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Langer Abschied von der Nachkriegsliteratur?

Ein Kommentar zum letzten westdeutschen Literaturstreit
  • Jochen Vogt
Chapter

Zusammenfassung

Daß der Streit der Kritiker, von dem hier die Rede sein soll, später einmal in die Literaturgeschichte oder auch nur in die Literaturgeschichten eingehen wird, ist eher unwahrscheinlich. Mag sein, daß es zu einer Fußnote reichen wird — denn er ist allenfalls ein kleines Teilstück aus jenem teils nur dissonanten, teils zänkischen Diskurs, der das ziemlich gewaltsame Zusammenfügen des noch nicht so recht Zusammengehörigen begleitet. Aber in der Art und Weise, wie er die aktuelle Situation rückgreifend mit der grundsätzlichen Frage einer nach- und nichtfaschistischen deutschen Identität verknüpft, ist er doch exemplarisch und/oder symptomatisch — und hat wohl eine gewisse Aufmerksamkeit verdient.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Frank Schirrmacher: Abschied von der Literatur der Bundesrepublik. Neue Pässe, neue Identitäten, neue Lebensläufe: Über die Kündigung einiger Mythen des westdeutschen Bewußtseins, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.10.1990; Wolfram Schütte: Auf dem Schrotthaufen der Geschichte. Zu einer denkwürdig-voreiligen Verabschiedung der “bundesdeutschen Literatur”, Frankfurter Rundschau, 20.10.1990; Ulrich Greiner: Die deutsche Gesinnungsästhetik. Noch einmal: Christa Wolf und der deutsche Literaturstreit. Eine Zwischenbilanz, 2.11.1990; Elke Schmitter: Ist Heinar Kipphardt Naturlyriker? Neue Nachrichten aus der Feuilletondebatte, die tageszeitung, 2.11.1990; Jürgen Busche: Der Zug zur großen Zeit. Die neuen Rauschebärte: Der Literaturstreit ist zum Streit um die rechte Gesinnung geworden, Süddeutsche Zeitung, 8.11.1990; und schließlich Gert Heidenreich: Die bösartigen Dichter. Worum es im deutschen Literaturstreit wirklich geht, Süddeutsche Zeitung, 2./3.2.1991.Google Scholar
  2. 2.
    Alexander Kluge: Das Politische als Intensität alltäglicher Gefühle, in: A.K.: Theodor Fontane, Heinrich von Kleist und Anna Wilde. Zur Grammatik der Zeit, Berlin 1987, S.7ff.Google Scholar
  3. 3.
    Herausragend: Ralf Schnell: Die Literatur der Bundesrepublik. Autoren, Geschichte, Literaturbetrieb, Stuttgart 1986; erwähnenswert: Ludwig Fischer (Hg.): Literatur in der Bundesrepublik bis 1967, München 1986; nach wie vor brauchbar: Erhard Schütz, Jochen Vogt u.a.: Einführung in die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, Band 3: Bundesrepublik und DDR, Opladen 1980.Google Scholar
  4. 4.
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    Ulrich Greiner/Volker Hage: Was bleibt. Bleibt was? Pro und Contra: eine “Zeit”-Kontroverse über Christa Wolf und ihre neue Erzählung, Die Zeit, 1.6.1990; Frank Schirrmacher: “Dem Druck des härteren, strengeren Lebens standhalten”. Auch eine Studie über den autoritären Charakter: Christa Wolfs Aufsätze, Reden und ihre jüngste Erzählung “Was bleibt”, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.6.1990; Wolfram Schütte: Reiß: Wolf. Zu einem Eil-Verfahren beim Umgang mit der DDR-Literatur, Frankfurter Rundschau, 8.6.1990, Hellmuth Karasek: “Selbstgemachte Konfitüre”. Über die Diskussion um Christa Wolfs Erzählung “Was bleibt”, Der Spiegel, Nr.26/1990, S. 162ff.; Günter Grass: “Nötige Kritik oder Hinrichtung?” “Spieger”-Gespräch mit Günter Grass. Über die Debatte um Christa Wolf und die DDR-Literatur, Der Spiegel, Nr.29/1990, S.138ff.Google Scholar
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    Vgl. Hans Magnus Enzensberger: Das empfindliche Ungeheuer. Eine Wahlkampf-Unterhaltung aus dem Jahre 1987, in: H.M.E.: Mittelmaß und Wahn. Gesammelte Zerstreuungen, Frankfurt/M. 1988, S.227ff.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Jochen Vogt

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