Advertisement

Arbeitssituation von Industriearbeiterinnen

  • Petra Frerichs
  • Martina Morschhäuser
  • Margareta Steinrücke
Chapter
  • 80 Downloads
Part of the Sozialverträgliche Technikgestaltung book series (STMB, volume 6)

Zusammenfassung

Bevor die Arbeitssituation von Arbeiterinnen in den verschiedenen Dimensionen dargestellt wird, sollen drei Einsatzfelder neuer Technologien am Beispiel der Untersuchungsbetriebe A und B näher charakterisiert werden. Hierbei handelt es sich zugleich um typische Bereiche industrieller Frauenbeschäftigung. Sie unterscheiden sich sowohl hinsichtlich des Automatisierungsniveaus als auch der Einsatzkriterien für weibliche Beschäftigte. Der jeweilige Einführungsprozeß und die realisierte Form der “Technikgestaltung” sollen hierbei veranschaulicht werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Zur Unterscheidung von Mechanisierungssperren, Mechanisierungslücken und Restarbeitstypen als Charakteristika von Arbeitsbereichen, auf die erwerbstätige Frauen konzentriert sind, s. Gensior/Lappe, 1983, 2f.Google Scholar
  2. 1.
    Die Arbeitsstationen liegen hierbei im Hauptfluß des Materialflusses mit der dadurch gegebenen hohen Taktabhängigkeit von der Transportgeschwindigkeit des Fördermittels.Google Scholar
  3. 2.
    Hieran verdeutlicht sich auch, daß es sich bei einer Haltung, ein automatisierter Arbeitsplatz sei ein sicherer Arbeitsplatz, um einen gefährlichen Trugschluß handelt.Google Scholar
  4. 1.
    Hierdurch zeichnet sich dann auch eine Gefährdrung der Arbeitsplätze von Facharbeitern im Zuge der Automatisierung ab.Google Scholar
  5. 1.
    Gegenüber den Bearbeitungszentren sind die Bewegungsabläufe zur Handhabung der Werkstücke an den Drehmaschinen weitaus unkomplizierter und damit “ automatisierungsfreundlicher”.Google Scholar
  6. 1.
    Veränderungen durch den Einsatz neuer Technologien und begleitender Rationalisierungsformen — in den positiven wie negativen Aspekten — werden entweder in gesonderten Unterkapiteln beschrieben oder an entsprechender Stelle bei der Darstellung der jeweiligen Arbeitsdimension eingeflochten.Google Scholar
  7. 1.
    Vgl. übereinstimmende Schilderungen über die Arbeitssituation von Industriearbeiterinnen in früheren Studien, z.B. Eckart/Jaerisch/Kramer 1979; Schöll-Schwinghaniner 1979; Lappe 1981; Becker-Schmidt/Brandes-Erl-hoff/Rumpf/Schmidt 1983; Bednarz-Braun 1985; Volmerg/Senghaas-Knobloch/ Leithäuser 1986.Google Scholar
  8. 1.
    Erst vor dem Hintergrund der Erfahrung, selbst eine Zeitlang die Arbeitsplätze von Frauen eingenommen zu haben, drücken ein Techniker und ein Meister (der Techniker zum Zwecke des Aufbaus einer neuen Montageanlage, der Meister für den Anlernprozeß) ihre Achtung vor der Arbeit der Frauen aus. Der Techniker faßt dabei nochmals die Schwierigkeit in der Tätigkeitsbewältigung zusammen, angesichts repetitiver Teiltätigkeiten Daueraufmerksamkeit aufbringen zu sollen: “Also mich würde das kaputt machen. Ich glaube, macht auch, weil ... wenn ich ‘ne Arbeit unheimlich mechanisch machen kann und kann dabei auch noch an etwas anders denken, dann strengt mich das nicht so an, wie wenn ich wirklich immer überlegen muß und mich konzentrieren muß. Das ist eben die Arbeit, die die machen.” (Technikexperte 2, Betrieb A, 22)Google Scholar
  9. 1.
