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Typen der Zeitverwendung an Werktag und Wochenende in sozialstrukturellen, alltagszeitlichen und lebensstilspezifischen Kontexten

  • Friederike Benthaus-Apel
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Part of the DUV: Sozialwissenschaft book series (DUVSW)

Zusammenfassung

Die im vorigen Kapitel beschriebenen drei Faktorenanalysen hatten zum Ziel, die Vielfalt der einzelnen Aktivitäten auf pro Tag gemeinsam ausgeübte Tätigkeiten zu reduzieren. Die somit rekonstruierten Zeitverwendungsdimensionen stellen jedoch nur den ersten — vorbereitenden — Schritt der Auswertung dar. Denn es fehlt bislang noch die Kenntnis darüber, welche — der durch die Faktorenanalyse als voneinander unabhängig definierten Dimensionen — der Zeitverwendung im Alltag gemeinsam — und bei welchen Personen — auftreten.

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Literatur

  1. Die mit “*” gekennzeichneten partnerbezogenen und die Arbeitszeit und die Arbeitsbedingungen betreffenden Merkmale beschreiben in dieser und den folgenden Tabellen nur die Eigenschaften von Personen, die (1) in Partnerschaft leben bzw. (2) einer Erwerbsarbeit nachgehen. D. h., die auf diese Merkmale bezogenen Standardabweichungen bzw. Prozentangaben geben nur die Abweichungen der genannten Teilgruppen innerhalb eines Clusters wieder.Google Scholar
  2. 1.
    Detailliertere Berechnungen ergeben, daß im haus-und eigenarbeitsbezogenen Cluster 2 nur 4% der Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen, im häuslichkeitszentrierten Cluster 4 sogar nur 2% der Frauen erwerbstätig sind. Diejenigen Frauen, die im häuslichkeitszentrierten Cluster erwerbstätig sind, zeichnen sich durch einen höheren Berufsstatus aus. Das heißt, eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist bei den Frauen mit Vorschulkindem besonders selten und wenn sie dennoch möglich ist, dann charakteristischerweise für Frauen, die einen höheren Berufsstatus haben. (Vgl. Tabelle 17, Sozialstruktureller Kontext).Google Scholar
  3. 2.
    Hausarbeit ist in der EMNID-Umfrage sehr weit definiert und umfaßt Tätigkeiten wie die Reinigung der Wohnung, Einkaufen, Verpflegung der Familie, Instandhalten und Waschen der Kleidung und vieles andere mehr.Google Scholar
  4. 3.
    In Cluster 2 gehen 14 von insgesamt 30 Personen einer Erwerbsarbeit nach, und in Cluster 4 sind 8 von 41 Personen erwerbstätig. Daß in beiden Clustem die Erwerbsarbeitszeiten gering sind wird auch anhand der unterdurchschnittlichen Arbeitszeiten montags und freitags erkennbar (Vgl. die Tabellen 16 und 17).Google Scholar
  5. 4.
    Es ist davon auszugehen, daß ein gehobener Berufsstatus auch mit einem gehobenen Qualifikationsniveau einhergeht.Google Scholar
  6. 5.
    Es sei daran erinnert, daß die Clustergröße von N = 30 nicht sehr groß ist und 50% Erwerbstätigkeit sich dementsprechend auf 15 Personen bezieht.Google Scholar
  7. 6.
    In ähnlicher Weise zeigt sich dies auch im Sonntagscluster 5, einem Zeitverwendungstypus der ausschließlichen Erwerbs-bzw. Schularbeit: Dieser Cluster zeigt eine sehr scharfe Abgrenzung von einer als Freizeit bewerteten Zeit; jedoch geht mit dieser Zuordnung des Obligationsgrades von Zeit keinerlei Bewertung der Zeit als “gern” oder “ungern” erlebte Zeit einher, was damit zu erklären ist, daß hier keine Freizeiterwartungen im Raum stehen.Google Scholar
  8. 7.
    Von den 39 Frauen, die den Zeitverwendungstypus der ungern erlebten Familienzentrierung miteinander teilen, gehen drei Frauen einer Vollzeitbeschäftigung und sieben einer Teilzeitbeschäftigung nach. Von den drei Männer dieses Clusters ist einer vollbeschäftigt, einer Rentner und einer in Berufsausbildung. Die Erwerbstätigen dieses Clusters zeichnen sich zudem durch einen überdurchschnittlichen Berufsstatus aus (.51).Google Scholar
  9. 8.
    Im Cluster der freizeitbetonten Familienfürsorge liegt der Prozentsatz der Erwerbstätigen mit 52% leicht über dem Durchschnitt von 44%. Trotzdem sind Hausfrauen, mit 28% in diesem Cluster überdurchschnittlich vertreten (Durchschnittswert der Gesamtstichprobe: 16%).Von den 10 Männern dieses Clusters (n = 10) gehen 40% einer Vollzeitbeschäftigung nach.Google Scholar
