergbau wuchs schließlich für größere Bevölkerungsgruppen die zur Disposition stehende arbeitsfreie Zeit.4

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Literatur

  1. 1.
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  2. 2.
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  3. 3.
    Das Freizeitverhalten gerade dieser, scheinbar allen traditionellen Kontrollmechanismen entzogenen und relativ einkommensstarken Gruppe ist schon vor dem Ersten Weltkrieg zum Gegenstand sozialpädagogischer Interventionen geworden und hat in den zwanziger Jahren eine Vielzahl von Untersuchungen stimuliert; vgl. Detlev Peukert: Die “Halbstarken”. Protestverhalten von Arbeiterjugendlichen zwischen Wilhelminischem Kaiserreich und Ara Adenauer, in: Zeitschrift für Pädagogik 30/1984, S. 533–548Google Scholar
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  5. Beispiele aus dem Ruhrgebiet liefert Heinrich Kautz: Im Schatten der Schlote. Versuche zur Seelenkunde der Industriejugend. Einsiedeln 1926.Google Scholar
  6. 4.
    Zur Arbeitszeitentwicklung in den zwanziger Jahren vgl. Heinrich August Winkler: Von der Revolution zur Stabilisierung. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1918 bis 1924. Berlin/Bonn 1984, S. 681ff, 724Google Scholar
  7. Heinrich August Winkler: Der Schein der Normalität. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1924 bis 1930. Berlin/Bonn 1985, S. 58–62; Detlev J. K. Peukert: Jugend zwischen Krieg und Krise, a.a.O., S. 191–198.Google Scholar
  8. 5.
    Vgl. dazu und zum folgenden Klaus Tenfelde: Das Fest der Bergleute. Studien zur Geselligkeit der Arbeiterschaft während der Industrialisierung am Beispiel des deutschen Bergbaus, in: Gerhard A.Ritter (Hg): Arbeiterkultur. Königstein/Ts. 1979, S. 209–245; Elisabeth Kosok: Arbeiterfreizeit und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet. Eine Untersuchung ihrer Erscheinungsformen und Wandlungsprozesse 1850–1914. Diss. Bochum 1989; sowie die Beispiele in Kapitel 6 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
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  10. 7.
    Vgl Klaus Tenfelde: Vereinskultur im Ruhrgebiet. Aspekte klassenspezifischer Sozialisation, in: Ludger Heid/ Julius H. Schoeps (Hg): Arbeit und Alltag im Revier. Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im westlichen Ruhrgebiet im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Duisburg 1985, S. 30–32.Google Scholar
  11. 8.
    Zur “öffentlichen Festkultur” im Kaiserreich vgl. Klaus Tenfelde: Das Fest der Bergleute, a.a.O., S. 224f, sowie die entsprechenden Beiträge in Dieter Düding/ Peter Friedemann/ Paul Munch (Hg): Öffentliche Festkultur. Politische Feste in Deutschland von der Aufklärung bis zum Ersten Weltkrieg. Reinbek 1988; zur Weimarer Republik s. Detlev Lehnert/ Klaus Megerle (Hg): Politische Identität und nationale Gedenktage. Zur politischen Kultur in der Weimarer Republik. Opladen 1989.Google Scholar
  12. 9.
    Vgl. die Hinweise bei Horst Überhorst: Wattenscheid: die Freiheit verloren? Düsseldorf 1985, S. 152ff, sowie die Analyse von Gottfried Korff: “Heraus zum 1. Mai”. Maibrauch zwischen Volkskultur, bürgerlicher Folklore und Arbeiterbewegung, in: Richard van Dülmen/ Norbert Schindler (Hg): Volkskultur. Zur Wiederentdeckung des vergessenen Alltags (16.-20. Jahrhundert). Frankfurt a.M.1984, bes. S. 260–266.Google Scholar
  13. 10.
    Horst Überhorst, a.a.O., S. 121–126.Google Scholar
  14. 11.
    Zit. n. ebd., S. 126; zur integrativen Funktion von Traditionspflege und Heimatbewegung vgl. a. Kapitel 7 dieser Arbeit.Google Scholar
  15. 12.
    Vgl. Klaus Tenfelde: Das Fest der Bergleute, a.a.O., S. 224Google Scholar
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  17. Franz-Josef Brüggemeier/ Lutz Niethammer: Schlafgänger, Schnapskasinos und schwerindustrielle Kolonie. Aspekte der Arbeiterwohnungsfrage im Ruhrgebiet vor dem Ersten Weltkrieg, in: Jürgen Reulecke/ Wollhard Weber (Hg): Fabrik–Familie–Feierabend. Beiträge zur Sozialgeschichte des Alltags im Industriezeitalter. Wuppertal 1978, S. 162–165;Google Scholar
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  19. 13.
