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Arbeiterkulturen?

Sozialistische Kulturpolitik und proletarisches Milieu
  • Matthias Uecker
Chapter
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Part of the DUV : Literaturwissenschaft book series (DUVSWISS)

Zusammenfassung

Bislang mag der Eindruck entstanden sein, die Arbeiter-Mehrheit des Ruhrgebiets habe in der Kulturpolitik dieser Region allenfalls als — abwesendes und umworbenes — Objekt der Begierde ehrgeiziger bürgerlicher Kulturpolitiker eine Rolle gespielt. Diese Wahrnehmung ist nun durch einen Perspektivenwechsel zumindest zu überprüfen. Sowohl die allgemeine Erwartung, wonach Profil und Atmosphäre des Reviers gerade durch das Proletariat geprägt worden seien, als auch die prekäre Beziehung der städtischen Kulturapparate zu ihrem Publikum legen es nahe, die Interessen und Aktivitäten der größten Bevölkerungsgruppe endlich in den Blick zu nehmen. Dabei sollen in einem Querschnitt einerseits die Kulturpolitik der Arbeiterparteien, die Aktivitäten der Arbeiterbewegungskultur sowie das proletarische Milieu des Industriegebiets skizziert werden, um herauszufinden, welchen Beitrag die verschiedenen Akteure zur Kultur der Region geliefert haben. Zugleich soll diese Recherche noch einmal den Hintergrund der zuvor ausführlich rekonstruierten Projekte ausleuchten und auf diese Weise Material liefern für die Beantwortung der Frage, welche realistischen Alternativen die offizielle Kulturpolitik hätten ersetzen oder korrigieren können.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Stefan Goch: Sozialdemokratische Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet. Eine Untersuchung am Beispiel Gelsenkirchen 1848–1975. Düsseldorf 1990, S. 91.Google Scholar
  2. 2.
    Alle Zitate nach Brigitte Emig: Die Veredelung des Arbeiters. Sozialdemokratie als Kulturbewegung. Frankfurt a.M./New York 1980, S. 9.Google Scholar
  3. 3.
    Julius Grünwald 1898, zit. n. Horst Groschopp: Zwischen Bierabend und Bildungsverein. Zur Kulturarbeit in der deutschen Arbeiterbewegung vor 1914. Berlin/DDR 1985, S. 17.Google Scholar
  4. 4.
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  5. 5.
    Franz Mehring 1898, zit. n. Horst Groschopp: Zwischen Bierabend und Bildungsverein, a.a.O., S. 17.Google Scholar
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  7. 7.
    Der Begriff der “negativen Integration” geht zurück auf Dieter Groh: Negative Integration und revolutionärer Attentismus. Die Sozialdemokratie am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Frankfurt a.M. 1973.Google Scholar
  8. 8.
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  9. 9.
    Zit. n. Frank Bajohr/ Rainer Weichelt: Mathias Jakobs. Ein sozialrepublikanischer Arbeiterfunktionär in der Krise der Weimarer Republik. Essen 1987, S. 47.Google Scholar
  10. 11.
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  11. 14.
    Vgl. Beatrix Herlemann: Kommunalpolitik der KPD im Ruhrgebiet 1924–1933. Wuppertal 1977, S. 127f.Google Scholar
  12. 16.
    Protokoll des Volksbildungsausschusses v. 2.1.1925; StA Gladbeck C 724.Google Scholar
  13. 17.
    Zur letztgenannten Alternative vgl. die Vorschlagsliste der Bochumer KPD-Fraktion für den Theaterspielplan 1930/31 in: Schauspielhaus Bochum/ Stadtarchiv Bochum (Hg): Saladin Schmitt. Der Theatergründer. Zum 100. Geburtstag 18. September 1983. Bochum 1983, S. 87. Grundsätzlich zur Kulturpolitik der KPD auch Adelheid von Saldem: Arbeiterkulturbewegung in Deutschland in der Zwischenkriegszeit, a.a.O., S. 37f.Google Scholar
  14. 18.
