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Zusammenfassung

Die Festlegung der Standorte von Versorgungseinrichtungen hat wegen der langfristigen Wirkung solcher Entscheidungen schon immer einen beträchtlichen Stellenwert im Rahmen der kommunalen Planung gehabt. Die fortschreitende Verknappung der kommunalen und staatlichen Mittel, sowie die inhaltliche und räumliche Umstrukturierung der Bedarfe macht eine noch genauere Beachtung der Anforderungen an die Standorte von öffentlichen und privaten Versorgungseinrichtungen notwendig.

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Literatur

  1. 1.
    Damit wird bewußt eine Beschränkung der Untersuchung auf die eigenständige Anwendung der Methoden durch kommunale Planer vorgenommen und nicht der Einsatz von Methoden durch Externe (Planungsbüros o.ä.) für die kommunale Planung miteinbezogen, da hier von der Überlegung ausgegangen wird, daß die eigenständige Anwendung die Kontrolle über die Spezifikation der Methode, die Kontinuität der Anwendung und die glaubwürdige Vertretung der Methodenergebnisse entscheidend erleichtert und nur dann ein nachhaltiger Einfluß auf die Qualität der kommunalen Standortbestimmung ausgeübt wird.Google Scholar
  2. 2.
    Die Beschränkung auf die Erfassung von “Erfahrungen” der Anwender bei der Verwendung in der Standortbestimmung erfolgt, weil ein nicht-experimenteller empirischer Erfolgsvergleich verschiedener Methoden aus theoretischen und praktischen Gründen nicht möglich ist. So ist es unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich, für Felduntersuchungen zwei identische Standortbestimmungsprobleme zu finden, zu deren Lösung unterschiedliche Methoden eingesetzt werden. Ebenso muß die ex post-Beurteilung des Lösungsergebnisses einer Methodenanwendung hilfsweise eine so hohe Zahl von hypothetischen Invarianzen unterstellen, daß die Aussagekraft gering bleibt. Vgl. auch die gleiche Erkenntnis bei GÖSSLER, R.: Operations-Research-Praxis — Einsatzformen und Ergebnisse, Wiesbaden 1974, S. 43 ff.CrossRefGoogle Scholar
  3. 1.
    Zu Abgrenzungsversuchen in der bürgerlichen Nationalökonomie vgl. JOCHIMSEN, R.: Theorie der Infrastruktur, Tübingen 1966;Google Scholar
  4. 1a.
    FREY, L.: Infrastruktur, Grundlagen der Planung öffentlicher Investitionen, Tübingen-Zürich 1972;Google Scholar
  5. 1b.
    JOCHIMSEN, R.; SIMONIS, U.E. (Hrsg.): Theorie und Praxis der Infrastrukturpolitik, Berlin 1972;Google Scholar
  6. 1c.
    KNIGGE, R.: Infrastrukturinvestitionen in Großstädten, Stuttgart 1975, S. 32–46.Google Scholar
  7. Eine den hier vertretenen Auffassungen verwandte Abgrenzung von Versorgungseinrichtungen liegt der Untersuchung von SPENGELIN, F. u.a.: Funktionelle Erfordernisse zentraler Einrichtungen als Bestimmungsgröße von Siedlungsund Stadteinheiten in Abhängigkeit von Größenordnung und Zuordnung, Bonn -Bad Godesberg 1972, = Schriftenreihe “Städtebauliche Forschung” des BMBau (03.003), S. 17 ff., zugrunde. Ebenso stellt sich berechtigterweiseGoogle Scholar
  8. KÖHL,W.: Konsumtive Infrastruktur in der Stadtentwicklung, in: Seminar Stadtentwicklungsplanung, hrsg. vom Institut für Landesplanung und Städtebau, TH Karlsruhe, Karlsruhe 1975, S.207 ff., kritisch zu den Abgrenzungsversuchen zwischen privaten und öffentlichen Versorgungseinrichtungen.Google Scholar
  9. 2.
    Der Versuch, aus der Literatur eine Unterscheidung von privater und öffentlicher Infrastruktur zu destillieren, zeigt, daß es keine endgültig, eindeutige Zuordnung gibt, sondern immer nur historisch-normative Abgrenzungen geben kann. Diese These wird auch von Tuchtfeld, E.: Infrastrukturinvestitionen als Mittel der Strukturpolitik in: JOCHIMSEN, R.; SIMONIS, U.E. (Hrsg.): Theorie und Praxis, a.a.O., S. 125 ff., vertreten. Die im Laufe des Jahres 1976 unter politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführte öffentliche Diskussion um die Verstaatlichung oder Privatisierung von Versorgungseinrichtungen illustriert diese Gegebenheit. Juristisch gefaßt wird die Beschränkung der Versorgungstätigkeit für die Gemeinden im Subsidiaritätsprinzip des § 67 Deutsche Gemeindeordnung. Siehe dazu auch exemplarisch EHLERS, R.: Förderung freier Träger billiger als kommunale Einrichtungen, in: Kommunalpolitische Blätter, Jg.19 (1967), S.128.Google Scholar