    Gladbecker Anzeiger v. 2.1.1930; StA Gladbeck C 734.Google Scholar
  20. 14.
    Vgl. Elisabeth Kosok: Arbeiterfreizeit und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet, a.a.O., S. 213–217 u. S. 234.Google Scholar
  21. 15.
    Georg Schwarz: Kohlenpott 1931. Essen 1986, S. 165.Google Scholar
  22. 16.
    Vgl. zur frühen Theatergeschichte des Ruhrgebiets und den Vorläufern und Konkurrenten der kommunalen Theaterbetriebe Elmar Buck/ Bernd Vogelsang (Hg): Theater seit dem 18. Jahrhundert. Köln 1989 (= Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft XI112), S. 25–40; Theo Döring: Die Geschichte des Essener Theaters von den Anfängen bis 1892. Essen 1931; Hans Schaffner: Geschichte des Duisburger Theaters von den Anfängen bis 1900, in: Duisburger Forschungen, Bd. 7/1963, S. 1–266; Hans Jörg Loskill: Vom Konzessions-zum Subventionstheater. Oberhausener Theatergeschichte 1851–1920. Oberhausen 1973.Google Scholar
  23. 17.
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  24. 18.
    Vgl. Elisabeth Kosok: Arbeiterfreizeit und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet, a.a.O., S. 300ff. 20 Siegfried Gehrmann: Fußball - Vereine - Politik. Zur Sportgeschichte des Reviers 1900–1940. Essen 1988, S. 108ff. musikalische Instrumente ließen schon vereinzelt während des Spiels ihre nervenpeitschende Melodie ertönen […1 Die Aufregung der Spieler ist sehr groß. Sie überträgt sich sofort auf das Publikum […1. Das Spiel wird nach einer Viertelstunde immer schärfer und das Publikum aufgeregter. Es regt sich der Masseninstinkt. Wie Meeresbrausen schwillt das Grollen der Menge an, wenn sie glaubt, eingreifen zu müssen. […1 Dann ist das heiße Ringen zu Ende und die Duisburger Spieler werden jubelnd vom Platz getragen“.21 Google Scholar
  25. 22.
    Programmheft zum Sinfoniekonzert v. 1.6.1920; StA Gladbeck C 710.Google Scholar
  26. 23.
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  27. 24.
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  28. 25.
    Zit. n. Franz Feldens, a.a.O., S. 32.Google Scholar
  29. 26.
    Vgl. z. B. die “Zehn Gebote für Theaterbesucher”, die der Bochumer Bühnenvolksbund 1926 an seine Mitglieder ausgab; zit. in: Schauspielhaus Bochum/ Stadtarchiv Bochum (Hg): Saladin Schmitt. Der Theatergründer. Zum 100. Geburtstag 18. September 1983. Bochum 1983, S. 130.Google Scholar
  30. 27.
    Vgl. z. B. J. Einig: Der Wert eines guten Theaters. Gladbecker Anzeiger v. 3.10.1926; StA Gladbeck C 228.Google Scholar
  31. 28.
    Dr. Teschner: “Schneewittchen” von Karl von Feiner. Gladbecker Zeitung v. 22.12.1923; StA Gladbeck C 747.Google Scholar
  32. 29.
    Zur Produktion eines disziplinierten, ganz auf die Bühne konzentrierten Theaterpublikums und den damit verbundenen ideologischen Effekten vgl. Peter Jehle: Zur Herausbildung des Staatstheaters in Frankreich, in: Projekt Ideologie-Theorie: Der innere Staat des Bürgertums. Studien zur Entstehung bürgerlicher Hegemonie-Apparate im 17. und 18. Jahrhundert. Berlin 1987, S. 7–40, hier bes. S. 19–23. Zur sozialen Verortung des beschriebenen Habitus vgl. Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt a.M. 1982, bes. Kapitel III.Google Scholar
  33. 30.
    Zit. n. Schauspielhaus Bochum/ Stadtarchiv Bochum (Hg): Saladin Schmitt, a.a.O., S. 130.Google Scholar
  34. 32.