    Die Zahlenangaben beziehen sich auf das Jahr 1985.Google Scholar
  10. 2.
    Die Befunde der Studie von Lappe und Scholl-Schwinghammer einer weitgehenden Zufriedenheit von Frauen mit ihrem eigenen Lohn bzw. Gehalt können hier also nicht bestätigt werden (s. Scholl-Schwinghammer 1979, 23)Google Scholar
  11. 1.
    S. Volmerg/Senghaas-Knobloch/Leithäuser 1986, 104 – 107.Google Scholar
  12. 1.
    Zur ambivalenten Haltung von Industriearbeiterinnen zu der Akkordarbeit s. die Studie von Becker-Schmidt u.a. 1983, 16 – 19, in der die Gleichzeitigkeit von Zorn und positiv-affektiver Verbundenheit gegenüber der Tätigkeit im Akkord sehr plastisch dargestellt wird.Google Scholar
  13. 1.
    Die Unbeeinflußbarkeit der neuen Anlagen ist jedoch nicht notwendige Folge der Automation. Es gibt auch andere Möglichkeiten der Technikgestaltung. So soll an zukünftigen Montagebändern durch die technische Auslegung, die Einrichtung von Speichermöglichkeiten für die Werkstücke, erreicht werden, daß die Arbeitsleistung nicht mehr an die gleichförmige Taktzeit des Weitertransports der Teile gekoppelt ist — allerdings mit der Unternehmenszielsetzung, das Leistungspotential der Beschäftigten voll auszuschöpfen.Google Scholar
  14. 1.
    In Absehung von der Lohnproblematik kann man die Festsetzung des Akkordhöchstsatzes unter humanisierungspolitischen Gesichtspunkten allerdings auch positiv bewerten — werden damit doch der ansonsten stattfindenden Überverausgabung der Frauen Grenzen gesetzt; in diesem Sinne äußerten sich Betriebsräte zu den unbeeinflußbaren Zeiten an den neuen Techniken in Betrieb A.Google Scholar
  15. 1.
    Der Begriff “Arbeitsplatzwechsel” bezieht sich hier nicht auf ein bestimmtes Konzept der Arbeitsorganisation (VJob-rotation”), sondern wird übergreifend für jede Form des Einsatzes von Beschäftigten an unterschiedlichen Arbeitsplätzen verwendet.Google Scholar
  16. 1.
    Bei einer Beschäftigung von mindestens 7 Frauen an einer Montagelinie ist eine Springerin zur Überbrückung der persönlichen Verteilzeiten und ähnlichem für dieses Band zuständig.Google Scholar
  17. 1.
    Vgl. zu der Problematik der unentgeltlich erbrachten Mehrfachqualifika-tion von Industriearbeiterinnen die Studie von Bednarz-Braun 1983.Google Scholar
  18. 1.
    Becker-Schmidt, Brandes-Erlhoff, Karrer, Knapp, Rumpf u. Schmidt (1982, 93 – 95) beschreiben in ihrer Studie zu den Zeitproblemen und Zeiterfahrungen von Arbeitermüttern die großen familiären Belastungen, die aus der Arbeit von Mann und Frau in entgegengesetzter Schicht erwachsen; benennen gleichzeitig aber auch die positive Kehrseite der Alltagsorganisation dieser Arbeiterfamilien: “Herkömmlicherweise überwiegend den Frauen abverlangte Aufgaben — sich um die Kinder kümmern, den Haushalt in Ordnung bringen — werden gleichmäßiger aufgeteilt. ... Und von Woche zu Woche entweder vormittags oder nachmittags hat er (der Mann, Anm. d. Verf.) viel konkreter vor Augen, wieviel Hausarbeit täglich anfällt, was die Kinder bewegt und bekümmert, daß sie versorgt und betreut werden wollen.” (94)Google Scholar
  19. 1.
    Auch Volmerg u.a. sind in ihrer Studie (1986, 113 – 120) auf die Strategie von Arbeiterinnen gestoßen, sich “für dumm auszugeben”, um dadurch von Umsetzungen verschont zu bleiben — die Autoren bezeichnen diese Verhaltensweise als “listige Notwehr.” (117)Google Scholar