    Vgl. bes. Wilfried van der Will/ Rob Burns: Arbeiterkulturbewegung in der Weimarer Republik. Eine historisch-theoretische Analyse der kulturellen Bestrebungen der sozialdemokratisch organisierten Arbeiterschaft. Frankfurt/Berlin/Wien 1982; Hartmann Wunderer: Arbeitervereine und Arbeiterparteien. Kultur und Massenorganisationen in der Arbeiterbewegung (1890–1933). Frankfurt a.M. 1980.Google Scholar
  15. 19.
    So etwa die aus Ausstellungsprojekten entstandenen Bände Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (JHg): Wem gehört die Welt - Kunst und Gesellschaft in der Weimarer Republik. Berlin 1977; Projektgruppe Arbeiterkultur Hamburg: Vorwärts - und nicht vergessen. Arbeiterkultur in Hamburg um 1930. Hamburg 1982.Google Scholar
  16. 20.
    So der Titel einer 1930 erschienenen Broschüre des linken Sozialdemokraten Paul Franken: Vom Werden einer neuen Kultur. Aufgaben der Arbeiter-Kultur-und -Sportorganisationen. Reprint Münster 1984.Google Scholar
  17. 21.
    Ebd., S. 3; vgl. a. Frankens historischen Abriß zum “Aufstieg” der Kulturbewegung, S. 5–21.Google Scholar
  18. 25.
    Vgl. ebd., S. 42ff; zur “sozialistischen Festkultur” ausführlich Wilfried van der Will/ Rob Bums: Arbeiterkulturbewegung in der Weimarer Republik, a.a.O., S. 141–232.Google Scholar
  19. 27.
    Vgl. Peter Friedemann: Der 1. Mai als Symbol von Macht und Ohnmacht der Arbeiterschaft, in: Beiträge zur Gladbecker Geschichte, H. 3/1991, S. 80–83.Google Scholar
  20. 29.
    Ebd., S. 67f; vgl. a. Kapitel 6 dieser Arbeit für die Ähnlichkeit solcher Diagnosen mit dem Verhältnis städtischer Kulturfunktionäre zum bürgerlichen Vereinswesen.Google Scholar
  21. 30.
    Vgl. Adelheid von Saldem: Arbeiterkulturbewegung in Deutschland in der Zwischenkriegszeit, a.a.O., S. 39, 41f; Peter Friedemann: Die Krise der Arbeitersportbewegung am Ende der Weimarer Republik, in: Friedhelm Boll (Hg): Arbeiterkulturen zwischen Alltag und Politik. Wien/München/Zürich 1986, S. 233.Google Scholar
  22. 31.
    Zur Geschichte und Programmatik der Volksbühnenbewegung s. Herbert Scherer: Die Volksbühnen-bewegung und ihre interne Opposition in der Weimarer Republik, in: Archiv für Sozialgeschichte, 14/1974, S. 213–251. Heinrich Braulich: Die Volksbühne. Theater und Politik in der deutschen Volksbühnenbewegung. Berlin 1976, konzentriert sich fast vollständig auf die Berliner Volksbühne.Google Scholar
  23. 33.
    Kunst und Kultur, in: Die Fackel, 2/1927–28, H. 9, o.S.Google Scholar
  24. 35.
    Eugen Sulz: Bericht über das Spieljahr 1927/28 im Städt. Schauspielhaus, in: Die Fackel, 3/1928–29, H. 1, S. 6f.Google Scholar
  25. 36.
    Kunst und Kultur, in: Die Fackel, 2/1927–28, H. 9, o.S.Google Scholar
  26. 37.
    Eine Bitte, in: Die Fackel, 3/1928–29, H. 8, S. 4.Google Scholar
  27. 38.
    Zur Eröffnung der neuen Spielzeit in den Essener Bühnen, in: Die Fackel, 6/1931–32, H. 1, S. 3.Google Scholar
  28. 39.
    Der Kurs in der Kulturabteilung der Essener Stadtverwaltung, in: Die Fackel, 5/1930–31, H. 6/7, S. 7.Google Scholar
  29. 40.
    Jahreshauptversammlung der Essener Volksbühne, in: Die Fackel, 7/1932–33, H. 4, S. 6.Google Scholar
  30. 41.