    Vgl. dazu auch die Überlegungen von Rolf Lindner/ Heinrich Th. Breuer, a.a.O., S. 61 u. 63: Der “Fußballspieler als Repräsentant der Arbeiterklasse […] beherrschte die Kunst des Volkes, das Fußballspiel, besser als die anderen.” Lindner und Breuer leiten daraus ab: “’Auf Schalke gehen’, das ist [für den Arbeiter] in etwa das, was für den Bürger ein Theaterbesuch oder ein Opemabend ist”; ebd., S. 47.Google Scholar
  35. 33.
    Herbert Meting: Publikum und Bühnenwirkung (1925), in: Herbert Ihering: Von Reinhardt bis Brecht. Vier Jahrzehnte Theater und Film. Bd. I1 1924–1929. Berlin 1959, S. 93Google Scholar
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  37. 34.
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  38. 35.
    Bertolt Brecht: Das Theater als sportliche Anstalt, ebd., S. 49.Google Scholar
  39. 36.
    Bertolt Brecht: Mehr guten Sport, ebd., S. 81f.Google Scholar
  40. 37.
    Vgl. Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Walter Benjamin: Illuminationen. Ausgewählte Schriften. Frankfurt a.M. 1980, S. 150ff.Google Scholar
  41. 39.
    Hendrik de Man: Zur Psychologie des Sozialismus. Bonn 1976, S. 38.Google Scholar
  42. 40.
    Paul Franken: Vom Werden einer neuen Kultur. Aufgaben der Arbeiter-Kultur-und -Sportorganisationen. Reprint Münster 1984, S. 30.Google Scholar
  43. 41.
    Hendrik de Man: Zur Psychologie des Sozialismus, a.a.O., S. 38.Google Scholar
  44. 45.
    Vgl. Gladbecker Anzeiger v. 14.6.1927 u. Gladbecker Anzeiger v. 23.7. 1929; StA Gladbeck C 228, C 727.Google Scholar
  45. 46.
    Heinrich Kautz: lin Schatten der Schlote, a.a.O., S. 237; vgl. a. Gladbecker Anzeiger v. 15.1.1925 u. Protokoll der Besprechung zur Gründung eines Städtebundorchesters v. 16.8.1920; StA Gladbeck C 724, C 710.Google Scholar
  46. 47.
    Gladbecker Zeitung v. 13.10. 1926; StA Gladbeck C 714. Vgl. a. H. Wiltberger: Handels “Xerxes” im Stadttheater. Gladbecker Zeitung v. 28.4.1925; StA Gladbeck C 744: “Den Rest gab uns das Kino mit seinen sensationellen, atemversetzenden, stets sich überbietenden Filmstücken. Die Ruhe und andächtige Bereitschaft, den langatmigen, ruhigströmenden Melodienfluß Händelscher Arien zu genießen und uns dem musikalischen Erleben dieser hohen Kunst hemmungslos hinzugeben, bringen wir modernen Nervenmenschen nur noch schwer auf.”Google Scholar
  47. 48.
    J. Einig: Von unserem Theater. Gladbecker Zeitung v. 29.11.1923; StA Gladbeck C 747.Google Scholar
  48. 49.
    Siegfried Gehnnann, a.a.O., S. 107; vgl. ebd., S. 139, die Abbildung eines dichten Wagenparks bei einem Spiel im Duisburger Wedau-Stadion, die darauf hinweist, daß das Spiel nicht wenige wohlhabende Zuschauer angezogen hatteGoogle Scholar
  49. 50.
    Vgl. Georg Schwarz: Kohlenpott 1931, a.a.O., S. 6f.Google Scholar
  50. 51.
    Emilie Altenloh: Zur Soziologie des Kino. Die Kino-Unternehmung und die sozialen Schichten ihrer Besucher. Jena 1914, S. 91–94 u. S. 19f.Google Scholar
  51. 52.
    Gema - das neue Essener Großkino. Essener Anzeiger v. 7. 3. 1930.Google Scholar
  52. 53.
    Zum “Colosseum” vgl. Norbert Bragger: Essen. Kopstadtplatz 17. WAZ (Essen) v. 22.4.-13.5.1961.Google Scholar
  53. 54.
    Für weitere Beispiele vgl. a. Elisabeth Kosok: Die Freizeit-und Vergnügungseinrichtungen des Dortmunder Nordens um die Jahrhundertwende. Ein kulturhistorischer Streifzug, in: Ralf Ebert (Red.): Nordstadtbilder. Stadtemeuerung und künstlerische Medien. Essen 1989, S. 140–146; Ralf Ebert: Wo alles seinen Anfang nahm–“Lunapark” und Fredenbaumsaal im ersten Dortmunder Stadtpark, ebd., S. 146–165.Google Scholar
  54. 55.
