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Die Zensur

  • Helga Brandes
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Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Ein Bereich, der die Rezeption und Wirkung des Jungen Deutschland besonders deutlich reflektiert, ist die Zensur. Und in dem Verbot von 1835 spiegelt sich die größte Wirkung und Bedeutung, die die jungdeutschen Literaten und Publizisten erzielt hatten. Umgekehrt ging wiederum von der Zensur der vermutlich größte Einfluß auf die Publizistik des Jungen Deutschland aus. Die Institution, die tiefgreifend und nachhaltig das literarische Leben der Restaurationsepoche prägte, hinterließ zwangsläufig auch im jungdeutschen Journalismus ihre Spuren. Auf einige Aspekte habe ich bereits hingewiesen; eine zusammenhängende Analyse erscheint jedoch angesichts der Bedeutung der Zensur für die jungdeutsche Publizistik geboten.

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Literatur

  1. 61.
    Heinrich Benedikt: Das Zeitalter der Emanzipationen 1815–1848. Wien, Köln, Graz 1977, S. 306.Google Scholar
  2. 62.
    Ebd., S. 307.63 Zur Geschichte der Zensur vgl. Dieter Breuer: Geschichte der literarischen Zensur in Deutschland. Heidelberg 1982.Google Scholar
  3. 64.
    Jochen Schulte-Sasse: Das Konzept bürgerlich-literarischer Öffentlichkeit und die historischen Gründe seines Zerfalls. In: Christa Bürger u. a. (Hg.): Aufklärung und literarische Öffentlichkeit, a.a.O., S. 84.Google Scholar
  4. 65.
    Aus: Edda Ziegler: Literarische Zensur in Deutschland 1819–1848, a.a.O., S. 8 f.Google Scholar
  5. 66.
    Metternich hatte die Verhandlungen für eine Neufassung des Gesetzes so kurzfristig anberaumt, daß durch die mangelnde Beratungszeit die Verständigung der Bundesländer untereinander nicht möglich war. Das Gesetz konnte auf die Art passieren. - Vgl. Edda Ziegler: Literarische Zensur in Deutschland 1819–1848. Materialien, Kommentare. München, Wien 1983, S. 72 f.Google Scholar
  6. 67.
    Der Beschluß wurde nicht veröffentlicht. Vgl. Dieter Breuer: Geschichte der literarischen Zensur in Deutschland, a.a.O., S. 180.Google Scholar
  7. 68.
  8. 69.
    Zit. n. Breuer, a.a.O., S. 181.Google Scholar
  9. 70.
    Ebd., S. 182.Google Scholar
  10. 71.
    Gutzkow: Rückblicke auf mein Leben, a.a.O., S. 36.Google Scholar
  11. 72.
    Ebd., S. 9.Google Scholar
  12. 73.
  13. 74.
    Ludwig Geiger: Das Junge Deutschland und die preußische Censur, a.a.O., S. 49.Google Scholar
  14. 75.
    Im Falle Gutzkows kam noch hinzu, daß er in dem einflußreichen Innenminister von Kamptz einen Gönner hatte: Er war - wie bereits erwähnt - mit seinem Sohn befreundet.Google Scholar
  15. 76.
    Das Blatt existierte nur kurze Zeit.Google Scholar
  16. 77.
    Brief Gutzkows an Menzel vom 2.10.1831; Abdruck in Houben: Rep. III, Sp. 48.Google Scholar
  17. 78.
    In Frankreich war der Funktionsübergang von Politik und Literatur in dem von den Jungdeutschen gewünschten Sinne längst Praxis. So waren politisierende Journalisten und Schriftsteller keine Seltenheit: Véron (Hg. der “Revue de Paris”, 1829), L.F. Bertin (Chefredakteur des “Journal des Débats”), Buloz (Hg. der “Revue des Deux Mondes”); ebensowenig schreibende Politiker: Thiers (Gutzkows Vorbild), Guizot, Michelet, Thierry, Villemain, Cousin, Jouffroy, Nisard.Google Scholar
  18. 79.
