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Gestörte Beziehung

Berührungen und Berührungsängste zwischen Literatur und Studentenbewegung
  • Jochen Vogt
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Zusammenfassung

Die sechziger Jahre haben, gemessen am politischen, sozialen und moralischen Immobilismus der fünfziger, also der eigentlichen Adenauer-Ära, ohne Zweifel weitreichende Verschiebungen, ja Brüche in jenem Bereich gebracht, den Soziologen erst später “die Lebenswelt” nennen werden. Und die heranwachsende, die erste Nachkriegs-Generation hat sie wohl besonders stark, um nicht zu sagen gierig gespürt und die neuen — tatsächlichen oder illusorischen — Möglichkeiten auszuleben gesucht. Der kontinuierlich steigende Wohlstand, die “Automobilisierung” und wachsende Mobilität, die Lockerung sexueller Restriktion und eine neuartige, wenn auch kommerziell geprägte Jugendkultur — insbesondere im Bereich von Film und Popmusik — wälzten herkömmliche Lebensweisen von jungen Menschen um, auch wenn sie “politisch wenig Auswirkungen” zeigten. “Unmittelbar politisch war jedoch in der Zeit der großen Koalition der Studentenprotest, der 1968 in der Springer-Blockade kulminierte. Er berührte sich in vielfältiger und unterschiedlicher Weise mit den Einstellungen von Künstlern und Schriftstellern, die ihre Rolle neu zu definieren versuchten, bis hin zur These vom Ende der Literatur.” So liest es sich zwanzig Jahre später, in einer neuen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.1

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Anmerkungen

  1. 1.
    Dietrich Thränhardt: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt/M. 1986, S.168.Google Scholar
  2. 2.
    Alfred Andersch/Hans Magnus Enzensberger: Die Literatur nach dem Tod der Literatur, in: W. Martin Lüdke (Hg.): Nach dem Protest. Literatur im Umbruch, Frankfurt/M. 1979, S.88.Google Scholar
  3. 3.
    Zit. nach Lothar Baier: Aus der Satzlehre des Unmenschen, in: Text+Kritik H.24: Peter Handke (1. Aufl. 1969), S.9.Google Scholar
  4. 4.
    Kursbuch 15, November 1968, darin u.a.: Yaak Karsunke: Anachronistische Polemik; Karl Markus Michel: Ein Kranz für die Literatur; Hans Magnus Enzensberger: Gemeinplätze, die Neueste Literatur betreffend; Walter Boehlich: Autodafé.Google Scholar
  5. 5.
    Peter Weiss: Notizbücher 1960–71, Frankfurt/M. 1982, S.601ff.Google Scholar
  6. 6.
    Heinrich Böll: Die Freiheit der Kunst. Wuppertaler Rede, Berlin 1967 (= Voltaire Flugschriften 4); jetzt auch in: Heinrich Böll Werke. Essayistische Schriften und Reden 2, S.228ff.; Weiterhin: Georg Büchners Gegenwärtigkeit, ebda., S.276ff.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. die — nach Einspruch des Springer-Verlags — nicht mehr neu aufgelegte Dokumentation Heinrich Böll: Freies Geleit für Ulrike Meinhof. Zusammengestellt von Frank Grützbach, Köln 1972. — Bölls Artikel jetzt in: Essayistische Schriften und Reden 2, S.42ff. Zum Zusammenhang vgl. Jochen Vogt: Heinrich Böll, München 1987, S.120ff.Google Scholar
  8. 8.
    Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll, Horst Söhnlein: Vor einer solchen Justiz verteidigen wir uns nicht. Schlußwort im Kaufhausbrandprozeß. Mit einem Nachwort von Bernward Vesper und einer Erkärung des SDS Berlin, Berlin 1968 (=Voltaire Flugschrift 27), S.7.Google Scholar
  9. 9.
    Gegen den Tod. Stimmen deutscher Schriftsteller gegen die Atombombe. Hrsg. von Bernward Vesper. Redaktion Gudrun Ensslin, Stuttgart-Cannstatt 1964, S.8.Google Scholar
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    Bernward Vesper: Die Reise. Romanessay, Berlin u. Schlechtenwegen 1979, S.667.Google Scholar
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    Rainer Langhans/Fritz Teufel: Klau mich. StPO der Kommune I, Berlin 1968 (=Voltaire Handbuch 2), S. 41.Google Scholar
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    Heinrich Böll: Günter Wallraffs unerwünschte Reportagen, in: Essayistische Schriften und Reden 2, S.490ff.Google Scholar
  14. 14.
    Hermann L. Gremliza: Karl Kraus-Preisrede 1987, in: konkret H.11/1987, S.41ff. sowie die Dokumentation ebda., S.12ff. — Zur kritischen Einschätzung vgl. weiterhin Michael Mönninger: Krieg der Stellvertreter. Der Ghostwriter-Streit zwischen Gremliza und Wallraff/Literatur oder Journalismus? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.1987.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Jochen Vogt

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