    Hendrik de Man: Zur Psychologie des Sozialismus, a.a.O., S. 197.Google Scholar
  55. 57.
    In diesem Sinne argumentiert Heinrich August Winkler: Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933. Berlin/Bonn 1987, S. 111. Vgl. a. Bemd Faulenbach: Von der Klassenkultur zur Massenkultur? Zur Frage der historischen Einordnung der Arbeiterkultur, in: Forschungsinstitut für Arbeiterbildung (Hg): Beiträge, Informationen, Kommentare. H. 7/1988, S. 10f.Google Scholar
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    Siegfried Kracauer: Kult der Zerstreuung, in: ders.: Das Ornament der Masse. Essays. Frankfurt a.M. 1977, S. 313. Vgl. hierzu und zum folgenden a. Siegfried Kracauer: Die Angestellten. Aus dem neuesten Deutschland. Frankfurt a.M. 1971, S. 91–101.Google Scholar
  57. 59.
    Siegfried Kracauer: Kult der Zerstreuung, a.a.O., S. 314f.Google Scholar
  58. 61.
    Siegfried Kracauer: Die Angestellten, a.a.O., verzichtet ganz auf empirische Nachweise und begnügt sich mit dem in Berlin gewonnenen Augenschein. Erich Fromm. Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches. Eine sozialpsychologische Untersuchung. München 1983, erlaubt kaum Rückschlüsse auf die vermuteten Homogenisierungsprozesse, legt allerdings im Gegensatz zu Kracauer nahe, bei den Angestellten einen prononcierten kulturellen Konservatismus zu vermuten (vgl. bes. S. 158). Ausschließlich auf die männliche, groß-und vor allem hauptstädtische Arbeiterjugend konzentrieren sich die zahlreichen sozialpädagogisch motivierten Freizeit-Studien aus den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren, die Detlev J. K. Peukert: Jugend zwischen Krieg und Krise, a.a.O., S. 189–244, ausgewertet hat und die in unserem Zusammenhang vor allem für die weiter unten behandelte Frage nach den Wirkungen der Amüsierkultur relevant sind.Google Scholar
  59. 62.
    Vgl. Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Zur Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt a.M. 1982.Google Scholar
  60. 63.
    Vgl. zu beiden Punkten Reinhard Judis: Film und Kultur, in: Der Schacht, 4/1927–1928, H. 7, S. 97–98.Google Scholar
  61. 64.
    Zur Kinozensur im Ruhrgebiet vgl. Elisabeth Kosok: Arbeiterfreizeit und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet, a.a.O., S. 285–295.Google Scholar
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    Vgl. Volkmar Götz: Polizei und Polizeirecht, in: Kurt G. A. Jeserich/ Hans Pohl/ Georg-Christoph von Unruh (Hg): Deutsche Verwaltungsgeschichte, Band 4: Das Reich als Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. Stuttgart 1985, S. 414.Google Scholar
  63. 67.
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    Vgl. Detlev J. K. Peukert: Grenzen der Sozialdisziplinierung. Aufstieg und Krise der deutschen Jugendfürsorge 1878 bis 1932. Köln 1986, S. 175–191.Google Scholar
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    Zur Rundfunkgeschichte vgl. Winfried B.Lerg: Rundfunkpolitik in der Weimarer Republik. München 1980; Horst O.Halefeldt: Das erste Medium für alle? Erwartungen an den Hörfunk bei seiner Einführung in Deutschland Anfang der 20er Jahre, in: Projektgruppe Progranungeschichte: Zur Programmgeschichte des Weimarer Rundfunks. Frankfurt a.M. 1986 (= Materialien zur Rundfunkgeschichte 2 ), S. 83–151.Google Scholar
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    Vgl. K.Weidle: Hat Radio eine Kulturaufgabe zu erfüllen? in: Hellweg, 7/1927, S. 92.Google Scholar
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    Vgl. Leo Flamm: Westfalen und der WDR. Chronik und Befund, in: Walter Först ( Hg ): Rundfunk in der Region. Köln 1984, S. 207–211.Google Scholar
  70. 75.
    Vgl. zu diesen Entwicklungen Heinrich August Winkler: Der Schein der Normalität, a.a.O., S. 138f.Google Scholar
  71. 76.
    Vgl. Detlev J. K. Peukert: Jugend zwischen Krieg und Krise, a.a.O., S. 209–220.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Matthias Uecker

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