    Zit. n. Houben, Rep. III, Sp. 49.Google Scholar
  19. 80.
    Ebd., Sp. 48.Google Scholar
  20. 81.
    Brief vom Mai 1835; zit. n. Houben, Rep. III, Sp. 123.Google Scholar
  21. 82.
    Zit. n. Houben, Rep. III, Sp. 309.Google Scholar
  22. 83.
    Brief vom 18.7.1832 an Laube. Zit. n. Houben: Jungdeutscher Sturm und Drang, a.a.O., S.354.Google Scholar
  23. 84.
    Ebd., S. 355.Google Scholar
  24. 85.
    Houben, Rep. IV, Sp. 412. - Hervorhebung von mir.Google Scholar
  25. 86.
    Der Artikel ist als Korrekturabzug - mit Anmerkungen Gutzkows versehen - erhalten. S. Anh. Nr. VI, S. 274.Google Scholar
  26. 87.
    Forum, Bd. II, unpag. [S. 53 f.lGoogle Scholar
  27. 88.
    Forum, Bd. I, S. 202 f.Google Scholar
  28. 89.
    Forum, Bd. II, Nr. 11, S. 41.Google Scholar
  29. 90.
    Zeitung für die elegante Welt, Bd. I, Jan. 1833, S. 51.Google Scholar
  30. 91.
    Ebd., Bd. II., S. 969.Google Scholar
  31. 92.
    Ebd., Bd. I, Mai 1833, S. 360.Google Scholar
  32. 93.
    Ludwig Börne: Sämtliche Schriften. Neu bearb. u. hg. von Inge und Peter Rippmann.5 Bde., Düsseldorf 1964–1968. Bd. 1, a.a.O., S. 597.Google Scholar
  33. 94.
    S. z. B. “Zeitung für die elegante Welt”, Bd. I, Nr. 13 vom 18.1.1833, S. 51.Google Scholar
  34. 95.
    Schriften in bunter Reihe, S. III f.Google Scholar
  35. 96.
    Diese Entwicklung trifft auf Wienbarg nicht zu.Google Scholar
  36. 97.
    S. Anh. Nr. VII, S. 275.Google Scholar
  37. 98.
    Frankfurter Telegraph, Bd. III, S. 90.Google Scholar
  38. 99.
    S. z. B. Laube über Tölkens literarturkritische Arbeit. Mitternachtzeitung, S. 968.Google Scholar
  39. 100.
    Dazu ausführlich: Walter Hömberg: Zeitgeist und Ideenschmuggel, a.a.O., S. 119.Google Scholar
  40. 101.
    Jahrbuch, S. 79.Google Scholar
  41. 102.
    Ebd., S. 82 f.Google Scholar
  42. 103.
    Literarischer Zodiacus, Bd. II, S. 146.Google Scholar
  43. 104.
  44. 105.
    Die “Dioskuren” tragen bereits in der Widmung die Signatur der ‘Wende’. Der 1. Bd. ist Varnhagen von Ense, der 2. Fürst Pückler-Muskau gewidmet.Google Scholar
  45. 106.
    S. Anh. Nr. VIII, S. 280.Google Scholar
  46. 107.
    Das Verbot im Wortlaut, s. Anh. Nr. IX, S. 281.Google Scholar
  47. 108.
    Zit. n. Houben: Jungdeutscher Sturm und Drang, a.a.O., S. 60.Google Scholar
  48. 109.
    Der Wortlaut dieser Verfügung: S. Anh. Nr. X, S. 282. - S. Faksimile einer Kopie dieser Verfügung, Anh. Nr. XI, S. 283.Google Scholar
  49. 110.
    “Der Umstand war [Chwr(133)] der, daß man in der Eil, mit der das Verbot gemacht worden, nicht an Börne gedacht hatte.” (Freihafen, 1840, H. 3, S. 261).Google Scholar
  50. 111.