    Franz Feldens: Volksbühne und Operette, in: Die Fackel, 6/1931–32, H. 6, S. 9.Google Scholar
  31. 43.
    Ernst Koschmieder: Ein Nachwort zur Aufführung “Mann ist Mann” von Brecht, in: Die Fackel, 4/1929–30, H. 7, S. 5.Google Scholar
  32. 44.
    Die Fackel, 5/1930–31, H. 1–2, o.S.Google Scholar
  33. 45.
    Ebd., im letzten Fall ist die Rede von W. S. Maughams Stück “Die heilige Flamme”.Google Scholar
  34. 46.
    Vgl. Immanuel Zimmermann: Entwicklung und Typen des freien (insbesondere literarischen) Bildungswesens in Essen. Diss. Köln 1936, S. 42.Google Scholar
  35. 47.
    Laut Immanuel Zimmermann, a.a.O., S. 42, war der Arbeiteranteil in der Mitgliedschaft in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre unter 50% gesunken.Google Scholar
  36. 48.
    Langjähriger Vorsitzender der Essener “Volksbühne” war der Leiter der Kruppschen Bücherhalle, Dr. Felix Schumm. Als “künstlerische Beiräte” konzipierten der Leiter der Stadtbibliothek, Eugen Sulz, und der Lehrer Franz Feldens die Spielpläne des Vereins; vgl. Die Fackel, 7/1932–33, H. 4, S. 4.Google Scholar
  37. 49.
    Vgl. die Skizzen bei Karl Rohe: Vom Revier zum Ruhrgebiet. Wahlen–Parteien–Politische Kultur. Essen 1986, S. 20–57; Detlev J. K. Peukert: Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne. Frankfurt a.M. 1987, S. 149–165.Google Scholar
  38. 50.
    Für Details vgl. Matthias Uecker: Glanz und Elend eines Großbetriebes - das Gladbecker Theater von 1921 bis 1933, in: Beiträge zur Gladbecker Geschichte, H. 3/1991, S. 61ff, 66–71.Google Scholar
  39. 51.
    Vgl. z.B. § 2 der Satzung des Gladbecker Volksbühnen-Vereins; StA Gladbeck C 228.Google Scholar
  40. 53.
    Nicht adressierter Brief v. 17.1. 1928; WStA Münster, Findbuch 804, Freie Volksbühne Gladbeck, Akte 9.Google Scholar
  41. 54.
    Volksfreund (Recklinghausen) v. 5.8.1929; StA Gladbeck C 734.Google Scholar
  42. 56.
    Vgl. Stefan Goch: Sozialdemokratische Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet, a.a.O., S. 155–158, 325–327.Google Scholar
  43. 58.
    Vgl. ein vereinzeltes Beispiel aus Gelsenkirchen, ebd., S. 327.Google Scholar
  44. 59.
    Vgl. z.B. die Beschlüsse des Gladbecker Finanzausschusses v. 16.12.1926 u. 6.8.1929; StA Gladbeck C 734.Google Scholar
  45. 60.
    Volksfreund (Recklinghausen) v. 1.5. 1926; StA Recklinghausen Abt.III Nr. 5088.Google Scholar
  46. 61.
    Vgl. Stefan Goch, a.a.O., S. 326; Verzeichnis Gladbecker Chöre und Orchester v. 1.4.1926; StA Gladbeck C 734.Google Scholar
  47. 62.
    Für diese nicht auf das Ruhrgebiet beschränkte Tendenz vgl. die Beispiele bei Heinrich August Winkler: Der Schein der Normalität. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1924 bis 1930. Berlin/Bonn 1985, S. 136f; Wilfried van der Will/ Rob Bums: Arbeiterkulturbewegung in der Weimarer Republik, a.a.O., S. 107–109.Google Scholar
  48. 63.
    Gladbecker Anzeiger v. 16.7.1929; StA Gladbeck C 734.Google Scholar
  49. 64.
    Gladbecker Zeitung v. 16.7.1929; StA Gladbeck C 734.Google Scholar
  50. 65.