  10. 9.
    Unter der Kategorie Eigenarbeit wurden hier folgende Einzelaktivitäten zusammengefaßt: Reparaturarbeiten an Haus, Wohnung und Garten, Renovierung, Gartenarbeit, Pflanzenpflege, Beschäftigung mit Tieren (Pflege/Füttern), Autopflege und Wartung und anderweitige häusliche Verpflichtungen. Konsumarbeit umfaßt die Tätigkeiten des Einkaufens (kurz-und langlebige Konsumgüter), die Erledigung von Bank und Behördengänge. Unter Versorgungsmobilität sind alle Fahrtwege zusammengefaßt, die für Einkäufe und Erledigungen getätigt werden oder für Kinder (z.B. Kinder zur Schule bringen) und andere Haushaltsmitglieder (z.B. Mann zur Arbeit fahren).Google Scholar
  11. 10.
    Es sind der Zeitverwendungstypus der haus-und eigenarbeitsbezogenen Familienfürsorge am Werktag und der Zeitverwendungstypus der samstäglichen Geschäftigkeit und Familienfürsorge am Samstag (Vgl. die Tabellen 16 und 19).Google Scholar
  12. 11.
    Die außerhäusliche Freizeitgestaltung dieses Clusters umfaßt auch das Ausgehen zum Essen in ein Restaurant, was die Überlegung stützt, daß gerade Zeitaufwendungen für Kochen bei diesen Personen eingespart werden.Google Scholar
  13. 12.
    Werktags ist Eigenarbeit Markiervariable im Faktor 9 “Eigenarbeit und Versorgungsmobilität” und sonntags im Faktor 7 “Eigenarbeit und Lesen”. Am Samstag ist Eigenarbeit als Nebenladung in folgenden drei Faktoren repräsentiert: Faktor 1: “Handlungsvielfalt und Kommunikation”; Faktor 2: “Häusliche Zeitverwendung versus Freizeitmobilität und Ausgehen”; Faktor 13: “Interaktionskontext ‘Andere”’ (Vgl. die Tabellen 10–13).Google Scholar
  14. 13.
    Aufgrund der geschlechtsspezifischen Verzerrung der Stichprobe zugunsten der Frauen ist der Cluster 6 zwar weiblich geprägt, jedoch ist das Geschlecht im Gegensatz zu Cluster 4 keine den Cluster 6 so stark charakterisierende Größe.Google Scholar
  15. 14.
    Es ist hier noch mal darauf hinzuweisen, daß die von mir hier als Eigenarbeit bezeichneten Aktivitäten eine Reihe typischer Do-it-yourself-Tätigkeiten umfassen wie Renovieren, Reparaturen an Haus und Garten etc. Zu erinnern ist weiterhin daran, daß die Stichprobe eine altersspezifische Verzerrung zugunsten der jüngeren Altersgruppen aufweist, so daß hier ein stark überdurchschnittliches Alter (.83) einen Mittelwert von 46 Jahren bedeutet.Google Scholar
  16. 15.
    In diesem Cluster ist die Teilnahme am Erwerbssystem folgendermaßen verteilt: Erwerbstätig: 50%; Arbeitslos 3%; Schülerinnen 16%; Hausfrauen 13%, Rentner 6%. Der Anteil der Frauen beträgt 75%.Google Scholar
  17. 16.
    Sonntags fällt erwartungsgemäß die Konsumarbeit als relevanter Bereich der Zeitverwendung aus der Analyse vollständig heraus.Google Scholar
  18. 17.
    Nach einer gesonderten Berechnung der Status-und Bildungsgruppen sind in diesem Cluster Personen der mittleren Mittelschicht und Akademiker überdurchschnittlich vertreten.Google Scholar
  19. 18.
    Am Samstag bilden Konsumarbeit und Versorgungsmobilität ein gemeinsames Zeitmuster (Faktor 8), während werktags Versorgungsmobiliät sowohl - und zwar am stärksten - an die Bewältigung familialer Aufgaben geknüpft ist (Faktor 1) als auch mit der Bewältigung der Eigenarbeitstätigkeiten verbunden ist (Faktor 9).Google Scholar
  20. 19.
    Insgesamt gesehen sind jedoch nicht alle haus-und eigenarbeitsbezogenen Samstagscluster auch häuslicher Natur, sondern dies sind nur drei von insgesamt fünf haus-und eigenarbeitsbezogenen Clustem. D.h. Eigenarbeit ist nicht notgedrungen ein Aspekt einer häuslichen Zeitverwendung.Google Scholar
  21. 20.
    Wenn im folgenden von Schülern und Schülerinnen gesprochen wird, so sind hier sowohl die Studenten als auch die in Schul-und Berufsausbildung befindlichen Personen gemeint.Google Scholar
  22. 21.
    Nach gesonderter Berechnung der fünf Kategorien der Schulbildung zeigt sich, daß die Akademiker in diesem Cluster leicht überrepräsentiert sind (.31).Google Scholar
  23. 22.