    Die Namen der übrigen Mitglieder, die die Kommission seit August 1835 bildeten, fehlen: Bischof Eylert, Geheimer Oberjustizrat Sack, Geheimer Legationsrat Jouffroy, Geheimer Obertribunalsrat Mackeprang und Geheimer Oberregierungsrat Beckedorf. - Vgl. Hou-ben, Jungdeutscher Sturm und Drang, a.a.O., S. 47.Google Scholar
  51. 112.
    Zit. n. Friedrich Sengle: Biedermeierzeit. Deutsche Literatur im Spannungsfeld zwischen Restauration und Revolution 1815–1848. 3 Bde., Stuttgart 1971–80. Bd. 1, S. 178. Folgende Bewertungsstufen konnten die Zensoren wählen: admittur (= unbeschränkte Druckerlaubnis) - transeat (= beschränkte Druckerlaubnis: nicht in Zeitungen angekündigt und in Leihbibliotheken aufgenommen) - erga schedam (= beschränkte Druckerlaubnis mit zensuramtlicher Bewilligung; Scheda = polizeilicher Erlaubnisschein zum Buchbezug) - damnatur (= verbotene Schrift, die nur mit Erlaubnis der Zensurhofstelle von Fachleuten gelesen werden durfte) - damnatur nec erga schedam (= totales Verbot). - Vgl. Edda Ziegler: Literarische Zensur in Deutschland, a.a.O., S. 130.Google Scholar
  52. 113.
    Zit. n. Houben, Jungdeutscher Sturm und Drang, a.a.O., S. 66.Google Scholar
  53. 114.
    Zit. n. Houben, ebd., S. 68.Google Scholar
  54. 115.
    S. Anh. Nr. XII, S. 285–287.Google Scholar
  55. 116.
    Zit. n. Houben, ebd., S. 80.Google Scholar
  56. 117.
    Vgl. Houben, ebd., S. 49.Google Scholar
  57. 118.
    Die Jungdeutschen mußten eine Erklärung abgeben, nicht rückfällig zu werden. Als erster unterzeichnete Mundt den Revers, im Mai folgte Laube. Gutzkow zögerte. Am 17.4.1843 wurde auch ihm - sogar ohne seine Unterschrift - die Schreiberlaubnis erteilt. - Vgl. Geiger, a.a.O., S. 215.Google Scholar
  58. 119.
    Zit. n. Houben, Jungdeutscher Sturm und Drang, a.a.O., S. 85.Google Scholar
  59. 120.
    Forum, Bd. II, unpag. [S. 56].Google Scholar
  60. 121.
    Vgl. dazu Walter Hömberg: Zeitgeist und Ideenschmuggel, a.a.O. Und: Wolfram Siemann: Ideenschmuggel. Probleme der Meinungskontrolle und das Los deutscher Zensoren im 19. Jahrhundert. In: Historische Zeitschrift 245 (1987). S. 71–106.Google Scholar
  61. 122.
    In: Georg Büchner: Sämtliche Werke und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe mit Kommentar. Hg. v. Werner R. Lehmann. 2 Bde., Hamburg [1967], 1971. Bd. 2. Vermischte Schriften und Briefe. S. 476.Google Scholar
  62. 123.
    Forum, Bd. II, Nr. 12 vom 19.9.1831, S. 48.Google Scholar
  63. 124.
    S. Ingrid Heinrich-Jost: Literarische Publizistik Adolf Glaßbrenners (1810–1876). Die List beim Schreiben der Wahrheit, a.a.O.Google Scholar
  64. 125.
    Zu diesem Aspekt allgemein s. Wulf Wülfing: Stil und Zensur. Zur jungdeutschen Rhetorik als einem Versuch von Diskursintegration. In: Joseph A. Kruse und Bernd Kortländer (Hg.): Das Junge Deutschland. Kolloquium zum 150. Jahrestag des Verbots vom 10. Dezember 1835. Hamburg 1987, S. 193–217.Google Scholar
  65. 126.