  20. 2.
    Das “Kopftuch” steht als Kennzeichen für die Gruppe der traditionell orientierten türkischen Arbeiterinnen, bei denen die zitierte Montagearbeiterin die benannte Strategie am meisten verbreitet sieht.Google Scholar
  21. 1.
    Die “Lust zur Arbeit” als Aufruf von Industriearbeiterinnen an sich selbst hatten auch Volmerg u.a. (1986, 109 – 111) sehr plastisch anhand von Interviewpassagen aus Forschungsseminaren mit Arbeiterinnen dargestellt.Google Scholar
  22. 1.
    S. z.B. Becker-Schmidt 1980.Google Scholar
  23. 1.
    S. zu den Wurzeln der Humanisierung des Arbeitslebens die interessanten Ausführungen von Pöhler und Peter (1982).Google Scholar
  24. 1.
    Im folgenden ist keine “stichprobenrepräsentative” Darstellung der von den Arbeiterinnen geäußerten Ansprüche an ihre Arbeit beabsichtigt, da diese Ansprüche häufig von Habitualisierungs- und Anpassungsprozessen überlagert werden; vielmehr sollen die über die konkrete Arbeitserfahrung hinausreichenden Bedürfnis- und Interessenartikulationen eines Teils der befragten Frauen hervorgehoben werden.Google Scholar
  25. 1.
    Der Erfassung und Beurteilung dieser beispielhaften Arbeitsgestaltungs-konzeption diente eine zweitägige betriebliche Erhebung, die von einer Projektbearbeiterin gemeinsam mit einem Wissenschaftskollegen aus einem themenverwandten Porschungsprojekt durchgeführt wurde. Die Ausführungen basieren auf dem Erhebungszeitpunkt Juni 1986.Google Scholar
  26. 1.
    Hier zeigt sich allerdings die Janusköpfigkeit solcher Beteiligungsformen, die auch zu einer verstärkten Einbindung der Beschäftigten in die Unternehmensstrategien führen können. In solchen Seminaren können die gemeinsamen Gespräche über Probleme am Arbeitsplatz, die Entwicklung von ar-beitsbezogenen Verbesserungsvorschlagen/-forderungen und deren konstruktive Aufnahme durch den Fertigungsleiter auch zu einer Kanalisation und Eindämmung des Konfliktpotentials im Unternehmens interesse führen.Google Scholar
  27. 1.
    Auch wenn im vorliegenden Fall bei günstigster Unternehmenssituation, die sogar beträchtliche Neueinstellungen miteinschloß, alle nicht übernommenen in der manuellen Montagelinie Beschäftigten unter Beibehaltung ihres Lohnniveaus in umliegenden Arbeitsbereichen weiterbeschäftigt wurden, bleibt doch das Ausmaß der Arbeitsplatzreduktion erheblich.Google Scholar
  28. 1.
    So fließt auch in die soziologische Bewertung bei Kern und Schumann (1984, 147) als positives Kriterium ein, inwieweit der CNOEinsatz “facharbeiterindifferent” oder “den Facharbeitereinsatz stabilisierend” wirke. Wie sich die Qualifizierungsmöglichkeiten für die Gruppe der Un- und Angelernten darstellen, bleibt außer acht.Google Scholar
  29. 2.
    Hiervon auszunehmen und hervorzuheben sind die Arbeiten des Projekts “CLAUS”, in dem Lehr- und Lernmethoden speziell für die Gruppe der “Lernungewohnten” entwickelt wurden und nachgewiesen wurde, daß es auch für An- und Ungelernte möglich ist, sogar das Programmieren von CNC-Maschinen zu lernen (wobei allerdings auch in diesem Projekt keine Frauen beteiligt waren) (Krogoll, Pohl, Wanner 1986).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Petra Frerichs
  • Martina Morschhäuser
  • Margareta Steinrücke

There are no affiliations available

Personalised recommendations