    Für den Sonntag findet sich kein vergleichbarer auf handwerklich-musische Aktivitäten fokusierter Zeitverwendungstypus.Google Scholar
  24. 23.
    Die zunächst getrennt ermittelte Zeitverwendung für Erwerbsarbeit einerseits und zur Schule gehen, studieren oder eine Fortbildung mitmachen, andererseits, wurden aufgrund ihrer jeweiligen zu schiefen Verteilungen zu einer gemeinsamen Kategorie “Erwerbsarbeit/Schulbesuch” zusammengefaßt (Vgl. Fußnote 7, Kapitel 9.1).Google Scholar
  25. 24.
    Für die in Kapitel 5 diskutierte gesamtgesellschaftliche Entwicklungstendenz der Destandardisierung von Arbeitszeiten und ihre Auswirkungen auf das Alltagshandeln ist das gewählte Untersuchungsdesign nur bedingt geeignet. Für eine empirische Prüfung der Auswirkungen der Destandardisierung von Arbeitszeiten auf die Alltagszeit wäre ein anderes empirisches Vorgehen notwendig gewesen, das stärker auf einen Vergleich von “Normalarbeitszeitlem” und Personen mit flexiblen Arbeitszeiten abzielt. In diesem Zusammenhang ist auf die Untersuchung von M. Garhammer (1993) zu verweisen, die sich genau dieser Fragestellung zuwendet. In dieser Arbeit, die sich ja schwerpunktmäßig mit der Frage nach externer Zeitbindung bzw. Zeitautonomie in der erwerbsarbeitsfreien Zeit befaßt, ist, wie in Kapitel 5 und 8.3 beschrieben, die Destandardisierung von Arbeitszeiten lediglich als wichtige Rahmenbedingung der Gestaltung von Alltagszeit in die empirische Untersuchung eingegangen.Google Scholar
  26. 25.
    Am Werktag ist Erwerbsarbeit bzw. Ausbildungszeit generell mit einem Aktivitätsmuster verbunden, das sowohl ganz eng an die Zeitaufwendung für Berufsmobilität geknüpft ist als auch insgesamt eine Bewertung dieser Zeit als Arbeitszeit umfaßt. Darüber hinaus wird die Ausbildungs-oder Erwerbsarbeitszeit teilweise im Kontext von Kollegen (Freunden) verbracht (Vgl. die Beschreibung des Faktor 2 in Kapitel 9. 1 ).Google Scholar
  27. 26.
    Nicht nur für diesen, sondern für alle erwerbsarbeitsbezogenen Zeitverwendungstypen habe ich auf der Grundlage der Zeitbudgets den durchschnittlichen Umfang der Erwerbsarbeit bzw. Ausbildungszeit und der Berufsmobilität pro Cluster noch einmal gesondert berechnet.Google Scholar
  28. 27.
    Ich verkürze hier die aus den drei Angaben “Erwerbstätigkeit, Haushaltstypus und Berufstätigkeit des Partners” gewonnenen Angaben auf die Formulierung, der Zeitverwendungstypus sei charakteristisch für erwerbstätige Ehepaare: Dies ist gerechtfertigt, weil die Betroffenen dieses Cluster als verheiratete Personen in Haushalten ohne Kinder leben, deren (Ehe)Partner zu 89% (N=18) ebenfalls einer Erwerbstätigkeit nachgehen.Google Scholar
  29. 31.
    Von den 30 Personen dieses Clusters sind 71% Schülerinnen und Studentinnen, während 29% einer Erwerbstätigkeit nachgehen.Google Scholar
  30. 32.
    In diesem Cluster ist im Unterschied zu Cluster 12 das Verhältnis von Erwerbstätigen und in Ausbildung Befindlichen genau umgekehrt: von den 30 Personen gehen 57% einer Erwerbstätigkeit nach, während 30% in Schul-bzw. Berufsausbildung oder Studium sind.Google Scholar
  31. 33.
    Der auch für diesen Cluster gesondert berechnete Zeitaufwand für Erwerbsarbeit oder Ausbildungstätigkeit am Sonntag beträgt durchschnittlich 4,6 Stunden.Google Scholar
  32. 1.
    An dieser Stelle ist auch auf den oben dargestellten Typus der “Kommunikation und freizeitaktiven Zeitverwendung” (Tabelle 28) hinzuweisen, der auch hier als Typus der Zeitbewirtschaftung hätte thematisiert werden können. Da der Aspekt der Eigenarbeit in diesem Typus bedeutungsvoller ist und um Redundanz zu vermeiden, habe ich mich für die gewählte Darstellung entschieden. Wenn auch Zeitbewirtschaftung in diesem Typus nicht speziell für Jüngere und Gebildetere kennzeichnend ist (s. u.), sondern für einen relativ heterogenen Personenkreis, so ist auch für diesen Typus eine Abgrenzung zu einem dörflichen Lebenskontext festzustellen.Google Scholar
  33. 2.
    Zwischen beiden Zeitverwendungstypen besteht eine personenbezogene Überlappung von 41%.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Friederike Benthaus-Apel

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