    In ihren nach 1835 erschienenen Zeitschriften gehen Laube und Mundt explizit auf die ihnen zur Last gelegte liberate Phase ihres Schaffens mehrfach ein, indem sie sie verleugnen bzw. verharmlosen; Gutzkow und Wienbarg verzichten darauf, sich zu rechtfertigen. - Laube in der “Mitternachtzeitung”: “Ich bitte die Leser, nie zu vergessen, daß ich zu derselben Nationalität gehöre, daß ich mit ihnen für Friedrich Schiller geschwärmt habe bis auf Tod und Leben, daß ich diesen deutschen Apostel noch liebe, wie die erste Geliebte der Jugend, welche man anzubeten pflegt.” (Mitternachtzeitung, Nr. 1 vom 1.1.1836, S. 3.) - Und Mundt erklärt im “Freihafen”: Man hat mir “so oft die Thorheit der Emancipationsfragen in Bausch und Bogen zugerechnet, und doch habe ich in meinen Schriften nichts gethan, als an die beständige Entwickelungsfähigkeit des Christenthums aus sich selbst, an die substantielle Veredelung der Materie, und an das höhere geistige Bildungsleben der Frauen appellirt.” (Freihafen, 3. Jg., 4. H., S. 273 f.).Google Scholar
  66. 127.
    Jahrbuch der Literatur, S. 77.Google Scholar
  67. 128.
    Nach Ulrich Schmid in: Wolfgang Behrens u. a. (Hg.): Der Literarische Vormärz 1830–1847. München 1973, S. 34. - Das Bild des `häßlichen Zensors’ ist zeittypisch. Eine genauere Untersuchung dieser Berufsgruppe steht noch aus. - Dazu: Walter Hömberg: Verhinderte Liberalisierung zwischen Juli-und Märzrevolution (1830–1848). In: Heinz-Dietrich Fischer (Hg.): Deutsche Kommunikationskontrolle des 15. bis 20. Jahrhunderts. München u. a. 1982, S. 101.Google Scholar
  68. 129.
    Forum, Bd. II, Nr. 11 vom 12.9.1831, S. 44.Google Scholar
  69. 130.
  70. 131.
    Vgl. Houben, Rep. III, Sp. 48.Google Scholar
  71. 132.
    Phönix, Bd. I, Prospectus [S. 1].Google Scholar
  72. 133.
    Literarischer Zodiacus, 1. H., Jan. 1835, S. 1.Google Scholar
  73. 134.
    Die Wage. Bd. II, 1821, 2. H., S. 1.Google Scholar
  74. 135.
    Mitgeteilt in Houben: Jungdeutscher Sturm und Drang, a.a.O., S. 15.Google Scholar
  75. 136.
    Aus dem Lateinischen: Os-t [os = Mund].Google Scholar
  76. 137.
    Für diese besondere Ausprägung eines `Zensurstils’ gibt Emil Dovifat folgende Definition: Eine “stilistische Notform unter der Diktatur. Dem Scheine nach gefügig, kann sie zur ganzen Öffentlichkeit sprechen. Dort sucht sie aber die oppositionellen Kräfte, denen sie.Google Scholar
  77. 138.
    Forum, Bd. II, unpag. [S. 55 f.].Google Scholar
  78. 139.
    Nach Ziegler, a.a.O., S. 171.Google Scholar
  79. 140.
    Heinrich Heine: Sämtliche Schriften, hg. von Klaus Briegleb. München 1968–1976. Bd. 2, München 1969, S. 329.Google Scholar
  80. 141.
    Vgl. Heinrich Hubert Houben (Hg.): Gespräche mit Heine. (Fanny Lewald und Adolf Stahr über Gespräche mit Heine.) Frankfurt/Main 1926, S. 603 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Helga Brandes

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