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Goethe in Trümmern

Der Streit um den Wiederaufbau des Goethehauses in Frankfurt
  • Bettina Meier
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Zusammenfassung

Frankfurt am Main, im Großen Hirschgraben, am 5. Juli 1947. Mitten in dem kaum geräumten Trümmerfeld, das einmal die Innenstadt war, begeht man eine Feier des Wieder-Aufbaus: die “Grundsteinlegung” zum “neuen” Goethehaus, das als detailgetreue Nachbildung des alten Baus wiedererstehen soll. Oberbürgermeister Walter Kolb nimmt von einem Zimmermann den Hammer entgegen, mit dem er dreimal auf die noch erhaltenen Türpfosten des Hauses schlägt. Dabei wiederholt er, was der ganz junge Johann Wolfgang Goethe 1775, bei der “eigentlichen” Grundsteinlegung, so oder so ähnlich gesprochen haben soll: “Ich wünsche, daß dieses Haus bis zum Ende der Welt unverrucket stehen möge.”1 Nachdem dies von einem deutschen Mädchen wiederholt wird, ergreift der französische Schriftsteller André Gide den Hammer, ihm folgen mehrere ausländische Jugendliche. Dann besichtigt man den Keller, wo der historische Grundstein auch den verheerenden Bombenangriff der alliierten Luftwaffe vom 22. März 1944 überstanden hat, der das Goethehaus, das angrenzende Goethemuseum und weite Teile der Frankfurter Innenstadt in Trümmer legte.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Anon.: Hammerschläge im zerstörten Hirschgraben, Frankfurter Neue Presse, 7. Juli 1947, S.3.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Bettina Meier

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