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Die Psychische Einheit Menschlicher Gruppen

  • Anthony F. C. Wallace
Chapter
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Part of the WV studium book series (WVST, volume 54/55)

Zusammenfassung

Was muss Menschen psychologisch gesehen gemeinsam zu eigen sein, damit sie in kulturell organisierten sozialen Gruppen zusammenleben können?

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Anmerkungen

  1. 1.
    Die in diesem Aufsatz häufig benutzen Begriffe Identität und Aquivalenz entstammen der formalen Logik. Sie können auf Prädikate angewendet werden, die die deskriptiven Elemente von Sätzen sind (z.B. ist in dem Satz “der Tisch ist rund” das Prädikat “ist rund”). Man spricht nur dann davon, dass p und q identische Prädikate symbolisieren, wenn die Prädikate ein und dasselbe sind. Man spricht davon, dass die Symbole p und q für streng äquivalente Prädikate stehen, wenn gilt: wenn p dann auch q und wenn q dann auch p. Offenkundig schliesst Identität Äquivalenz ein; aber Äquivalenz impliziert nicht Identität. Der Begriff der tautologischen Aquivalenz ist per Definition gesetzt worden. Empirische Daten machen wohl ersichtlich, dass unter einigen Bedingungen zwei Variable (zwei Reihen Prädikate) über jeweils bestimmte Werte an Aquivalenz heranreichen dank der Tatsache, dass immer, wenn ein bestimmter Wert der einen Variablen gegeben ist, auch ein bestimmter Wert der anderen Variablen gegeben ist. Die Erforschung von solchen nicht-tautologischen oder materialen Äquivalenzen, ausdrückbar in statistischen Assoziationen und mathematischen Funktionen wie Differentialgleichungen, ist ein Hauptobjekt wissenschaftlicher Forschung.Google Scholar
  2. 2.
    Einige Leser mögen bei dem Versuch, Wissen unabhängig von Motivation zu behandeln, Unbehagen empfinden. Sie können mit MANNHEIM (1936) darauf verweisen, dass menschliches Wissen selten, wenn überhaupt, in einem vollständigen, motivationalen Vakuum anzutreffen ist. Trotzdem ist es wichtig, zwischen “reinem” und motivationalern Wissen zu unterscheiden, um die jeweiligen Einflüsse auf die Kultur zu erörtern. Die wissenschaftliche Analyse erfordert oft eine begriffliche Trennung von Elementen, die in Wirklichkeit unentwirrbar sind. Ein gutes Beispiel aus der Physik ist die Formulierung der Bewegungsgesetze zweier Körper - ohne Rücksicht auf die Gravitationseinflüsse anderer Körper - in einen? perfekten, physikalischen Vakuum: eine experimentell nicht herstellbare Bedingung.Google Scholar
  3. 3.
    Es ist an dieser Stelle nicht wünschenswert, weiter in die Theorie der Komponentenanalyse einzudringen, da das eine längere, technische Erörterung in der Sprache der symbolischen Logik und der Mengenlehre(Set-Theory) nötig machen würde, für die in diesem Kontext nicht der richtige Platz ist. Es soll aber angemerkt werden, dass es noch verschiedene andere logische Systeme gibt, die sich für die formale Darstellung semantischer Reaktionen eignen: z.B. MORRIS’ “Semiotik” (MORRIS 1955) und CARNAPS “Kalkül der Zustandsbeschreibungen” (CARNAP 1955). In Zusammenarbeit mit JOHN ATKINS habe ich einigen Erfolg bei der Formulierung eines semantischen Kalküls gehabt, das auf Aussagenlogik undMengenlehre basiert. Wir glauben, unser Kalkül repräsentiert sehr genau die intuitiven Operationen von Linguisten, Anthropologen und anderen Verhaltensforschern, wenn sie eine Komponentenanalyse oder andere Arten semantischer Analysen durchführen; und wir glauben, dass in der Tat ein solches Kalkül postuliert werden muss, um jene Operationen zu rationalisieren. Darüber hinaus verspricht das Kalkül, für das Entwerfen effizienterer wissenschaftlicher Taxonornien von Nutzen zu sein. Wir glauben auch, dass dieses Vorgehen mit der Theorie logischer Netze verträglich ist, die auf eine m sehr einfachen Aussagekalkül basiert und die den Anstrengungen bestimmter Mathematiker, die Datenverarbeitungsfunktionen des Gehirns zu beschreiben, zugrunde liegt (cf GEORGE 1958). Dieses Kalkül ist nicht mit dem von OSGOOD (1957) verwandt, dessen “semantisches Differential” sich eher mit konnotativer als denotativer Bedeutung beschäftigt.Google Scholar
  4. 4.
    Semantische Information (Hsem) unterscheidet sich von statistischer Information(Hstat)durch den Umstand, dass Hsemeines Terminus ausschliesslich eine Funktion des Bruchs aus der Anzahl der mit dem Terminus korrespondierenden Zellen ist und der Anzahl der Zellen des ganzen Raumes, auf den bezogen der Terminus definiert ist. Auf der anderen Seite ist Hstat eines Terminus ausschliesslich als Funktion der relativen, bedingten Wahrscheinlichkeit definiert, mit der der Terminus als Teil des Lexikons in einer Sequenz von Termini auftritt. Ein Lexikon (L) enthält u mal den Terminus 1; jeder davon ist durch eine Untergruppe von w Zellen aus einem Raum (M) mit insgesamt v Zellen definiert. Die folgenden Definitionen beziehen sich auf Hsem:Google Scholar
  5. 5.
    Die multiplikative Relation von Ordnung und Komplexität ist ein Kriterium unter anderen, an dem sich das Organisationsmaß von BIRKHOFFs “ästhetischem Maß”, das ja ebenfalls eine Funktion von Ordnung und Komplexität ist (M=O/C), unterscheidet (siehe BIRKHOFF 1933). COONs Begriff des “Komplexitätsniveaus”, das er auf Kulturen anwendet, bezieht sich allein auf Komplexität und setzt implizit eine konstante Ordnung voraus (siehe COON 1948).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1980

Authors and Affiliations

  • Anthony F. C. Wallace

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