    Vgl. Paul Franken, a.a.O., S. 50f; Volker Schmidtchen: Arbeitersport - Erziehung zum sozialistischen Menschen? Leitwerte und Jugendarbeit in zwei Ruhrgebietsvereinen in der Weimarer Republik, in: Jürgen Reulecke/ Wollhard Weber (Hg): Fabrik - Familie - Feierabend. Wuppertal 1978, S. 346f.Google Scholar
  51. 66.
    Vgl. Hajo Bernett: Die Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Sport, in: Hans Joachim Treichler/ Gerhard Hauk (Hg): Illustrierte Geschichte des Arbeitersports. Berlin/Bonn 1987, S. 59f.Google Scholar
  52. 67.
    Paul Franken, a.a.O., S. 56; vgl. a. Hajo Bemett: Die Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Sport, a.a.O., S. 57–62.Google Scholar
  53. 70.
    Vgl. zu den Organisationsschwierigkeiten der Arbeitersportvereine im Ruhrgebiet Gerhard Hauk: “Ein schwer zu beackernder Boden”. Arbeiter-und Arbeitersportbewegung in Rheinland-Westfalen und an der Ruhr, in: Hans Joachim Treichler/ Gerhard Hank (Hg): Illustrierte Geschichte des Arbeitersports, a.a.O., S. 63–75; Siegfried Gehnnann: Fußball–Vereine–Politik. Zur Sportgeschichte des Reviers 1900–1940. Essen 1988, S. 145–197.Google Scholar
  54. 71.
    Vgl. Siegfried Gehrmann: Fußball in einer Industrieregion. Das Beispiel Schalke 04, in: Jürgen Reulecke/ Wolfhard Weber (Hg): Fabrik–Familie–Feierabend, a.a.O., S. 377–398; Rolf Lindner/ Heinrich Th. Breuer: “Sind doch nicht alle Beckenbauers”. Zur Sozialgeschichte des Fußballs im Ruhrgebiet. Frankfurt a.M. 1978, S. 48–51.Google Scholar
  55. 72.
    Vgl. Volker Schmidtchen: Arbeitersport - Erziehung zum sozialistischen Menschen?, a.a.O., S. 358, 369f.Google Scholar
  56. 73.
    Vgl. Gerhard Hauk: “Ein schwer zu beackernder Boden”, a.a.0., S. 74f.Google Scholar
  57. 74.
    Vgl. etwa Gerhard A. Ritter: Arbeiterkultur im Deutschen Kaiserreich. Probleme und Forschungsansätze, in: Gerhard A. Ritter (Hg): Arbeiterkultur. KönigsteinlTs. 1979, S. 18ff.Google Scholar
  58. 75.
    Vgl. den Überblick bei Wolfgang Bonß: Kritische Theorie und empirische Sozialforschung: Anmerkungen zu einem Fallbeispiel, in: Erich Fromm: Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches. Eine sozialpsychologische Untersuchung. München 1983, S. 15–21; Heinrich August Winkler: Der Schein der Normalität, a.a.O., S. 120–173.Google Scholar
  59. 76.
    Vgl. Karl Rohe: Vom Revier zum Ruhrgebiet, a.a.O., bes. S. 12–39.Google Scholar
  60. 77.
    Vgl. dazu auch Peter Friedemann: Der 1. Mai als Symbol von Macht und Ohnmacht der Arbeiterschaft, in: Beiträge zur Gladbecker Geschichte, H. 3/1991, S. 80–83.Google Scholar
  61. 78.
    Vgl. Klaus Tenfelde: Soziale Schichtung, Klassenbildung und Konfliktlagen im Ruhrgebiet, in: Wolfgang Kölhnann/ Hermann Korte/ Dietmar Petzina/ Wollhard Weber (Hg): Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Bd. 2, Düsseldorf 1990, S. 157–161.Google Scholar
  62. 79.
    Vgl. ebd., S. 175ff; Karl Rohe: Vom Revier zum Ruhrgebiet, a.a.O., S. 36ff.Google Scholar
  63. 80.