  10. Fortsetzung Fußnote 2, Seite 4Google Scholar
  11. Zur Anknüpfung an heute vertretene Abgrenzungen sei auf folgende Literaturbeiträge verwiesen: ALBERS, G.: Städtebauliche Konzeptionen und Infrastrukturbereitstellung, in: JOCHIMSEN, R.: SIMONIS, U.E. (Hrsg.): Theorie und Praxis, a.a.O., S. 255 ff.; Böventer, E.: Wirkungen von öffentlichen und privaten Investitionen, in ARNDT, H.; SWATEK, D. (Hrsg.): Grundfragen der Infrastrukturplanung für wachsende Wirtschaften, Berlin 1971, S. 167 ff.;Google Scholar
  12. GRÖTTRUP, H.: Die kommunale Leistungsverwaltung — Grundlagen der gemeindlichen Daseinsvorsorge, Stuttgart u.a. 1973;Google Scholar
  13. MUSGRAVE, R.A.: Infrastruktur und Theorie der öffentlichen Güter, in: ARNDT, H.; SWATEK, D. (Hrsg.): Grundfragen, a.a.O., S. 43 ff.; SCHMIDT, K.: Kollektivbedürfnisse und Staatstätigkeit, in: HALLER, H. (Hrsg.): Theorie und Praxis des finanzpolitischen Interventionismus, Tübingen 1970; ZIMMERMANN, H.: Alternativen der Finanzierung von Infrastrukturvorhaben, in: JOCHIMSEN, R.: SIMONIS, U.E. (Hrsg.): Theorie und Praxis, a.a.O., S. 187 ff.Google Scholar
  14. 1.
    Für Nordrhein-Westfalen bekanntestes Beispiel einer solchen Methode ist die Abgrenzung von “Standortbereichen” über eine Kreis mit 1000 m Radius.Google Scholar
  15. 2.
    Vgl. FRERK, P.: Wirtschaftlichkeit öffentlicher Investitionen, Köln 1967, = Veröffentlichung der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung, hrsg. von BADENHOOP, K.J.Google Scholar
  16. 3.
    Vgl. STORBECK, D.: Zur Methode der Standortbestimmung für neue Investitionen, in: Raumforschung und Raumordnung, (1966) H.5, S.198–209; SCHUSTER, G.: Fortsetzung Fußnote 3, Seite 7Google Scholar
  17. Planung mit methodischen Bausteinen — konkretisiert am Beispiel der Schulentwicklungsplanung, Braunschweig 1973; WOTZKA, P.: Standortwahl im Einzelhandel, Hamburg 1970; SCHINDOWSKI, D. u.a.: Prosab — Ein computergestütztes System zum Entwurf und zur Bewertung in der kommunalen Bauleit- und Entwicklungsplanung, 2. Bd., Dortmund 1976.Google Scholar
  18. 1.
    FRIEDRICH, P.; EICHHORN, P.: Untersuchungen über den Nutzen kommunaler Wirtschaftsförderungsmaßnahmen, Bonn 1970;Google Scholar
  19. 1.
    LICHTFIELD, N.: Cost-Benefit Analysis in Plan Evaluation, in: Town Planning Review, Vol.XXV (1964), S.159–169f.Google Scholar
  20. 2.
    Vgl. RUPPERT, W.-R.: Erschließungsqualität von Verkehrssystemen — Lagegunstindizes und ihre Anwendung, Bericht für den Bundesminister für Verkehr, hrsg. v. Battelle-Institut, Frankfurt/M. 1975;Google Scholar
  21. 2a.
    DATUME V.: Demonstration der Anwendungsmöglichkeiten von Allokationsverfahren auf Netzwerkbasis, in: Computer-orientiertes räumliches Bezugs-, Analyse- und Planungssystem, Sollkonzept Dortmund, Arbeitsbericht 55035/562, Bonn-Bad Godesberg und Dortmund 1974.Google Scholar
  22. 3.
    Vgl. BACH, L.: Methoden zur Bestimmung von Standorten und Einzugsbereichen zentraler Einrichtungen, Diss. Dortmund 1976 (unveröffentlichtes Manuskript); BLUM, H.: Einsatz des Schulstandortplanungsverfahrens LIMES in Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg, in: DATUM E.V. (Hrsg.): Standort — Erreichbarkeit — Versorgung, Bonn-Bad Godesberg 1975, Beitrag 7; SCHLÜTER, K.-P.: Tertiäres Gewerbe im Stadtbau, Göttingen 1974.Google Scholar
  23. 1.
    Vgl. STRADAL, O.; SORGO, K.: Orl-Mod-1, Ein Modell zur regionalen Allokation von Aktivitäten, Arbeitsbericht No. 24.1, Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich, Zürich 1971;Google Scholar
  24. 1a.
    WEGENER, M.: MEISE, J.: Stadtentwicklungssimulation, in: Stadtbauwelt (1971) H. 29, S. 26–31.Google Scholar
  25. 2.
