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Einleitung

  • Joachim Vesper
Chapter
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 3236)

Zusammenfassung

Von der Zahl der jedes Jahr losgesprochenen Lehrlinge, die an der zweiten Schwelle des Arbeitsmarktes stehen, lassen sich beliebig große Gruppen abtrennen, deren kleinste Einheit die individuelle Person ist. Eine Gruppe, die sofort auffällt, wird durch jene Berufsanfänger gebildet, die mit dem Ende der Ausbildung gleich einen Wettbewerb als Innungssieger gewonnen haben und einen Preis nach Hause tragen. Eine andere Gruppe zählt etwa zehn Prozent, es sind die, die nach einem halben Jahr noch keinen Arbeitsplatz gefunden haben. Die größte Gruppe (ca. 50%) wird durch jene Facharbeiter gebildet, die nach der Ausbildung im Betrieb bleiben und ihrer Ausbildung entsprechend eingesetzt werden. Untersucht man die Übergänge zwischen Ausbildung und Arbeitssystem, kann die Analyse auf diese Gruppen ihr Augenmerk legen, d.h. auf die Frage, ob der Beste richtig ausgewählt worden sei, auf die Frage, ob die letzten 10 Prozent richtig ermittelt worden seien, und darüber hinausgehend, ob die anderen, also die größte Gruppe, ihren adäquaten Arbeitsplatz gefunden haben. Für diese größte und die erste Gruppe gilt das duale System als vorbildlich.1

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Referenzen

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    Arbeitsplatzsuche nach Abschluß der Ausbildung wird zunehmend schwieriger, Handelsblatt, 24/25.04.1987, Nr. 79, Bericht zur Vorstellung der Dokumentation zum Thema “Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung” des DGB.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Joachim Vesper
    • 1
  1. 1.Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-StiftungBonn-Bad GodesbergDeutschland

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