    Vgl. Franz-Josef Brüggemeier/ Lutz Niethammer: Schlafgänger, Schnapskasinos und schwerindustrielle Kolonie. Aspekte der Arbeiterwohnungsfrage im Ruhrgebiet vor dem Ersten Weltkrieg.in: Jürgen Reulecke/ Wollhard Weber (Hg): Fabrik - Familie - Feierabend. Beiträge zur Sozialgeschichte des Alltags im Industriezeitalter. Wuppertal 1978, S. 155, 166f, 174.Google Scholar
  64. 81.
    Vgl. zum folgenden bes. Franz-Josef Brüggemeier/ Lutz Niethammer: Schlafgänger, Schnapskasinos und schwerindustrielle Kolonie, a.a.O., S. 135–176; Franz-Josef Brüggemeier: Leben vor Ort, Ruhrbergleute und Ruhrbergbau 1889–1919. München 1983, S. 41–74; Erhard Lucas: Zwei Formen von Radikalismus in der deutschen Arbeiterbewegung. Frankfurt a.M. 1976, S. 49–53; Michael Zimmermann: Schachtanlage und Kolonie. LebenGoogle Scholar
  65. 82.
    Vgl. Rolf Lindner/ Heinrich Th. Breuer: “Sind doch nicht alle Beckenbauers”, a.a.O., S. 34f, 38, 43.Google Scholar
  66. 83.
    Ebd., S. 43; vgl. a. die Hinweise auf eine besondere politische Identität der “Kolonien” und ihre Resistenz gegenüber dem NS-Staat bei Franz-Josef Brüggemeier/ Lutz Niethammer: Schlafgänger, Schnapskasinos und schwerindustrielle Kolonie, a.a.O., S. 174; relativierend dagegen Bernd Parisius: Mythos und Erfahrung der Nachbarschaft, a.a.O., bes. S. 321f.Google Scholar
  67. 84.
    Walter Friedrich: Die Ideenwelt der mehrheitssozialistischen Bergarbeiter des Ruhrgebiets. Diss. Bonn 1923; Heinrich Kautz: Im Schatten der Schlote. Versuche zur Seelenkunde der Industriejugend. Einsiedeln 1926.Google Scholar
  68. 85.
    Vgl. bes. Walter Friedrich, a.a.O., S. 7ff u. 32f.Google Scholar
  69. 86.
    Heinrich Kautz, a.a.O., S. 22; vgl. a. ebd., S. 49.Google Scholar
  70. 87.
    Vgl. bes. Walter Friedrich, a.a.O., S. 12ff, 17f; Heinrich Kautz, a.a.O., S. 29, 38.Google Scholar
  71. 95.
    Erik Reger: Ruhrprovinz, in: Die Weltbühne, 24/1928 (2.Teilbd.), S. 921.Google Scholar
  72. 96.
    Vgl. bes. Erik Reger: Union der festen Hand. Reinbek 1979, S. 178–186 u. 403–415.Google Scholar
  73. 97.
    Vgl. Erik Reger: Reporter im Kohlenpott, in: Die Weltbühne, 26/1930 (1.Teilbd.), S. 796.Google Scholar
  74. 98.
    Vgl. Erik Reger: Union der festen Hand, a.a.O., S. 360.Google Scholar
  75. 99.
    Vgl. Erik Reger: Die wirkliche Arbeiterpresse, in: Die Weltbühne, 25/1929 (1.Teilbd.), S. 366–372.Google Scholar
  76. 100.
    Erik Reger: Union der festen Hand, a.a.O., S. 413; vgl. a. Walter Friedrich, a.a.O., S. 13f u. S. 39f.Google Scholar
  77. 101.
    Georg Schwarz: Kohlenpott 1931. Essen 1986, S. 163.Google Scholar
  78. 102.
    Ebd., S. 167f; vgl. aber auch die differenziertere Argumentation S. 135.Google Scholar
  79. 103.
    Vgl. a. Heinrich Kautz: Im Schatten der Schlote, a.a.O., S. 133.Google Scholar
  80. 104.