    Vgl. LAKSHMANAN, T. R.; HANSEN, W. G.: A retail market potential model, in: Journal of the American Institute of Planners, Vol. 31 (1965), S. 134–143;CrossRefGoogle Scholar
  26. 2a.
    MÜLLER-TRUDUNG, J.: Neben-Einkaufszentren als Steuerungsinstrumente der Regionalpolitik in Verdichtungsräumen — dargestellt am Beispiel der Kernzone Dortmund, Bochum 1971.Google Scholar
  27. 3.
    Die Formulierung der Hypothesen und die Auswahl von Determinanten bzw. Indikatoren greift auf ähnlich gelagerte Untersuchungen über die Anwendung quantitativer Methoden zur Entscheidungsunterstützung in privaten und öffentlichen Institutionen zurück. Für den Bereich betriebswirtschaftlicher Anwendungen vgl.: BÖRSIG, C.A.H.: Die Implementierung von Operations Research in Organisationen, Diss. Mannheim 1975;Google Scholar
  28. 3.
    GÖSSLER, R.: Operations-Research-Praxis: Einsatzformen und Ergebnisse, a.a.O.; HUYSMANS, J. H.: The Implementation of Operations Research: An Approach to the Joint Consideration of Social and Technological Aspects, New York usw. 1970. Für den Bereich staatlicher und räumlicher Planung liegen dagegen nur sehr wenige Untersuchungen vor: BOYCE, D. E.; DAY, N.; MCDONALD, C: Metropolitan Plan Making: An Analysis of Experience with the Preparation and Evaluation of Alternative Land Use and Transportation Plans, Philadelphia Pa. 1970; PACK, U. R.: The Use of Urban Models: Report on a Survey of Planning Organizations, in: Journal of the American Institute of Planers, Vol. 41 (1975) H. 3, S. 191–199, die sich aber vorrangig auf die Anwendung von “Stadtsimulationsmodellen” beziehen.Google Scholar
  29. 1.
    Vgl. zu diesen Untersuchungsmethoden SCHEUCH, E. K.: Das Interview in der Sozialforschung, in: KÖNIG, R. (Hrsg.): Handbuch der empirischen Sozialforschung, Bd. 2/1, 3. Aufl., Stuttgart 1973, S. 66–190 und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  30. 1.
    Vgl. Fallstudien zur kommunalen Entwicklungsplanung in unterschiedlichen Siedlungsräumen, Forschungsauftrag des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (02 (S) 1.1/2.1) bearbeitet von SCHOOF, H. u.a.; unveröffentlichtes Manuskript, Dortmund 1976. Die Erhebungen zu den Fallstudien wurden in der Zeit von Februar 1975 bis Februar 1976 durchgeführt.Google Scholar
  31. 2.
    Die Auswahl erfolgt anhand der Angaben des Statistischen Jahrbuchs deutscher Gemeinden, Jg.61 (1974). Die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg wurden mit in die Erhebung aufgenommen. Adressat war dabei in Bremen und Hamburg die Senatsverwaltung, in Berlin die Bezirksverwaltung Tiergarten.Google Scholar
  32. 3.
    Vgl.: SCHEUCH, E.K.: Auswahlverfahren in der Sozialforschung, in: KÖNIG, R. (Hrsg.): Handbuch der empirischen Sozialforschung, Bd.3a, 3.Aufl., Stuttgart 1974, S.1–96, insbesondere S.32 ff.Google Scholar
  33. 4.
    Für die Festlegung des Stichprobenumfanges und für die Beurteilung der Repräsentativität einer Stichprobe sind theoretisch-statistische Methoden verfügbar (z.B. die Fehlerformel von MCNEMAR, Q.: Psychological Statistics, New York 1949, S.334 f), wegen des fehlenden Vorwissens um die Verteilung der Methodenanwendungen undder sie bedingenden Merkmale wird hier aber auf eine schein-wissenschaftliche Begründung der Auswahl verzichtet.Google Scholar
  34. 1.
    Die Verteilung der jeweils drei identischen Fragebögen an die drei Ämter für Stadtplanung, Statistik und Stadtentwicklungsplanung über das Hauptamt der Gemeinde ergab nicht den erhofften Erfolg. Zum einen wurden die Fragebögen im Sammelumlauf an alle drei Ämter weitergegeben, zum anderen zeigte es sich, daß eine vergleichbare und vollständige Auswertung nur für die Stadtplanungsämter vorgenommen werden konnte. So wird in der Darstellung der Ergebnisse auch nur an einer Stelle versucht werden, aus Unterschieden zwischen den antwortenden Ämtern Schlüsse zu ziehen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1978

Authors and Affiliations

  • Rolf Hoberg
    • 1
  1. 1.Abteilung RaumplanungUniversität DortmundDeutschland

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