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Zur Einführung: Alltagswissen, Interaktion und Gesellschaftliche Wirklichkeit (0)

  • Joachim Matthes
  • Fritz Schütze
Chapter
Part of the WV studium book series (WVST, volume 54/55)

Zusammenfassung

Was ist gesellschaftliche Wirklichkeit? Gesellschaftliche Wirklichkeit sind all die Ereignisse und Tatbestände, die das Handeln der Gesellschaftsmitglieder ausmachen und bestimmen. Und dass diese Ereignisse und Tatbestände gerade in der Art handlungsrelevant werden, wie sie von den Gesellschaftsmitgliedern unmittelbar erfahren werden, ist ein Gesichtspunkt, von dem alle in diesem Band vertretenen Arbeiten ausgehen. Die unmittelbare Erfahrung der gesellschaftlichen Wirklichkeit ist nicht in dem Sinne unvermittelt, dass sie ohne theoretische Denkvorgänge im weitesten Sinne des Wortes zustandekäme. Ganz im Gegenteil ist sie immer schon durch allgemeinere und speziellere Denkvoraussetzungen geprägt. Der Bestand solcher Denkvoraussetzungen ist jedoch kein ausgeklügeltes theoretisches System, auf das die Gesellschaftsmitglieder organisierte Anstrengungen in dafür eigens eingerichteten institutionellen Subsystemen gerichtet hätten, wie das etwa im Wissenschaftsbetrieb der Fall ist. Der Bestand an Denkvoraussetzungen für die Erfahrung der gesellschaftlichen Wirklichkeit wird im gewöhnlichen tagtäglichen Lebensablauf der Gesellschaftsmitglieder geschöpft, angewendet und dadurch natürlich auch fortlaufend verändert.

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Anmerkungen

  1. 0.
    Zugunsten leichter Lesbarkeit wurde auf Textverweise zu den in der Einführung vorgestellten zentralen Konzepten verzichtet, sofern diese in den anderen Beiträgen des vorliegenden Bandes zu finden sind.Google Scholar
  2. 1.
    Wenn man einmal von den grundlagentheoretischen Reflexionen und empirischen Feldforschungen von GARFINKEL (in 1967 ), SACKS (1966 und 1972c) und ihrer Schüler (vgl. die Anm.lc zum Aufsatz von HYMES in diesem Band) zu Regeln der Gruppen-und Gesellschaftszugehörigkeit und zu spezifischen institutionell umrissenen Kommunikations-und Interaktionsbereichen (Polizei, geschlossene Anstalten wie Gefängnis und psychiatrische Klinik, Justiz und anderen) absieht. Gerade im Ausgehen von diesen Forschungen - vielleicht unter zusätzlicher Einbeziehung des Konzeptes der Ortsgesellschaft aus der Ethnographie des Sprechens und der klassischen Gemeindesoziologie (vgl. die Anmerkungen 9a zum Artikel von GARFINKEL und le zum Artikel von HYMES) und des Konzeptes der Kommunikationskapazität (s.u. und Schlusskapitel) - bestehen Chancen der Integration von Mikro-und Makrosoziologie.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1980

Authors and Affiliations

  • Joachim Matthes
  • Fritz Schütze

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