    Vgl. Erich Fromm, a.a.O., bes. S. 147ff. Fromms ansonsten durchaus aufschlußreiche Studie ist in unserem Zusammenhang nur von begrenztem Wert, da sie einerseits keine regionalen Differenzierungen vornimmt, andererseits die Auswertung des umfangreichen Fragebogens vollständig auf “kulturelle Haltungen” (z.B. Lieblingbücher und -filme) abstellt, die Ergebnisse der quantitativ auswertbaren, an der realen Praxis orientierten Fragen (z.B. Vereinsmitgliedschaften, Häufigkeit des Theaterbesuchs) aber nicht mitteilt.Google Scholar
  81. 105.
    Hendrik de Man: Zur Psychologie des Sozialismus. Bonn 1976, S. 182. Zur Distanz der Arbeiterparteien gegenüber den Kulturkonzepten sympathisierender Intellektueller vgl. a. Adelheid von Saldern: Arbeiterkulturbewegung in Deutschland in der Zwischenkriegszeit, a.a.O., S. 38.Google Scholar
  82. 106.
    Hendrik de Man: Zur Psychologie des Sozialismus, a.a.O., S. 194, 201.Google Scholar
  83. 107.
    Ebd., S. 202. Zur zeitgenössischen Diskussion um die “Verbürgerlichung” des Proletariats vgl. Heinrich August Winkler:, Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933. Berlin u. Bonn 1987, S. 100–119.Google Scholar
  84. 110.
    Ebd., S. 42, 24f; vgl. a. die Schilderung der prekären Finanzsituation von Arbeiterfamilien in Erik Reger: Union der festen Hand, a.a.O., S. 407–410.Google Scholar
  85. 111.
    Vgl. Josef Mooser: Arbeiterleben in Deutschland 1900–1970. Klassenlagen, Kultur und Politik. Frankfurt a.M. 1984, S. 141ff.Google Scholar
  86. 112.
    Zit. n. Brigitte Emig: Die Veredelung des Arbeiters, a.a.O., S. 282.Google Scholar
  87. 113.
    Zitat eines Bergarbeiters, in: Walter Friedrich, a.a.O., S. 20.Google Scholar
  88. 114.
    Zit. n. Stadt Duisburg (Hg): Trotz alledem! Arbeiterkultur in Duisburg. Duisburg 1989, S. 67.Google Scholar
  89. 116.
    Vgl. Stefan Goch: Sozialdemokratische Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet, a.a.O., S. 146ff, 221f. Den politischen Gegensatz betont besonders Erhard Lucas: Zwei Formen von Radikalismus in der deutschen Arbeiterbewegung, a.a.O., S. 159.Google Scholar
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    Vgl. die Beispiele in Stadt Duisburg (Hg): Trotz alledem, a.a.O., S. 87–91; speziell zum Radio Peter Dahl: Arbeitersender und Volksempfänger. Proletarische Radio-Bewegung und bürgerlicher Rundfunk bis 1945. Frankfurt a.M. 1978.Google Scholar
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    Dieter Langewiesche: Politik - Gesellschaft - Kultur, a.a.O., S. 402; vgl. a. Adelheid von Saldem: Arbeiterkulturbewegung in Deutschland in der Zwischenkriegszeit, a.a.O., S. 59–63, sowie Kapitel 11 dieser Arbeit.Google Scholar
  92. 119.
    Vgl. etwa die Veranstaltungsberichte der Gladbecker Freien Volksbühne: Gladbecker Anzeiger v. 9.6.1929 u. 16.6.1930, Gladbecker Zeitung v. 17.7.1932; StA Gladbeck C 228.Google Scholar
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    Hartmann Wunderer: Thesen und Materialien zum Niedergang der Arbeiterkulturbewegung vor dem Faschismus. Zum kommunistischen System der Massenorganisationen in der Weltwirtschaftskrise (1929–1932), in: Heiko Haumann/ Axel Schildt (Hg): Deutsche Arbeiterbewegung vor dem Faschismus. Berlin 1981, S. 160.Google Scholar
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    Zum Prozeß der “Entproletarisierung” vgl. Josef Mooser: Arbeiterleben in Deutschland, a.a.O., S. 224–236.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Matthias Uecker

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